Versorgungslücken weit größer?

2. Juli 2010 | 1.080 mal gelesen

Explosives berichtet das Versicherungsjournal in seiner Ausgabe vom 28. Juni 2010 unter der Überschrift „Lebenserwartung steigt schneller als erwartet“.

Der Beitrag bezieht sich auf eine Studie der Universität zu Köln zur Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland.

Bislang durften wir aufgrund der Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes davon ausgehen, dass die durchschnittlichen Lebenserwartungen eines heute geborenen Mädchens bei 82,4 Jahren und eines Jungen bei 77,2 Jahren liegen.

Allein schon diese Werte waren Anlass genug, den Menschen dringend zum Abschluß privater Altersversorgungs- und Pflegeversicherungen zu raten. Denn die gestiegene Lebenserwartung ist – neben der zu geringen Anzahl von Neugeborenen und der zu geringen Beitragszahlungsdauer in der gesetzlichen Rentenversicherung – der wichtigste Faktor für die stetig zunehmende Versorgungslücke im Alter in breiten Bevölkerungskreisen.

Nun kommt möglicherweise alles noch viel besser – die Menschen in Deutschland werden noch viel länger leben. Oder noch viel schlimmer, denn damit wachsen die Probleme der gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung weit dramatischer als bisher angenommen. Denn: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt nicht bei 82,4 Jahren (Frauen) bzw. 77,2 Jahren (Männer), sondern bei sage und schreibe 92,7 bzw. 87,6 Jahren, also jeweils ziemlich genau 10 Jahre darüber, so die Universität zu Köln in ihrer Studie.

Unklar bleibt im Beitrag des Versicherungsjournals, worauf diese eklatante Abweichung beruht. Offensichtlich scheint das mathematische Modell der Universität zu Köln differenzierter zu sein, wobei wohl auch Daten der privaten Versicherungswirtschaft mit eingeflossen sind. Die muss naturgemäß in privaten Lebens-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen ebenfalls mit Annahmen zur Lebenserwartung die Prämien kalkulieren. Dabei werden schon heute Puffer einkalkuliert, um dem Trend gerecht zu werden.

Bleibt als Essenz: Wenn die Berechnungen der Universität zu Köln auch nur annähernd stimmen, werden sich die Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Sozialversicherung weit dramatischer verschärfen als bisher angenommen. Umso mehr empfiehlt sich die Konsultation eines Vermögensberaters der DVAG Deutsche Vermögensberatung, um sich über alle Möglichkeiten für sinnvolle Vorsorge im Alter, bei Krankheit und bei Pflegebedürftigkeit zu informieren.


Kommentare für diesen Artikel (8)

  1. Peter Neu, 6. Juli 2010 um 15:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    mit Studien dieser Art muss man vorsichtig umgehen. Es gab in 1960er Jahre Studien von angesehen Experten, die belegten, das Rauchen NICHT gefährlich ist. Diese Wissenschaftler haben später unter Eid diese Aussage bestätigt!!
    Heute wissen wir, alle damaligen Studien waren von der Zigarettenindustrie bezahlt , inklusive der “Experten”.
    Ich kenne Studien (z.b. http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/168/3/264) die im “Archives of internal medicine” veröffentlicht worden sind, die genau das Gegenteil behauptet. Die Lebenserwartung sinkt !!
    Interessant ist auch eine Studie vom “National institute on aging” (http://www.nia.nih.gov/NewsAndEvents/PressReleases/20070305boomers.htm) dass der Gipfel der Lebenserwartung bald erreicht ist.
    Unter Berücksichtigung der Kindersterblichkeit, werden wir heute nicht viel älter als unsere Ururgroßmutter Geburtsjahr 1885.
    Wenn 5 Kinder Ihren 1. Geburtstag nicht erleben, Kind Nr. 6 wird sensationelle 120 Jahre alt, dann hatten alle 6 Kinder eine Lebenserwartung von nur 20 Jahren!!
    Es gibt sogar eine Altersstudie der Bundesregierung die aussagt, dass die Lebenserwartung deutlich zurückgeht. Aufgrund von politischem Druck versucht diese Regierung diese Studie ( die sie selbst in Auftrag gegeben hat) zurück zu halten!!
    Aber nicht auszudenken was passiert, wenn herauskommt, das die Lebenserwartung zurückgeht.
    Noch eins, es heißt immer “…die Lebenserwartung der HEUTE (2010) geborenen Kinder (Menschen)…! Wenn ich 1970 geboren bin, hat die o. g. Aussage nur marginalen Einfluss auf meine Lebenserwartung.
    Also keine Panik…
    Gruß Peter Neu

  2. Wolfgang Reinhardt, 6. Juli 2010 um 16:05 Uhr

    Lieber Herr Neu,

    aus meiner bescheidenen Sicht sind Sie mit zwei Risiken konfrontiert:

    1. Sie sterben früher als Sie hoffen.
    2. Sie leben länger als Sie glauben.

    Nun ist es den Studien aber relativ egal was Sie glauben oder hoffen. Meine Aufgabe als Vermögensberater besteht darin, den Menschen bei der Bekämpfung des 2. Risikos zu unterstützen.

    Wie ich bereits an Ihren Äußerungen zum Thema “Honorarberatung” erkannt habe, bin ich aber auch weiß Gott nicht Vermögensberater geworden, um Kunden wie Sie zu beraten. Es ist vornehmlich Ihre Arroganz, mit der Sie hier auftreten, die Sie als ernst zu nehmender Diskussionspartner disqualifiziert.

  3. Claudia Müller, 6. Juli 2010 um 18:56 Uhr

    Ein 1970 geborener Mann hat eine Lebenserwartung von statistisch 91,9 Jahren, im besten Fall.

    Die Lebenserwartung steigt, das ist nicht diskutabel. Es wäre grob fahrlässig von einem professionellen Berater, seinen Kunden die Zusammenhänge nicht zu erläutern. Menschen, die den Verschwörungstheorien des Herrn Neu verfallen, sind ohnehin nicht beratungsfähig und somit nicht meine Zielgruppe. Wenn diese Menschen irgendwann feststellen werden, dass sie ausgerechnet das sechste, statistische, Kind (laut Herrn Neus Ausführungen) sind und 120 werden – ja dann, dann verspricht es äusserst interessant zu werden. Ich hoffe, dass auch Herr Neu ein sechstes Kind ist. Dann kann er zumindest eine modifizierte Verschwörungstheorie zum Besten geben.

    Ist Herr Neu ein zweiter Einstein? Ist Herr Neu wie eine schlimme Krankheit? Oder ist Herr Neu ein Ritter von trauriger Gestalt?

    (Dient ausschliesslich der demokratischen Meinungsfindung. Demokratie ist Herrn Neu sehr wichtig.)

  4. SD, 8. Juli 2010 um 20:41 Uhr

    Bei vielen Bildreportagen aus Afrika bemerke ich, dass die Menschen dort mit den sie täglich umgebenden Fliegen total ignorant umgehen. Sie scheinen die Fliegen nicht zu bemerken. Es juckt sie nicht.
    Ich reagiere noch auf jede Fliege, die mich ansteuert.
    Meistens reagiere ich stärker als notwendig.

    Dabei:

    Ist es doch (nur) ein Insekt und darf wegen der Evolution auch leben. Ist sogar notwendig, wird nähmlich gefressen, dazu ist es da.
    Wenn etwas Neu heißt, kann es gut sein, muss es aber nicht. Es bleibt ein Insekt.
    Ich mach es zukünftig wie die Menschen in Afrika.
    Ich kann die Fliege nicht verändern, sie wird immer anfliegen, was sie mag.
    Also Tschüß, neue Fliege, such dir ein anderes Feld, ich nehme jetzt mein afrikanisches Insektenspray.
    Ändern kann ich weder dich noch mich, du bist eine Fliege, ich ein VB.

  5. , 8. Juli 2010 um 22:01 Uhr

    @SD

    Die Gedanken sind frei… Doch mich stört die Nähe zwischen Fliege und VB. Können Sie das netterweise näher erläutern?

  6. Wolfgang Stadler, 9. Juli 2010 um 09:25 Uhr

    @ SD – schön, wie Sie Herrn Peter “Neu” künftig ignorieren, ich hätte auch gerne von diesem Ignoranzspray 😉

  7. Andrea, 9. Juli 2010 um 23:15 Uhr

    Hallo alle zusammen,

    wenn 6 Kinder geboren werden …. u.s.w. …. dann haben alle 6 Kinder eine Lebenserwartung von 20 Jahren. Lieber Herr Neu, nach Ihrer Rechnung würde dann keine Rente mehr zu zahlen sein !!! (werden ja statistisch alle nicht älter als 20) Super Geschichte !
    Ups, was macht dann das sechste Kind im Alter ??? Denn das sechte Kind wird trotzdem 120. Auch wenn andere dieses Alter nicht erleben werden und schon bis zum ersten Lebensjahr versterben. Haben wir immer noch das Problem das die meisten, die älter werden, eben faktisch doch an die 100 Jahre werden. (also älter als die meisten heutigen Rentner) Somit auch länger Rente benötigen. Heißt für mich eigentlich nur, das derjenige der eben so alt wird noch mehr auf die private Vorsorge angewiesen ist als vorher.
    Hmmm ….. hinkt irgendwie ein wenig …… Ihre Rechnung.
    Wenn sie den Statistiken nicht vertrauen, wieso glauben Sie dann den von Ihnen angeführten Statistiken und Studien ? Weil diese in Ihre Welt passen ?
    Übrigens … auch Vermögensberater schauen ab und zu mal nach rechts und links ! Aber Sie haben bestimmt selbst für die Rente eine Lösung …. lassen Sie mich raten ….. Indexfonds ? :-))) Ach stimmt ja … auch diese brauchen Sie in diesem Fall ja nicht …. Sie werden ja nicht älter als Ihre Ururgroßmutter !
    Wenn man mehrere Ihrer Kommentare liest (zu verschiedenen Blogthemen)
    werden die Wiedersprüche nicht gerade weniger. Ich werd es zukünftig so halten wie mein Kollege mit der Fliege.
    Für alle die älter werden als ihre Ururgroßmutter gibt es ja Vermögensberater.
    Viele Grüße Andrea

  8. M. S., 10. Juli 2010 um 12:31 Uhr

    @ Andrea

    Her Neu hat noch ein ganz anderes Problem… er versteht den Sinn seiner geposteten Artikel nicht:

    Es geht nicht darum, dass die Lebenserwartugn sinkt, sodnenr es geht um die im Alter auftretenden Krankheiten. Wir alle wissen, dass diiese dazu führen, das der Mensch mehr Geld braucht, denn weniger. (Die Untersuchungen beziehen sich im übrigen auf die USA)

    Dementsprechend ist seine Schlussfolgerugn falsch: Richtig wäre: Mann/Frau brauchen im ALter mehr Geld, weil höhere Kosten auf diese zukommen UNd durch die gute medizinische Versorgung werden die Menschen älter.

    @ Herr Peter Neu

    Ohne Altersvorsorge werden nicht nur Sie ziemlich ALT aussehen 😉