Beraterhaftung bei geschlossenen Fonds

7. August 2010 | 1.037 mal gelesen

Geschlossene Fonds sind riskant.

Entwickelt sich der Wert des im Fonds abgebildeten Investitionsobjektes (z.B. Immobilien oder neue Kinofilme) nach unten, gibt es für den Anleger kein Entrinnen und für den Fondsanbieter keine Möglichkeit, über Ver- oder Zukäufe die Wertentwicklung zu stabilisieren, so wie es bei offenen Fonds jederzeit möglich ist.

Hinzu kommt, dass geschlossene Fonds immer wieder mit vermeintlichen Steuervorteilen verkauft werden, die dann später von den Finanzämtern einkassiert werden und so die versprochene Rendite dramatisch verringern.

Zu Recht hat deshalb der BGH in einem aktuellen Urteil die Haftung von Beratern im Bereich geschlossene Fonds erweitert, um so dem deutlich höheren Risiko gerecht zu werden (s. dazu Financial Times vom 03.08.2010, Seite 15).

Bisher begann die dreijährige Beraterhaftung mit Aushändigung der oftmals mehrere hundert Seiten starken Verkaufsprospekte. Der BGH vertrat wohl die Auffassung, dass solche Prospekte nicht die erforderliche Transparenz schaffen, die den Kunden eine Einschätzung der Risiken ermöglicht.

Die Frist für die Beraterhaftung beginnt deshalb jetzt erst ab dem Zeitpunkt ab dem der Anleger das Risiko erkennt, wenn also zum Beispiel erheblicher Leerstand in einer einbezogenen Immobilie bekannt wird. Dabei ist es unerheblich, wie lange der Verkaufsprospekt bereits im Schrank des Kunden abgelegt war.

Wir als DVAG Deutsche Vermögensberatung machen es da gleich ganz anders: Geschlossene Fonds und andere Produkte des so genannten grauen Kapitalmarktes gehören – im Übrigen seit Gründung des Unternehmens vor 35 Jahren – nicht zu unserem Produktportfolio. So ist gewährleistet, dass unsere Kunden nicht in die Situation kommen, aufgrund unserer Beratung Totalverluste erleiden zu müssen.


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Michael Miedl, 7. August 2010 um 12:47 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    leider kommen solche Urteile immer erst, wenn schon viele Millionen Euro “verbrannt” wurden und das Verbrauchervertrauen dahin ist. Vielleicht sollten die Richter mal solche Anlagen tätigen, ginge dann evtl. schneller, wenn sie selbst betroffen sind.
    Ich bin heilfroh, keine solchen vermeintlich tollen Anlagen im Angebot zu haben und bedanke mich wiedermal für die Weitsicht unseres “Doktor`s” in Frankfurt.

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  2. Wolfgang Reinhardt, 7. August 2010 um 18:42 Uhr

    Michael, du wirst lachen… Letztes Jahr habe ich einem Richter mit Unterstützung einer Anwaltskanzlei dabei geholfen, raus zu kommen 🙂

    Okay, er ist Strafrichter, und hat vorwiegend mit bösen Jungs zu tun. Aber trotzdem ein Ding…

  3. Christian Loose, 8. August 2010 um 10:12 Uhr

    Wer zu diesem Thema rechtlichen Beistand im Raum Berlin/Brandenburg braucht, der kontaktiert mich unter http://www.christian.loose@dvag.de
    Ich kenne da einen absoluten Fachanwalt persönlich.

  4. Wolfgang Reinhardt, 11. August 2010 um 15:11 Uhr

    Ein Skandal ohne gleichen spielt sich in diesen Wochen hier in Berlin ab. Von 208 Mio Euro, die u. A. für den Bau des neuen Berliner Touristenmagneten “Aussichtsrad” eingesammelt wurden, sind gerade noch 20 Mio Euro übrig. Der Rest ist im Firmengeflecht des Initiators, quer über den Globus, versickert. Allein 53 Millionen Euro verdampften ohne sichtbaren Erfolg in der Berliner Projektgesellschaft.

    Der geschlossene Fonds wird nun aufgelöst, und die Anleger abgefunden. Mehr als 60% der Einlage wird wohl kaum zu realisieren sein.

    Der öffentliche Protest klingt äußerst leise. Wo sind die Verbraucherzentralen? Wo sind die Anlegerschützer? Warum werden die Berater nicht zur Rechenschaft gezogen?

    Hier der komplette Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/keine-aussicht-fonds-fuer-riesenrad-wird-aufgeloest/1901306.html