Schadenfreude unangebracht…

30. Juli 2010 | 715 mal gelesen

Eigentlich müsste sich jeder kompetent und ehrlich beratende Finanz- und Vermögensberater genauso wie jeder im Anlagegeschäft tätige Makler über die von der Stiftung Warentest ausgestellten miserablen Noten freuen. Zeigen diese doch, wie schlecht Kunden in den Banken und Sparkassen beraten werden, verbunden mit den damit korrespondierenden Chancen für jeden, der es besser macht. Denn gute Beratung ist wichtiger denn je.

Schadenfreude ist dennoch unangebracht: In den Medien wird in beraterkritischen Beiträgen selten danach differenziert, um welchen Beratertypus es sich handelt.

Und dies löst zwei Trends aus: Der Gesetzgeber fühlt sich zunehmend gefordert und regelt für alle gleichermaßen und undifferenziert, was nur Einzelne betrifft. Und die Bürger, die eigentlich dringend auf Beratung angewiesen wären, verlieren das Vertrauen auch dort, wo es gerechtfertigt wäre und schieben damit einhergehend existentiell notwendige Vorsorgeentscheidungen auf.

Bleibt am Ende: Diejenigen, die kompetent und ehrlich beraten, sollten dies mehr denn je nach Außen tragen und selbstbewußt auf Kunden und Interessenten zugehen. Sie werden es ihnen danken!


Kommentare für diesen Artikel (17)

  1. Markus Becker, 30. Juli 2010 um 12:47 Uhr

    Kann dem nur beipflichten, vorallem aber gilt es den Kunden mit der eigenen Persönlichkeit zu überzeugen. Nur so kann unser tadeloses Beratungskonzept dem Kunden auch ein gutes Gefühl vermitteln.
    Gruß

    P.S. Sehr gutes Schlußwort 😉

  2. Andreas Brauer, 30. Juli 2010 um 13:21 Uhr

    Die Zukunft wird es zeigen, ob auch alle Kunden hinsichtlich ihres Riestervertrages in der Vergangenheit gut von jedem beraten wurden.

    Zumindest war der Bericht in der gestrigen Monitorsendung “Riestern für die Rüstungsindustrie” sehr interessant!

    Wer ihn noch nicht kennt:
    http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0729/riester.php5

    Muss jeder mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren in Anbieter zu investieren die ggffs. die sich an Unternehmen beteiligen die Waffen herstellen.

    Zum Glück haben wir nicht einen einzigen Vertrag der beiden im Bericht genannten Anbieter vermittelt, dass ich mich jetzt auf ein sonniges Wochenende freuen kann!

  3. Oliver Rumpf, 30. Juli 2010 um 13:54 Uhr

    Leider gibt es in jeder Branche “schwarze Schafe”. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Missstände aufgedeckt werden und der Verbraucher für mögliche Probleme sensibilisiert wird, solange er weiterhin differenziert und nicht alle “über einen Kamm scheert”.
    Nur Qualität setzt sich durch und wenn der Verbraucher lieber einmal mehr nachfragt um sich seiner Entscheidung sicher zu sein, dann wird dieser im Gespräch mit seinem Berater auch schnell merken, ob dieser wirklich im Sinne des Kunden und für ein gutes Ergebnis handelt, oder nur auf einen kurzfristigen Gewinn aus ist….

    Gruß
    Oliver Rumpf

  4. Claudia Müller, 30. Juli 2010 um 17:32 Uhr

    Persönlichkeit und Charakter machen den Unterschied. Solche Bewertungen legen die Hürden für alle noch höher und sorgen für immer grössere Verunsicherung. Von Vorteil ist das für niemanden, nicht für die Verbraucher, nicht für uns Vermögensberater, nicht für andere Mitbewerber. Schockierend ist allemal, dass bei einigen Marktteilnehmern noch immer kein Bewusstsein für Aufrichtigkeit, Respekt und Qualität vorhanden ist. Dafür gibt es keine Begründung und keine Rechtfertigung, weder vom einzelnen Institut, noch vom einzelnen Bankangestellten. Charakter und Fachwissen – dafür sollte es eine Art “Schufaauskunft” geben für jeden, der in dieser Branche tätig sein möchte.

    Ich bin mir sehr sicher, Herr Brauer, dass ich meine Kunden zum Thema Riester ausführlich und – vor allem – richtig beraten habe. Denn ich kenne die Bedingungen. Desweiteren berate ich meine Riester-Kunden jedes Jahr erneut, weil ein Riestervertrag jedes Jahr überprüft werden muss. Wenn alle Mitbewerber gleich gut beraten, gibt es keine Riester-Sparer mehr, die noch nie Zulagen erhalten haben und nicht einmal den erforderlichen Beitrag leisten, überhaupt nicht wissen, was es mit Riester wirklich auf sich hat.

    Magazine wie Monitor sind mir zu einseitig, qualitativ zu schlecht und zu reisserisch. Sie bringen mich nicht näher zu meinen Zielen. Falls Sie exakt wissen, wer in irgendwelcher Form in irgendein Unternehmen investiert, das in irgendeiner Form mit Rüstung zu tun hat – dann meiden Sie doch diese Anlagen. Passen Sie gut auf, dass Sie nie versehentlich indirekt in irgendeine Form von Rüstung investieren… ;-). Nicht jeder teilt Ihre Sichtweise und Ihre Einstellung. Inwieweit ein Riester-Sparer es als Falschberatung sehen würde, wenn ein Unternehmen, das in irgendeiner Art an seinem Riestervertrag beteiligt ist, in irgendein anderes Unternehmen investiert oder daran beteiligt ist, das in irgendeiner Form mit Rüstung zu tun hat, sei dahingestellt.

    Es ist erstaunlich, wie Sie aus einem Thema gleich das nächste generieren. Und wieder im gleichen Tenor: Bedenken, Zweifel, Kritik.

    Zielführender für jeden Einzelnen und die Gesellschaft allgemein, sind Zuversicht, Vertrauen und Optimismus. Bedenkenträger und Zweifler gibt es schon genug, Tatkraft und eine positive Einstellung sind gefragt! Für Berater jeglicher Couleur unverzichtbar. Oder haben sich Ihre Kunden für Sie entschieden, weil Ihr zweiter Vorname Kassandra ist?

    Ein schönes Wochenende… :-)!

  5. Thomas, 31. Juli 2010 um 02:39 Uhr

    Wann und wo hat die DVAG bei Stiftung Warentest gut abgeschnitten ?

    Man sollte erst selbst gut abschneiden, bevor man über andere richtet…

  6. Wolfgang, 31. Juli 2010 um 09:43 Uhr

    Sehr geehrter Herr Andreas Brauer,
    ich kann Sie nur beglückwünschen bei Ihre Auswahl von Riesterprodukten. Sie sind ein Vorbild mit Weitblick bei den Investments. Sie wissen auch heute schon was morgen Fondsmanager in das Portfolio stecken. Sie haben bis dato das Glück gehabt die genannten Institute nicht vermittelt zu haben. Stellen Sie doch Ihre Produkte mal vor. Ich bin mir ganz sicher, dass es viele Blog-Freunde gibt, die Sie mit Negtivargumenten nur so vollschütten.
    Sie haben ein reines Gewissen, ich bitte Sie darum Ihre Produkte zu nennen. Sollten Sie Finanzmakler sein, und davon gehe ich aus, sind Sie selbstverständlich für alles haftbar. Sie müssen Ihre Kunden nicht nur über Vorteile, sondern auch über alle Nachteile aufklären und protokollieren. Somit wird aus einer weissen Weste eine dunkelweisse Weste.
    Der unschuldige werfe den ersten Stein. Ich drücke Ihnen einen großen Stein in die Hand. Los geht`s
    Gruß Wolfgang

  7. Wolfgang Stadler, 31. Juli 2010 um 10:31 Uhr

    hmmm… lieber Herr Brauer, ähnliches wie Wolfgang eben hab ich mir heute früh beim Frühstück auch gedacht. Das ist ehrlich gesagt ein ziemlich effektgeiler Bericht von Monitor gewesen, der aber wie zumeist auch nur die eine Seite beleuchtet. Mir gefallen diese Berichte i.d.R. nicht, da diese nicht objektiv sind – wer kann schon sicherstellen, dass er nicht gerade einen dieser “belasteten” Fonds erwischt? Hier auf einzelnen Instituten rumzuhacken ist unfair, da vermutlich viele, viele weitere betroffen sind.

    Bitte – lassen wir dieses Thema “Rüstung” hier weg – es geht um die Bankenberatung. Und die ist oft peinlich.

    2 Beispiele:

    Ich kenne Leute, die 2009 gebaut haben und von der Bank kein Riester-Darlehen angeboten bekommen hatten – es wurden normal Bankdarlehen und KfW abgeschlossen. Auf meinen Hinweis hin gingen diese in die Bank. Der Banker empfahl den beiden den Abschluss einen Riester-Fonds, mit dem nach 10 Jahren ein Teil der Darlehen getilgt werden sollte. Peinlich, da diese Entnahme aus dem Vertrag nicht möglich ist. Traurig, da der Vertrag sogar zustande kam.

    Eine andere Familie brauchte Geld von der Bank für verschiedene Maßnahmen. Obwohl die Familie Geld in verschiedenen niedrig verzinsten Geldanlagen bei dieser Bank hatte, wurde ein Ratenkredit mit 7,9% abgeschlossen. Traurig, da hier scheinbar die linke Hand nicht weiss, was die rechte macht.

    weiter so, Banken – für uns ist´s gut 🙂

    schönes WE!

  8. Eugen Schmidt, 31. Juli 2010 um 10:43 Uhr

    Hallo Wolfgang,

    Herr Brauer ist seinen Beiträgen nach zu urteilen kein Makler sondern DVAG´ler.

    Ob alles so toll empfehlenswert ist im PremiumProdukthaus DVAG wage ich zu bezweifeln. Aktuelle Beispiele: BKK Gesundheit (20%!!! ausgetreten letzten Monate) oder Central oder siehe Blogbeiträge die knapp nur 3% Rendite beim ersten Flexpensionskonzept ohne Aussicht auf Steigerung.

    Bitte korrigieren Sie mich wenn ich falsch liege ……………….

  9. Christian Loose, 1. August 2010 um 10:18 Uhr

    @ Andreas Brauer

    Gut, dass Sie keines der beiden Riester-Produkte vermittelt haben.
    Ich übrigens auch nicht.
    Jedoch werden gerade mal genau diese zwei Produkte erwähnt oder
    glauben Sie, Monitor hat 495 weitere durchleuchtet und für gut befunden?
    Ich glaube das nicht und deswegen seien Sie sich nicht so sicher, ob Sie
    als Makler nicht doch ähnlich investierte Produkte vermittelt haben.
    Monitor kann nicht ALLE Produkte durchleuchten!

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Christian Loose

  10. Wolfgang Reinhardt, 1. August 2010 um 11:17 Uhr

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    Herr Brauer ist definitiv kein DVAG-Vermögensberater, aber dazu wird er sicher selbst noch etwas sagen. Ich schätze seine Meinung sehr, allerdings bin ich in diesem Fall nicht seiner Meinung.

    Sie zu korrigieren würde einen ganzen Vormittag in Anspruch nehmen. Ich halte es aber für wenig zielführend, in so einem Blog über einzelne Produkte zu diskutieren, da dies immer Einzelfallbetrachtungen sind, die sich aus der konkreten Kundensituation ergeben.

    Nur soviel zu den genannten Unternehmen: Die Central ist ein vielfach ausgezeichneter Krankenversicherer, zuletzt als bester privater Krankenversicherer Deutschlands. Die DWS ist die erfolgreichste Investmentgesellschaft Deutschlands, und hat quasi seit zwei Jahrzehnte ein Abonnement auf diesen Titel. Die BKK Gesundheit ist einer unserer neueren Partner und zeichnet sich durch einen erstklassigen Service aus. Da alle gesetzlichen Kassen vom Leistungsspektrum quasi gleichgeschaltet sind, ist dies beinahe das wichtigste Kriterium. Die 20%, die ich Ihnen jetzt einfach mal abkaufe, haben sicherlich etwas mit der Verunsicherung der gesetzlich Krankenversicherten zu tun, gegen die auch wir Vermögensberater manchmal machtlos sind. Ich für meinen Teil konnte meine BKK-Kunden zu 100% halten, aber die BKK Gesundheit hat wohl den “Fehler” gemacht, mit offenen Karten zu spielen, und den Zusatzbeitrag sofort zu erheben, auch um finanziell weiterhin solide zu wirtschaften. Andere haben großspurig damit geworben, auf den Zusatzbeitrag zu verzichten, um in 2010 neue Mitglieder zu akquiriren, und den Zusatzbeitrag dann im nächsten Jahr durch die Hintertür einzuführen. Eine dieser Kassen ist im übrigen hier in Berlin die City BKK, die zuletzt einräumen musste, de facto pleite zu sein.

    Es liegt in Ihrem Ermessen, welches Verhalten Sie als fairer und letztlich kundenorientierter einstufen.

    Ich stimme Herrn Dr. Lach in vollem Umfang zu, wenn er sagt, dass in den “Schmuddelforen” gerne ohne fachliche Basis gehetzt und gepöbelt wird. Wir schätzen hier vor allem die seriöse Beurteilung unseres Unternehmens und seiner Partnergesellschaften, auf der Basis von Fakten.

  11. Andreas Brauer, 1. August 2010 um 16:51 Uhr

    @ Wolfgang Reinhardt

    So ist es.

    Ich bin definitv kein Vermögensberater, sondern Versicherungsmakler.

    Dazu bekenne mich von Anfang an in diesem Blog mit richtigem Vor- u. Zunamen.

    Im übrigen wollte ich mit meinem obigen Kommentar keine “Lawine” lostreten, sondern lediglich auf einen Bericht hinweisen.

    Zum einen schreibe ich wörtlich im Text “ggffs.”, was so viel bedeuetet wie:
    Wenn der Bericht der Wahrheit entsprechen sollte………

    Zum anderen schreibe ich “Zum Glück” haben wir keine dieser genannten Produkte vermittelt. Ebensowenig wie Produkte der Prisma Life die an anderer Stelle hinsichtlich des Honorarmodells hier diskutiert werden….

    Falls Gesellschaften tatsächlich in Waffen investieren, werde ich diese umgehend meiden, egal wie diese dann auch immer heißen mögen.

    Nicht mehr, nicht weniger.

    Bitte erst richtig lesen, dann die Keule auspacken 🙂

    Allen Bloggern hier noch einen schönen u. erholsamen Sonntag!

  12. , 1. August 2010 um 17:00 Uhr

    @ Thomas

    Es waren ganz und gar nicht wir, die “gerichtet” haben, es war die Stiftung Warentest.

  13. Wolfgang Stadler, 1. August 2010 um 19:02 Uhr

    ein kurzes Wort am Sonntag-Abend – nach Grillen und ein paar Espressi 🙂

    Ich möchte Herrn Brauer für seine jederzeit fairen und absolut objektiven Berichte hier danken. Er ist aufrichtig, er steht mit seinem Namen hinter seinen Gedanken – und er läßt sich auch mal von einer anderen Meinung “begeistern”.

    Das wäre schon genug für die Netiquette hier – die meisten schreiben ja anonym und oft auch viel Käse.

    Wo ich schon wieder beim Essen wäre – aber davon hab ich erst mal genug.

    einen herzlichen Gruß aus dem Altmühltal

  14. Michael Miedl, 1. August 2010 um 19:08 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    zwischendurch mal ein Danke an Herrn Brauer, denn er gibt sich tatsächlich mit vollen Namen zu erkennen und verfügt seinen Kommentaren zufolge auch über Expertenwissen, welches ich mir von manch anderen Kollegen auch wünschen würde, bevor sie zu Schreiben beginnen.
    Ein faires Verhalten würde übrigens unserer ganzen Branche weiterhelfen,
    denn vielleicht liest gerade ihr Kunde einen der Kommentare!

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  15. As-Cluber, 1. August 2010 um 22:29 Uhr

    @ Thomas

    Gute Idee von Ihnen, das endlich mal die DVAG getestet werden sollte bei finanztest……… Nur, gegen wenn soll sie den antreten und in welchen Disziplinen???

    Was die RiesterRente der AM-Leben angeht, so liegt mir als langjähriger Leser ein Schreiben von Finanztest vor, in welchem sie die Riesterrente der AM-Leben explizite empfiehlt. Nur so mal am Rande…..

  16. Christian Loose, 1. August 2010 um 22:50 Uhr

    @ Wolfgang Reinhardt

    Eine kleine Ergänzung zur BKK Gesundheit:
    Sie ist die größte BKK Deutschlands mit über 1,5 Mio. Mitgliedern.
    Übrigens Glückwunsch zu den 100%!
    Ich konnte 95% halten, was aber auch nicht so schlecht ist.

    Alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

  17. Tobias Bartelt, 5. August 2010 um 11:12 Uhr

    Noch etwas zur BKK Gesundheit.

    Die BKK Gesundheit bietet einen ausgezeichneten Service, soviel steht fest.

    Ich persönlich habe die BKK im Mai 2009 als neuen Produktpartner der DVAG kennengelernt, damals noch als BKK Fahr. Die damalige BKK Fahr ist mit der BKK Taunus und der alten BKK Gesundheit, zur neuen BKK Gesundheit fusioniert.

    Das die 1,5 Mio. Mitglieder nicht gleich 1,5 Mio. DVAG Kunden sind, dürfte, gerade nach der Fusion, wohl auch klar sein.

    Und das die BKK Gesundheit ca. 20% ihrer Mitglieder, wegen des Zusatzbeitrags, verloren hat, sagt nichts über die Qualität der BKK aus, sondern nur über diejenigen, die die BKK verlassen haben und ist in keinster Weise auf die Beratungskompetenz der einzelnen Vermögensberater zurückzuführen, noch auf die Partnerwahl der DVAG im Allgemeinen.

    Einen schönen Tag noch.

    MfG Tobias Bartelt