Formaxx in Schieflage?

29. Juni 2010 | 1.123 mal gelesen

In unseren Beiträgen vom 26.11.2009 und 19.05.2010 haben wir bereits auf die unklare Situation des jungen Hannoveraner Vertriebs Formaxx hingewiesen.

Ein aktueller Bericht der Financial Times Deutschland bringt neues Licht ins Dunkel. Demnach soll Formaxx “dringenden Finanzbedarf” und sich diesbezüglich an diverse Versicherer gewandt haben. Die ohnehin schon millionenschweren Verbindlichkeiten gegenüber Versicherern würden sich damit weiter erhöhen. Nicht unbedingt ein Garant für Unabhängigkeit, wie sie sich Formaxx eigentlich auf die Fahnen schreiben wollte.

Ohnehin scheint nicht mehr viel übrig zu sein. Informationen zu den Umsatzerlösen wurden bislang nicht veröffentlicht, eine Gewinn- und Verlustrechnung noch nicht vorgelegt, obgleich das Unternehmen am 01.10.2007 gegründet wurde. Die Anzahl der Berater ist bereits rückläufig, bei einem derart jungen Unternehmen klares Indiz für erhebliche Schwierigkeiten. Eine davon: Die Software, mit der die nach Angaben von Formaxx revolutionäre Kundenberatung hätte erfolgen sollen, steht erst ab 2011 zur Verfügung. 

So entsteht für den Außenstehenden wie uns als DVAG Deutsche Vermögensberatung der feste Eindruck, dass die Ambitionen, mit denen die Gründung von Formaxx einherging, doch ziemlich überzogen waren.

Es bleibt spannend, die weitere Entwicklung zu verfolgen.


Kommentare für diesen Artikel (15)

  1. Harri Schultze, 29. Juni 2010 um 12:35 Uhr

    wie schon oft gesagt:

    Verbindlichkeit bedingt Abhängigkeit

    Besser wie bei der DVAG:

    Hohe Eigenkapitalquote und Unternehmensgröße schafft Sicherheit für Kunden und Berater! Der Einfluss auf die Partnergesellschaften steigt mit dem Umsatzanteil beim Produktpartner. Das Familienunternehmen kennt die Zwänge des “Shareholder Value” nicht.

    Schön, wenn man immer wieder Bestätigungen dafür findet, dass die Deutsche Vermögensberatung die richtige Entscheidung war und ist :-).

  2. , 29. Juni 2010 um 12:43 Uhr

    @ Harri Schultze

    Da heben Sie Recht: Natürlich hat auch die DVAG bei ihren Partnergesellschaften Außenstände für noch nicht verdiente Provision. Im Gegensatz zu Formaxx sind aber diese Verbindlichkeiten in voller Höhe durch Eigenkapital abgesichert. Bei uns kann eben nix “anbrennen”, weil Familie Pohl von Jahr zu Jahr auf Ausschüttung verzichtet und stattdessen die Haftungsbasis erhöht.

  3. Ralf Cormaux, 30. Juni 2010 um 14:39 Uhr

    Nicht immer ist neu auch gut. Da werden von Formaxx gezielt Berater insbesondere beim ehemals unabhängigen AWD abmontiert und dann mit dem Ergebnis einer erneuten Abhängigkeit?

    Ich bin jedenfalls froh, vor 14 Jahren bei der DVAG “gelandet” zu sein.

    Mein Dank gilt Familie Pohl für jahrzentelange Kontinuität. Es wird die Zeit kommen, wo die Berater in anderen Vertrieben begreifen, was diese Kontinuität für Sicherheit bietet. Also Berater der anderen Vertriebe, traut Euch, sprecht uns Vermögensberater an!

    Viele Grüße vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

  4. Makler, 30. Juni 2010 um 19:29 Uhr

    @all

    Jetzt kommt mal wieder ein Statement eines Maklers:)

    Ich gehe ganz stark davon aus, dass sich das Thema “unabhängiger” Finanzverrieb in spätestens 5-7 Jahren erledigt hat.

    Meiner Meinung nach, wird es dann als reine unabhängige Beratungsform nur noch den Honorarberater geben. Was ich davon halte, habe ich ja schon einmal an anderer Stelle gesagt…

    Dann wird es noch die DVAG als Allfinanzdienstleister geben, und maximal 5 AO. Diese werden dann die Generali, Ergo, usw. verteten.

    Der klassische Makler und auch der Maklerverrieb, wie die Buden sich auch immer nennen mögen, wird vom Markt verschwinden.

    Schönen Abend!

  5. Wolfgang Stadler, 30. Juni 2010 um 20:45 Uhr

    ach herjee – wieder ein Weltuntergangsszenario – lieber “Makler”, da 2012 die Welt lt. Kalender der Aztkeken (waren die das?) eh untergeht, hat sich Ihre Prognose sowieso erübrigt…

    und sollten wir auch 2013 noch leben, wird´s auch weiterhin Makler, Vermögensberater, ungebundene, gebundene u.s.w. geben – warum auch nicht?! Wettbewerb belebt das Geschäft.

    Schöne Grüße – hier hat´s noch 29 Grad!

  6. Thomas, 30. Juni 2010 um 23:00 Uhr

    @ Makler

    Ich finde es mehr als belustigend, dass Sie als Makler Ihre eigene Zunft als quasi aussterbende Spezies und die DVAG als DEN Vertrieb der Zukunft sehen. Vielleicht sind Sie ja im wahren Leben kein Makler, sonst wüssten Sie, dass die Zukunftsaussichten für herkömmliche Versicherungsagenten sehr vage sind. Nur eins ist sicher: Der Versicherungsmarkt bewegt sich. Heute wird das Geschäft nicht mehr ausschließlich vom Ausschließlichkeitsvertreter gemacht. Vor 20 Jahren fielen noch satte 80 % des Prämienvolumens auf diese Sparte – heute nur noch etwa 50 % des Gesamtmarktes, Tendenz fallend. Die berufliche Existenz als Repräsentant eines Versicherungshauses entpuppt sich immer mehr als Auslaufmodell. Davon gehen zahlreiche Studien aus. Die Verbraucher sind anspruchsvoller geworden und die Konkurrenz hat kräftig zugelegt. Direktversicherer locken mit günstigen Prämien, Internet-Suchdienste bieten den Kunden neue Vergleichsmöglichkeiten. Und die Banken haben schon längst den Versicherungsvertrieb als lukrativen Zusatzmarkt entdeckt.

    Also ich für meinen Teil gehe eher davon aus, dass die Ausschließlichkeitsorganisationen vom Markt verschwinden und Makler (egal welchen Couleurs) diese Lücke schließen werden, zumal Versicherungsvertreter Erfüllungsgehilfen einer Versicherungsgesellschaft und Makler Interessensvertreter bzw. Sachverwalter der Kunden sind. Im Übrigen wurde der Berufsstand des Versicherungsmaklers durch die Gesetzgebung deutlich aufgewertet.

  7. Michael Miedl, 1. Juli 2010 um 10:06 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    egal wie sich der Markt entwickelt und welche Vertriebsform in Zukunft die Nase vorne hat: Gewinner wird derjenige sein, der sich auch weiterhin
    für die Ziele und Wünsche seiner Mandanten einsetzt.
    Es würde manchem Vertriebler in jeder Firma guttun, sein Ego ein klein wenig
    herunterzusetzen, um die Anliegen seiner Kunden wieder zu hören!
    Wie sagte einst der Bankmanager Hilmar Kopper:
    “Wenn alle Mitarbeiter jeden Kunden, den sie sehen, freundlich begrüßen,
    können wir unseren Umsatz um 25 Prozent steigern.”

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  8. Makler, 1. Juli 2010 um 10:43 Uhr

    @Thomas und andere

    Ich bin tatsächlich Makler. Ich maße mir sogar an zu sagen, ein recht erfolgreicher zu sein:)

    Ich sehe allerdings, dass in der Vergangenheit, und das wird in Zukunft vermutlich nicht wirklich besser, dem Maklerstand soviel Steine in den Weg gelegt werden, dass unter anderem der Vertriebsaufbau nicht wirklich erleichtert wird.

    Wir dürfen eins nicht vergessen, es zählt ausschließlich Umsatz. Den Gesellschaften ist es doch vollkommen egal, woher der Umsatz kommt. Ob der VN durch ein super seriösen Makler oder von einem nebenberuflichen Tischler beraten wird. Entscheidend ist einzig und allein, dass der VN artig seine Beiträge bezahlt.

    Ich bin nach wie vor ein überzeugter Makler. Ich würde auch definitiv nicht in einen AO Vertrieb wechseln. Bin ja bei sowas selbst “groß” geworden:)

    Ich glaube nur ganz einfach, dass die DVAG, die ja nun mal unbestritten gigantische Umsätze schreibt, als einziger Allfinanzdienstleister am Start bleiben wird. Guckt euch doch mal die ganzen anderen Buden an. Bei der DVAG liegt es einfach am knallhart durchgezogenen Konzept. Seit Jahren immer und immer wieder das Gleiche.

    Bezogen auf die reinen AO, nur soviel: Was glaubt ihr denn, warum die einzelnen Gesellschaften jetzt schon und in Zukunft noch mehr “aufgelöst” werden und nur noch unter dem Konzern laufen?

    Die guten Verkäufer von denen werden ihren Kunden einfach sagen, guck mal Kunde, ich biete dir nicht nur eine Gesellschaft an. Ich habe z.B. die HM, die Victoria, die Karstadt Quelle usw. Was willst du denn beim Makler? Wir sind ein super finanzstarkes Unternehmen etc…..

    Zu den Internetgeschichten sag ich nur so viel, dass die Kunden, trotz Geiz & Co, einen Ansprechpartner haben wollen. Den meisten ist es doch egal, ob Makler oder Ao oder was weiss ich. Unser Geschäft ist doch wohl eher Personen bezogen.

    Ich finde, das hat mit Weltuntergangsstimmung nicht viel zu tun. Das ist einfach nur meine persönliche Einschätzung unseres Berufes. Ihr könnt mir glauben, ich gehöre nicht zu den Vertrieblern, die stets und ständig am jammern sind. Ich schreibe trotz Finanzkrise, Wirtschaftskrise, € Problemen etc. kontinuierlich überdurchschnittlichen Eigenumsatz. Das soll jetzt bitte nicht als Arroganz rüber kommen. Es ist einfach so:)

    Schönen Tag noch!

  9. Robert Reichelt, 1. Juli 2010 um 23:14 Uhr

    @Makler
    Klare Worte und eine interessante Sicht der Dinge…weiter so!
    Es macht in meinen Augen Sinn, dem Kunden ganz klar darzulegen, was man von ihm möchte: Ach Herr Berater, sie wollen mir doch nur etwas verkaufen…”Ja, natürlich – das ist mein JOB…doch bitte trennen Sie sich nur von Ihrem hart verdienten Geld, wenn Ihnen die Leistung oder das Produkt auch gefallen…”
    Ich finde es gut, wenn auch mal jemand sagt, ja ich verdiene gut, mit dem was ich tue!

    Schwitzige Grüße

    Robert Reichelt

  10. M. S., 2. Juli 2010 um 08:30 Uhr

    @Wolfgang Stadler

    es waren die Maya’s 😉

    Ihr Kalender besteht aus mehreren, ineinandergreifenden Zeitzyklen. Der längste davon dauert 26.000 Jahre und dieser endet zur Wintersonnenwende am 21.12.2012. Nicht merh und nicht weniger!!! 🙂

    Die Wissenscahft nennt diese 26.000 Jahre ein platonisches Jahr und hat mit Hilfe von Computern errechent, dass exakt an diesem Tag die Sonne in Konjunktion mit der Äquator der Milchstrasse stehen.

    Es ist allerdings genauso interessant, was die NASA dazu zu sagen hat: http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2006/10mar_stormwarning/

    Der “Untergang der Welt” könnte daher eher darin liegen, dass durch die erheblichen magnetischen SOnnenstürme es zu massenhaften Ausfällen von Festplatten kommt. Und das wäre dann nicht nur für Vermittler tatsächlich ein “Weltuntergang” 😉

  11. mani, 13. November 2011 um 19:13 Uhr

    Hallo zusammen,

    ich bin Geschäftsführer einer Makler GmbH & Co kG mit 2 Mitarbeitern. Meiner Ansicht nach werden 80% der Makler verschwinden da der Aufwand immer größer wird, vorallem Einzelkämpfer werden sich eine neue Heimat suchen wo auch immer AO, Vertrieb, Großmakler usw…

    Kein Makler auch wir nicht können jedes Jahr dem kunden einen Top Servicetermin nach Sachwalter Urteil und VVG bieten Finanziell und Betriebswirtschaftlich nicht machbar. Und jeder ehrliche Makler wird zu geben da er ehr nur mit max. 4 GEsellschaften zusammenarbeitet anosten lügt er.
    Ich bin 9 Jahre als Makler unterwegs war zuvor im Vertrieb mir macht so schnell keiner was vor. Und die schlimmst Sache noch ist der Maklerbetreuer gut wird fast nur Geschäft bei Gesellschaft X eingereicht oder versucht dann erst auf eine andere geschaut.

    Die meisten Makler wissen viel und stellen sich nach außen Top dar nur Umsätze sind läöcherlich.

    Fragt doch mal einen VSH Anbieter was auf den Fragebögen steht an Umsatz ein Harz 4 Empfänger hat mehr in der Tasche.

    Meine Meinung ganz klar in Zukunft bleiben nur noch die Vemrittler übrig die in einem sicherem Boot sitzen vorallem Finanzstarkes. Den 5 Jahre Haftung bei PKV usw .ist erst der Anfang.

    Es lebe die FInanzbranche.

    Grüße

    Mani

  12. Tobias Kugler, 14. November 2011 um 23:35 Uhr

    @ Mani (und das meine ich ohne jegliche Ironie!)

    interessante Info´s haben Sie da!

    Mir war das schon immer ein Rätsel wie Makler mit mehr als 6 Gesellschaften zusammenarbeiten können und trotzdem wirtschaftlich sein können….

    Beste Grüße aus Bad Waldsee
    Tobias Kugler

  13. Anastasia, 15. November 2011 um 11:09 Uhr

    @Herr Dr. Lach

    Finden Sie diesen Artikel nicht irgendwie unpassend?

    Über ein anderes Unternehmen und deren Schwierigkeiten auf ihrem Unternehmensblog derart zu berichten, nahezu Gerüchte zu verbreiten, ist für Ihr Unternehmensimage bestimmt nicht förderlich und auch keine Disziplin der Wirtschaftsethik.

    Das in Folge dessen noch alle Vermögensberater der DVAG im Chor schreien, ist bedenklich! Ich persönlich finde das nicht gut, vor allem hat das die DVAG doch nicht nötig?!

    Anastasia

  14. , 15. November 2011 um 11:27 Uhr

    @ Anastasia

    …. und finden Sie nicht, dass Ihr Kommentar zu diesem Blogbeitrag vom 29.10.2010 (!) ein bischen sehr spät kommt?

    Offensichtlich ist Ihnen auch entgangen, dass sich in den letzten 12 Monaten nahezu keinerlei Blogbeiträge mehr mit anderen Finanzvertrieben beschäftigen. Abschließend auch an Sie mein Rat: Eröffnen Sie Ihren eigenen Blog, dort haben Sie uneingeschränkte Themenhoheit.

  15. Anastasia, 15. November 2011 um 11:52 Uhr

    @Dr. Lach

    Vielleicht einen Blog, in dem Gerüchte über die DVAG verbreitet werden? Nein, das wäre mir rechtlich viel zu “heiß”, außerdem liegt meine Stärke im Understatement.