Wachstum durch Zukauf?

13. August 2010 | 970 mal gelesen

Das Wachstum eines Finanzvertriebs kann zwei Quellen haben: Die bestehende Vertriebsorganisation wird aus sich heraus Schritt für Schritt durch die Anzahl der Berater und der durch diese gewonnenen Kunden ausgebaut. Oder der Finanzvertrieb wächst durch den Zukauf anderer Vertriebsorganisationen am Markt, oft auch im Ausland.

Beispiele für letzteres gibt es viele, AWD gehörte lange Jahre dazu. Aktuell meldet sich der vergleichsweise unbekannte, börsennotierte Finanzvertrieb Aragon zu Wort, an dem die AXA Versicherung mit 27 Prozent beteiligt ist.

So berichtete Börse Online vom 15.07.2010, dass dieser Vertrieb auch 2010 – wie schon in den Vorjahren – durch Zukäufe spürbar wachsen will.

Eine solche Geschäftsstrategie ist legitim, zumal mit der AXA ein kapitalkräftiger Partner im Hintergrund steht und Finanzbedarf für Akquisitionen über die Börse gedeckt werden kann.

Ebenso sicher aber ist: Ein solchers “Sammelsurium” aus ehemals eigenständigen Finanzvertrieben wird wohl nur schwerlich jemals zu einer Einheit werden. Und schon gar nicht zu einer Berufsgemeinschaft wie die der DVAG Deutsche Vermögensberatung, in der einer dem anderen hilft, in der es unzählige Freundschaften gibt und in der das Gemeinschaftsgefühl höchsten Stellenwert hat.

Andere namhafte Finanzvertriebe haben sich von dieser Strategie des Zukaufens aufgrund schlechter Erfahrungen längst zurück gezogen, teilweise sogar die Auslandsstrategien nahezu vollständig eingestellt. Warum sollte es ein Vertrieb wie Aragon langfristig besser hinbekommen? Man wird sehen.


Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. Christian Loose, 13. August 2010 um 11:14 Uhr

    Aus eigener Kraft wachsen, das ist ein gesundes Wachstum.
    So macht es die Deutsche Vermögensberatung.
    Weiter so!

  2. S..., 13. August 2010 um 15:15 Uhr

    Herr Loose,

    nennt man denn die Eingliederung der AachenMünchener, wachsen aus eigener Kraft…??? Hierdurch ist plötzlich die Mitarbeiter und Kundenanzahl auch kräftifg gestiegen. Was ja auch nicht schlimm ist.

  3. Wolfgang Stadler, 13. August 2010 um 15:31 Uhr

    Lieber S…,

    schade, dass Sie sich nicht an die Gepflogenheiten hier im Blog halten und Ihren Namen nennen – das würde ihrem Beitrag etwas mehr Ernsthaftigkeit geben.

    Fragen Sie doch die ehemaligen AM-Vertreter, ob deren Eingliederung ein Gewinn für diese war.

    Und fragen Sie einen AWD – Mitarbeiter, ob der Verkauf an Swiss Life ein Gewinn war.

    Dann werden Sie einen klitzekleinen Unterscheid erkennen.

  4. M. S., 13. August 2010 um 17:12 Uhr

    @ S…..

    Wie Sie bereits richtig erkannt haben, handelte es sich um eine Eingliederung des AachenMünchener Aussendienstes in eine andere bereits ebenfalls im Versicherungsbereich an die AachenMünchener vermittelnde Gesllschaft (Deutsche Vermögensberatung AG):

    Die Zusammenführung zweier Vertriebswege einer Gesellschaft.

    Nicht schlimm – Sie sagen es – und ein in der Branche insofern interessanter Vorgang, da bislang (und wohl auch in Zukunft) einmalig. Was die Zahlen angeht, zudem ein sehr erfolgreicher.

  5. Marcel H. Costin, 13. August 2010 um 19:49 Uhr

    Hallo liebe Leser,

    ich würde dies als “künstliches Wachstum” bezeichnen. Wie war denn das Wachstum, wenn man die Zukäufe mal außen vor lässt? In welche Richtung ging es da und mit welcher Wachstumsrate (Personen/Jahr)?

    Hier gibt es mehr Infos zum Thema
    “Anregen von biologischem Wachstum bei der DVAG”:
    http://www.DVAG-Berufschancen.de

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin

  6. Bernd, 14. August 2010 um 10:23 Uhr

    Hallo!

    Das der Markt immer härter wird, und ein Zukauf für viele Unternehmen schädlich ist, haben in der Vergangenheit schon viele Mitbewerber zu spüren bekommen.

    Ich frage mich, warum einige daraus nicht gelernt haben?

    Ist es der Manager an der Spitze des jeweiligen Unternehmens, dessen Stuhl bereits wackelt und er noch versucht sich damit zu retten in dem er ein „angebliches“ Wachstum simuliert und sich mit einer ach so tollen „Ablösesumme“ ins nächste Unternehmen retten kann?

    Diese Menschen finden ja leider immer wieder eine Führungsposition.

    Oder haben diese lieben Herren wirklich nichts dazugelernt? – Man weiß es nicht……
    Anders herum – Familienunternehmen wie die Deutsche Vermögensberatung AG, nun als bestes Beispiel genannt, wachsen aus der Mitte heraus, vielleicht sollte sich der eine oder andere mal eine Scheibe davon abschneiden.

    Gruß aus dem sonnigen Norden

    Bernd Brandt

  7. , 14. August 2010 um 12:17 Uhr

    @ S…

    Grundsätzlich richtig, es handelt sich hier nicht um organisches Wachstum im eigentlichen Sinne.

    Dennoch ist die Situation eine ganz andere. Die DVAG hat nicht am Markt einen anderen Finanzvertrieb gekauft. Vielmehr hat die AachenMünchener Gruppe ihren Stammvertrieb in die Hände der DVAG gegeben, da man sich gewiss war, dass unter dem Dach der DVAG die Stammorga eine bessere Zukunft haben wird.

    Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung der Allfinanz Deutsche Vermögensberatung – früher Stammorganisation der AachenMünchener Versicherungen – war dies eine gute und richtige Entscheidung. Denn die AM-Versicherer profitieren im Versicherungsbereich zu 100% von den Erfolgen der DVAG.

    Viel wichtiger aber noch: Die ehemaligen Agenturen und Führungskräfte sind inzwischen mit dem Herzen dabei. Und das zählt am Ende mehr als die letzten 3 Prozent Umsatz.

  8. Christian Loose, 15. August 2010 um 11:19 Uhr

    @ S…

    Die vorherigen Kommentare sind genug Antwort auf Ihren Einwurf,
    den ich übrigens, von Ihnen oder jemand anderen, erwartet hatte.

  9. Andrea, 17. August 2010 um 17:19 Uhr

    Hallo liebe Kollegen (Vermögensberater), Makler, Versicherungsvertreter u.s.w. ,

    Thema war “Wachstum durch Zukauf” !
    Zukauf schließt eine Kaufpreiszahlung mit ein.
    Frage an dieser Stelle , …. ist von der DVAG an die AachenMünchner ein Kaufpreis geflossen ???

    Viele Grüße Andrea