Unabhängigkeit des Maklers

28. Juni 2010 | 1.061 mal gelesen

Viel wurde in unserem DVAG-Blog schon über das Berufsbild des Maklers diskutiert. Meist recht kontrovers, fest steht aber, dass sich die gesetzlichen Anforderungen an den Maklerberuf durch das Vermittlergesetz deutlich verschärft haben. Doch mit welchen Auswirkungen?

Dazu meldet sich mit Holger Mardfeldt ein namhaftes Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Versicherungs-Makler VDVM und Holding-Mitglied des ebenso namhaften Maklers Martens und Prahl mit sehr nachdenkenswerten Äußerungen über seinen Berufsstand zu Wort (Versicherungswirtschaft Heft 11, Seite 773 f.).

Hier die wichtigsten seiner Aussagen:

  1. Einige der großen ungebundenen Finanzvertriebe (wen mag er wohl meinen ?) haben ihre Außendienstler als Makler im Vermittlerregister angemeldet, deren Maklereigenschaft darf aber schwer angezweifelt werden.
  2. Durch das Aufkommen der Pools haben sich viele bisherige Ausschließlichkeitsvertreter der Versicherer, die es alleine als Makler nicht schaffen würden, dazu entschlossen, unter dem Dach des Pools Kleinstmakler zu werden. Mardfeldt weist hierbei darauf hin, dass es viele Pools gibt, die nicht professionell agieren. Dies wirkt sich unmittelbar auch auf die Qualität dieser Kleinstmakler aus.
  3. Einige Versicherer wollten wohl für ihre nebenberuflich tätigen Ausschließlichkeitsvermittler die Haftung nicht übernehmen und haben diese aufgefordert, sich im Vermittlerregister als Makler registrieren zu lassen.
  4. Originalton Mardtfeldt: “Der idealtypische Versicherungsmakler zeichnet sich durch seine Fachkompetenz und seine Unabhängigkeit von einem einzelnen Versicherungsunternehmen und Maklerpools aus”.

Zusammengefasst: Das Berufsbild des Versicherungsmaklers ist durchsetzt mit Pseudomaklern, ein Mißstand, der offensichtlich durch das Vermittlergesetz nicht behoben, sondern eher noch gefördert wurde. Schade!


Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Khai. P., 28. Juni 2010 um 09:27 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    auch bei strahlendem Sonnenschein meldet sich heute wieder euer Khai. P. zu Wort 🙂

    Wie frustriert muss man sein, Fähnchen zu zählen *frechgrinz*. Die Sparkassen haben wenigstens welche, mit denen sie winken können *kicher*

    Das war‘s auch schon für heute… ICH geh mich jetzt sonnen…
    Manch einer muss jedoch weiter Fähnchen zählen, sonst hat er Morgen nichts zu berichten *sfg*

    Bis bald

    Euer Khai. P.

  2. Jürgen Z., 28. Juni 2010 um 10:37 Uhr

    @ Khai.P.,

    Sie sprechen von Frustration u. Fähnchen – so wie ich das sehe, hat dies mit dem Thema “Unabhängigkeit des Maklers” in keinster Weise etwas zu tun !

    Mir allerdings drängt sich bei Ihren bisherigen Kommentaren hier die Frage nach Ihren Beweggründen und Ihrer (evtl.) Frustration auf.

    Erfreuen Sie uns doch in Zukunft bitte mit konstruktiven Beiträgen 😉

    Ansonsten gilt das Zitat von Dieter Nuhr : “Wenn man …..” 😉

    Freundliche und sonnige Grüße,

    Jürgen Z.

    BTW:
    Seien Sie versichert – auch erfolgreiche VB´s haben genügend Zeit die Sonne zu genießen – teilweise sogar zusammen mit zufriedenen Kunden 🙂

  3. M. S., 28. Juni 2010 um 16:10 Uhr

    @ Jürgen Z.

    Was die Beweggründe von Khai P. angeht, so bin ich mir über diese auch nicth im klaren, allerdings meine ich mit ziemlicher Sicherheit zu Wissen, dass er weder die Beiträge von Herrn Dr. Lach kommentiert hat bzw. ihn damit meinte.

    Aus meienr Sicht kommentiert er etwas ganz anderes/anderen, aber ich vermute, dass mich Herr Dr. Lach (zu Recht übrigens) nicht freischaltet, würde ich hier diesen Link poste. Deswegn belasse ich es damit und wünsche ebenfalls einen sonnigen Tag. 🙂

  4. Wolfgang Reinhardt, 28. Juni 2010 um 16:52 Uhr

    Ein wenig diffus, unser Freund Khai P. (hat das eigentlich etwas mit diesem brasilianischen Tanz zu tun, oder eher mit dem Mixgetränk?).

    Seine Beiträge sollen ja frech und witzig sein. Frech joa… leider meist ohne Bezug zum Thema, witzig naja… mein Humor ist es nicht.

    Na gut, muss es auch geben…

  5. Frank Schmidt, 28. Juni 2010 um 21:28 Uhr

    Ein freundliches Hallo an alle Vermögensberater, Makler und wer sich sonst noch angesprochen fühlt.

    Geschrieben steht: “… fest steht aber, dass sich die gesetzlichen Anforderungen an den Maklerberuf durch das Vermittlergesetz deutlich verschärft haben.”

    Aber klar, deswegen unterscheidet sich ja der Makler so vom Vermögensberater. Mit der Gesetzgebung wurde der Beruf des Versicherungsmaklers deutlich aufgewertet. Ich bin stolz drauf, schlimm, wenn es nicht so wäre.

    MfG
    Frank Schmidt

  6. , 29. Juni 2010 um 11:46 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Ich möchte Ihre Meinung nicht teilen, denn sie stimmt allenfalls in der Theorie.

    Die Aussagen von Herrn Mardfeldt belegen das Gegenteil, denn offensichtlich wurde gerade durch das Vermittlergesetz die Tendenz dahin ausgelöst, dass immer mehr Vermittler, die weit von der Arbeitsweise eines professionellen Maklers entfernt sind, sich als solche registrieren.

    Allein Sachkundenachweis und erweiterte Haftung reichen eben noch nicht aus, um eine professionelle Arbeitsweise gesetzlich sicherzustellen. Ergebnis: Abertausende von Pseudo- und Kleinstmaklern tummeln sich am Markt und gefährden so im Grunde den Berufsstand der professionell arbeitenden Markler.

    M.E. müßten genau diese eíne gesetzliche Nachbesserung einfordern, um sich selbst von unprofessionell arbeitenden “Maklern” abzugrenzen. Dazu folgende erste Ideen zur Diskussion:

    Warum z.B. den ungebundenen Vermittler nicht gesetzlich dazu auffordern offen zu legen, wieviel Pozent der Courtageeinnahmen auf welche Versicherer entfallen? Dies wäre schon einmal ein guter Indikator für Abhängigkeit oder Unabhängigkeit.

    Warum nicht Kapitalbeteiligungen von Versicherern an Vermittlern gesetzlich untersagen, wenn sich dieser Vermittler als ungebundener Vermittler registriert hat?

    Warum nicht für ungebundene Vermittler Haftungsdächer verbieten, die letztendlich nur dazu führen, dass der Wille des Gesetzgebers umgangen wird?

    Warum nicht ungebundenen Vermittlern die gleichzeitige Vermittlung / Beratung gegen Honorar und gegen Courtage verbieten, um so eine Doppelvergütung zu Lasten des Kunden zu vermeiden?

  7. Frank Schmidt, 29. Juni 2010 um 20:17 Uhr

    @ Dr. Helge Lach

    Sie haben recht, es gibt zu viele „Pseudomakler“. Aber die „Verwässerung“ des Maklerstandes müssen sich wohl in erster Linie einige Ihre direkten Konkurrenten auf die Fahne schreiben lassen. Schade, dass das der Maklerstand ertragen muss.

    Der von Ihnen zitierte Herr Mardfeldt sagt schon seit Langem: „Der idealtypischer Versicherungsmakler zeichnet sich durch seine Fachkompetenz und durch seine Unabhängigkeit von einem einzelnen oder wenigen Versicherungsunternehmen und Maklerpools aus. Nur der unabhängige Versicherungsmakler kann den Bedarf des Kunden objektiv, detailliert und präzise ermitteln. Er sucht für seine Kunden die besten Angebote aus, berät individuell – nicht maschinengesteuert- und ist fachlich so versiert, dass er dem Kunden die Sinnhaftigkeit wichtiger Klauseln und Deckungsbausteine klar und deutlich darlegen kann.“

    So soll es sein, das verstehe auch ich unter einem Versicherungsmakler.

    Andernfalls, wenn ich Ihre Vorschläge sehe, so weit sind wir in der Meinung doch gar nicht auseinander. Grundsätzlich möchte ich sagen, dass zu viel Regulierung den Markt noch nie gut getan hat. Die Courtagen werden im LV-Bereich doch schon ausgewiesen. Allerdings hat die bisherige Regelung absolut nicht für Klarheit und Transparenz gesorgt, so wie es beabsichtigt war. Daran hat auch vermutlich die DVAG eine Aktie.
    Ich würde, wenn ich die Courtagetransparenz denn schon herstellen wollte, allen Versicherern gesetzlich verbieten, mehr als einen „üblichen Satz“ an Courtage zu zahlen. Dafür würde ich das bisherige Verfahren der Ausweisung der Courtage sofort wieder einstellen. Erstens kann derzeit so wie so kein Kunde erkennen, wie viel Provision wirklich fließt und zweitens sehe ich beim Bäcker doch auch nicht, was der an einem Brot verdient.

    Den gleichzeitigen Bezug von Honorar und Courtage für ein und dieselbe Dienstleistung würde auch ich grundsätzlich verbieten. Aber Achtung, eine Beratung ist eine Dienstleistung, wegen derer einem Makler eine Vergütung zusteht, auch wenn keine Produkte vermittelt werden. Hierin unterscheidet er sich eben der Makler vom Vermögensberater. Wenn sich an diese Beratung ein Vermittlungsauftrag anschließt, ist die Sache schwer regelbar. Schließlich haben wir auch noch ein Provisionsabgabeverbot.

    Mfg
    Frank Schmidt