Versicherungen online?

26. Juli 2010 | 1.166 mal gelesen

Manch einer kauft Versicherungen im Internet, weil es dort billiger ist. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern kann auch “bös ins Auge gehen”.

Das bekommen jetzt viele der rund 50.000 Kunden der Autoversicherungsmarken Ineas und LadyCarOnline am eigenen Geldbeutel zu spüren. Denn die Muttergesellschaft beider Marken, der niederländische Versicherer International Insurance Corp. ist illiquide, weil Policen im Internet zu Dumping-Prämien angeboten wurden.

Kaskoschäden werden jetzt voraussichtlich gar nicht mehr reguliert. Bei Haftpflichtschäden ist dies im Zweifel über den Verein Verkehrsopferhilfe gewährleistet, dann aber mit 2.500 Euro Eigenbeteiligung des Schädigers. Sonderkündigungsrechte der Kunden sind rechtlich umstritten, und der Versicherer pocht auf Fortzahlung der Prämie.

So zeigt sich, dass billig nicht immer günstig und gut ist. Und dass der Online-Einkauf bei Versicherungen mit erheblichen Risiken verbunden ist.

Kurzum: Wieder einmal eine eindrucksvolle Bestätigung des Geschäftsmodells der DVAG Deutsche Vermögensberatung. Denn unsere Kunden müssen sich nicht mit viel Zeitaufwand im Internet um Versicherungsschutz bemühen. Das regeln unsere Vermögensberater mit bester Beratung und Top-Service. Und wir machen nicht “billig”, sondern setzen auf Premiumpartnerschaften, also auf Anbieter mit bestem Renomeé und höchster Solidität, damit unsere Kunden nicht auch plötzlich ohne Versicherungsschutz dastehen.

Genauso wie wir im Bereich Bank und Investment auf das Angebot hochspekulativer Anlageformen verzichten, und so unseren Kunden das Risiko eines Totalverlustes ersparen.

“Früher an Später denken”, eben 🙂


Kommentare für diesen Artikel (13)

  1. Wolfgang Stadler, 26. Juli 2010 um 10:31 Uhr

    Die in D oft währende Geiz-ist-Geil-Mentalität kommt halt leider oft erst beim Schaden zum Tragen, wenn die Regulierung über den Versicherer warum auch immer nicht erfolgt.

    Und die Versicherung ist halt ein Produkt, das man nicht kaufen kann, wenn man es braucht…

    und wie sagte Dr. Pohl – Menschen brauchen Menschen, darum wird das Internet NIE einen Finanzberater ersetzen!

  2. Wolfgang Reinhardt, 26. Juli 2010 um 10:42 Uhr

    Die Suche nach dem günstigsten Angebot ist sicherlich ein Motiv bei vielen Online-Abschlüssen. Ein weiteres Motiv ist aber definitiv, dass bislang nicht der richtige Berater gefunden wurde. Viele Kunden haben einfach keine Lust, sich mit “anstrengenden” Beratern rumzuschlagen, mehrmals übervorteilt zu werden, bis sie dann irgendwann den Richtigen gefunden haben. Kunden, die diesen für sie passenden Berater endlich entdeckt haben, hören ganz schnell auf, im Internet zu experimentieren. Dies sind meine ganz persönlichen Erkenntnisse.

    Über diese Tatsache wird ungerne gesprochen, weil man sich dann an seine eigene Nase fassen muss. Es ist sicher einfacher, über den Geiz-Ist-Geil-Kunden zu meckern, der wie eine Heuschrecke von Versicherer zu Versicherer zieht. Schwieriger ist es, seine eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen zu hinterfragen. Dies gilt erstmal ganz unabhängig von den Angeboten, die der Berater in der Tasche hat, denn es ist der Mensch, der “gekauft” wird.

    Wenn ich mir so einige Kommentare und Diskussionsführungen hier im Blog anschaue, sehe ich diese These leider bestätigt. Welcher Kunde hat wirklich Lust, sich mit besserwissenden (überwiegend) “Alpha-Männchen” herumzuschlagen, dessen persönliches Ego keinen Raum für die Wünsche und Ziele des Anderen lässt?

    Einfach mal drüber nachdenken…

  3. Thomas, 26. Juli 2010 um 16:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    ich verfolge diesen Blog täglich. Es ist immer wieder interessant und manchmal auch amüsant, wo bzw. bei welchen Gelegenheiten Sie alles eine eindrucksvolle Bestätigung des Geschäftsmodells der DVAG Deutsche Vermögensberatung sehen, respektive vermuten.

    Doch dies soll nicht der Kern meines Kommentars sein. Im Hinblick auf die betroffenen Kunden der beiden o. g. strauchelnden Versicherer bin ich ja fast geneigt, “Selber schuld!” zu sagen. Wer billig will, wird eben auch billig bekommen. Das ist halt die klassische “Geiz-ist-Geil-Mentalität”, die seit einigen Jahren in Deutschland vorherrscht. Billig ist eben nicht unbedingt günstig, da Qualität nunmal ihren Preis hat.

    So sagte schon John Ruskin (1819 – 1900) – englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialreformer/-philosoph:

    Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

    Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu er-halten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risi-ko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

    Und der irische Dramatiker und Schriftsteller Oscar Wilde (1854 – 1900)
    schrieb:

    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack – das Beste ist für mich gerade gut genug. Ich bin zu arm, um mir was Billiges leisten zu können!

    Insofern gebe ich Ihnen Herr Dr. Lach in einem Punkt recht: Kunden sollten auf Anbieter mit bestem Renomeé und höchster Solidität setzen, damit Sie nicht auch plötzlich ohne Versicherungsschutz dastehen.

    In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen und erfolgreichen Tag.

    Thomas

  4. , 26. Juli 2010 um 18:10 Uhr

    @ Thomas

    Eine kleine Ergänzung: “Wer billig kauft, kauft zweimal”.

  5. Thomas, 26. Juli 2010 um 23:08 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    Sie hatten mein vorangegangenes Statement mit “WER BILLIG KAUFT, KAUFT ZWEIMAL!” ergänzt. Und in dem o. g. Fall haben Sie damit absolut recht.

    Folgendes habe ich gerade in T-Online gelesen und es bestätigt Ihre Ausführungen zu 100 %:

    “Zwei von der Pleite bedrohte Kfz-Versicherer wollen ihre Kunden nicht kündigen lassen. Ein außerordentliches Kündigungsrecht bestehe nicht, erklären die Versicherer Ineas und Lady Car Online auf ihrer Internetseite. Die beiden Versicherer, die selbst womöglich nicht mehr für Schäden ihrer Mitglieder aufkommen können, raten dazu, eine zweite Kasko-Versicherung abzuschließen und damit dann die Kfz-Versicherung teils doppelt zu bezahlen.”

    Meine Meinung dazu: “Mehr Kunden-Verhöhnung geht nicht!”

    T-Online weiter: “Kaum ein Experte zweifle noch daran, dass Kunden einer Versicherung in Geldnot ein Recht auf Sonderkündigung hätten. Auch Versicherungsombudsmann Günter Hirsch, der für die Vermittlung in Streitfällen von Versicherungen und Kunden zuständig ist, sei dieser Ansicht.

    Kunden der beiden Kfz-Versicherungen sollten deshalb kündigen und parallel bei einem anderen Versicherer abschließen, um nicht ohne Versicherungsschutz zu sein. Mehrere Anbieter böten dafür bereits verbraucherfreundliche Lösungen an.”

    In diesem Fall kann ich nur nochmals wiederholen: Kunden sollten auf Anbieter mit bestem Renomeé und höchster Solidität setzen, damit Sie nicht auch plötzlich ohne Versicherungsschutz dastehen.

    In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Abend.

    Thomas

  6. Marcel H. Costin, 26. Juli 2010 um 23:40 Uhr

    ZITAT 1:
    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    ich verfolge diesen Blog täglich. Es ist immer wieder interessant und manchmal auch amüsant, wo bzw. bei welchen Gelegenheiten Sie alles eine eindrucksvolle Bestätigung des Geschäftsmodells der DVAG Deutsche Vermögensberatung sehen, respektive vermuten.

    ZITAT 2:
    Insofern gebe ich Ihnen Herr Dr. Lach in einem Punkt recht: Kunden sollten auf Anbieter mit bestem Renomeé und höchster Solidität setzen, damit Sie nicht auch plötzlich ohne Versicherungsschutz dastehen.

    Und genau in diesem Punkt sieht (und weiß) die DVAG (um) die eindrucksvolle Bestätigung des Geschäftsmodells der DVAG. 😉 Genau diese Feinheiten machen es in der Summe aus.

    Das sehen natürlich Viele anders. Logo!

    Wo ist eigentlich die Grenze? Würden Versicherungen kostenfrei verschenkt, wieviele Leute würden diese dann auch noch nehmen??? Wenn ich Bergsteigen gehe, nehme ich doch auch nicht das Nähgarn, anstelle des Hightech-Seils, weil es am billigsten war.
    Ich denke die Schwierigkeit ist, dass kein Mensch ein Gefühl für das Verhältnis entwickeln kann, zwischen Beitragszahlung und im Gegenzug erbrachter Leistung, respektive zwischen, “Ich wiege 90kg und brauche dafür Minimum ein 90kg-tragfähiges Seil zum Preis X”. Die Marketingabteilung verspricht einem ja, genau wie jede andere, immer die beste Leistung wo gibt!

    Vielleicht sollte man den Werbespots mal ein Ampelmodell aufs Auge drücken? “Dieser Werbespot wurde unabhängig geratet von…, der Realitäts- & Tatsachengehalt entsprich Y%… = GELB”

    Und der Engel, der einem den ganzen Tag hinterherrennt, will auch bezahlt werden! Nähe hat eben ihren Preis! 😉

    Mit bestenGrüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin

    In Kooperation mit “Die Krisenmanager & Associates” http://www.Krisenmanager.info – Partner der Gründerwoche 2010

  7. Norbert Strauß, 27. Juli 2010 um 07:58 Uhr

    Es fast schon alles gesagt. Insbesondere ist es das, was Wolfgang Reinhardt sagt zu bedenken. Es gibt den schönen Satz “Wer nur über den Preis kauft wird über den Preis verlieren !” – und gleiches gilt wenn man vor das “kauft” ein “ver” setzt.
    Einen schönen Tag
    Norbert Strauß

  8. Frank Schmidt, 27. Juli 2010 um 19:46 Uhr

    Bitte vergessen Sie aber nicht, dass es in einer freien Wirtschaft durchaus auch möglich ist, für weniger Geld, mehr zu bekommen. Ist doch auch ein schöner Slogen: “Heute weniger zahlen, morgen mehr Haben!”.

    MfG
    FS

  9. Andreas Eswein, 28. Juli 2010 um 09:34 Uhr

    @Schmidt

    Ja das kann schon sein. Der spruch könnte auch so gehen: Heute wenig zahlen, morgen nichts mehr haben! Wie wir oben sehen können (leider)

    Sonnige Grüße
    Andreas Eswein

  10. H. Becker, 17. August 2010 um 15:56 Uhr

    ZDF-WISO
    Kfz – Haftpflichtwechsel

    Ab 1. September nicht mehr versichert!!!
    Kunden, die bei den Internetversicherern Ineas und LadyCarOnline eine Kfz-Haftpflicht- oder Kasko-Versicherung abgeschlossen haben, stehen ab 1. September ohne Versicherungsschutz da. Der Grund: Das Betreiberunternehmen, der niederländische Versicherer International Insurance Corporation (IIC), steht vor der Insolvenz.
    Ein Gericht hat die Notverwaltung verfügt und alle Versicherungsverträge zum 31. August, 24 Uhr, gekündigt.

    Ohne Haftpflicht machen sich Autofahrer strafbar
    Betroffene müssen sich einen neuen Anbieter suchen – möglichst schnell. Denn wer unversichert Auto fährt, macht sich strafbar und riskiert die Zwangsstilllegung des Fahrzeugs. ADAC und Stiftung Warentest empfehlen betroffenen Autofahrern, von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen und eine neue Versicherungspolice abzuschließen.
    Dies geht bei vielen Versicherern mit sofortiger Wirkung. Einer Kündigungsbestätigung der IIC bedarf es dazu nicht, so die Stiftung Warentest.

    Garantiefonds helfen nur teilweise
    Für Opfer von Unfällen mit Autos, die bei Ineas oder LadyCarOnline versichert sind, springt die Verkehrsopferhilfe als Garantiefonds ein. Gegen Kasko-Schäden sind Ineas- und LadyCarOnline-Kunden allerdings bereits jetzt nicht mehr abgesichert, hierfür gibt es keinen Garantiefonds. Betroffene können ihre Ansprüche lediglich gegenüber dem Insolvenzverwalter der IIC anmelden – mit ungewisser Aussicht auf Erfolg.

    von Armin Fluhrer und Stephan Kolbe

    Quelle: http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/12/0,1872,8100908,00.html

  11. Heinrich Kardorf, 18. August 2010 um 12:30 Uhr

    @ all zum Thema Ineas

    Da trifft mich doch fast der Schlag als mich vor ca. 2 Wochen einer meiner besten Freunde anrief und mir sein Leid klagte.

    “Ich bin bei der Ineas versichert”

    Ups, dachte ich, da hast Du jetzt aber ein bischen Arbeit vor dir. Denn die Ineas gibt den SFR auf dem üblichen Wege nicht mehr weiter, sondern der VN muss von Eides Statt erklären in welchem SFR er eingestuft ist. Telefonhotline – Fehlanzeige.

    Im großen und ganzen kein Problem dem Kunden hier weiterzuhelfen aber die Frage ist wie kommt es nun dazu?
    Seit 13 Jahren bin ich als Vermögensberater tätig und das wusste auch
    dieser gute Freund. Oft genug haben wir über meinen Beruf und den hervorragenden Service den ich bieten kann gesprochen. Trotz dessen wurden Versicherungen bei Direktanbietern abgeschlossen warscheinlich in dem Glauben, dort einen günstigeren Beitrag bei ähnlichen oder sogar gleichen Leistungen zahlen zu müssen.

    Doch in diesem Beispiel irrte der Kunde, denn als ich meinen Preis für seine KFZ Versicherung präsentierte, staunte er nicht schlecht.

    Die Aachen Münchener Versicherung verlangte 70 € jährlich weniger als sein bisheriger Direktanbieter Ineas und das bei weitaus besseren Leistungen.
    Als ich dem Kunden dann mitteilte, das dieser Preis unter Umständen nochmals um 20 % gesenkt werden könne wenn er denn seine Kompositverträge ebenfalls umdecken würde, hatte sich das Thema Direktanbieter aus dem Internet für diesen Kunden erledigt.

    Keine Beratung, kein Service,im grössten GAU (Pleite des Versicherers) keine Hotline mehr und “nicht immer” günstigere Preise bei ähnlichen oder besseren Leistungen.

    Einen schönen Tag an alle

  12. Wolfgang Stadler, 18. August 2010 um 17:14 Uhr

    @ Heinrich Kardorf – ich dachte immer, wir wären soo teuer und nicht marktfähig?

  13. Heinrich Kardorf, 18. August 2010 um 19:23 Uhr

    @ Wolfgang

    und wieder einmal haben wir hier eine Frage geklärt deren Antwort wir Vermögensberater schon lange kennen. ( ;