BCA Maklerpool mit neuer Software

6. Juni 2010 | 812 mal gelesen

Über die Vereinbarkeit der Unabhängigkeit des Maklers mit der Zugehörigkeit zum einem Maklerpool, an dem – wie im Fall BCA – gleich 4 Versicherer mit je rund 10% beteiligt sind, hatten wir in diesem Blog schon berichtet (siehe Blogbeiträge vom 28.09., 09.10. und 14.10.2009).

Nunmehr gibt es wieder Interessantes über BCA zu berichten (siehe Versicherungsjournal vom 03.06.2010).

So hat der Maklerpool offensichtlich erhebliche Mittel in die Entwicklung einer neuen Software investiert, mit der die Kundendaten der dem Pool angehörigen Makler zentral verwaltet werden sollen.

Erneut nähert sich damit ein bedeutender Maklerpool dem seit 35 Jahren erprobten Geschäftsmodell der DVAG Deutsche Vermögensberatung an. Denn bei uns ist es seit Einführung der modernen IT Standard, für unsere Vermögensberater die von den Partnergesellschaften zur Verfügung gestellten Kundendaten zu bündeln und zu verwalten.

Bleibt die Frage offen, inwieweit auch hier wieder der von den Maklern propagierte Status der Unabhängigkeit damit vereinbar ist, die Kundendaten “außer Haus” an einen Maklerpool zu geben, der, wie bereits erwähnt, zu fast 40% vier Versicherern gehört.


Kommentare für diesen Artikel (11)

  1. Thorsten Frenz, 6. Juni 2010 um 17:06 Uhr

    Im Grunde ist doch der Beitritt zum Pool nichts anderes als entweder das Eingeständnis, dass man es als Makler alleine nicht mehr schafft oder der Makler entscheidet sich ganz rational dafür, bestimmte Aufgaben wie Anbieter- und Produktauswahl, Courtagemaximierung, IT usw. gegen Entgelt an einen Dienstleister (=Pool) zu übertragen, weil es so kostengünstiger und / oder professioneller geht. Im Ansatz ok, auch wir Vermögensberater bekommen von der DVAG sehr vieles abgenommen, was uns sonst von der Kundenberatung abhalten würde.

    Ich frage mich aber, wie die Makler das mit ihrem Selbstverständnis vereinbaren. Allein der Gedanke, dass Anbieter und Produkte durch den Pool weitgehend vordefiniert sind, führt den Anspruch, das beste Produkt am Markt für den Kunden zu suchen, ad absurdum. Oder sehe ich das falsch? Hier hat doch schon der eine oder andere Makler im Blog mit diskutiert. Vielleicht kann ich eine Erklärung bekommen.

    Ansonsten: Dann lieber gleich klare Fakten schaffen und dem Kunden nix vormachen. Meine Kunden wissen, dass ich im Versicherungsbereich exklusiv für AM, Central und Advocard vermittle. Das bringt meinen Kunden viele Vorteile: Top-seriöse Anbieter, guter Service und wenn´s mal Ärger zwischen Kunde und Gesellschaft gibt, kann ich mich mit der ganzen Power der DVAG für meinen Kunden einsetzen. Könnte ich nicht, wenn ich für x Gesellschaften vermittle und überall nur ein kleines Licht bin.

  2. Alberto Livremente, 7. Juni 2010 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Dr.Lach,

    gefühlt “stehen mir die Haare zu Berge” wenn ich bei Ihnen lese, dass Sie die Zusammenarbeit eines Finanzmaklers mit einem Maklerpool als Schwäche des Finanzmaklers auslegen.

    “Maklerpools” als Dienstleister für Finanz-und Versicherungsmakler sind auch laut aktueller Wirtschaftspresse die Zukunft.

    Sie geben ca. 90-94% der erzielten Provisionen weiter und gewähren einen professionellen Zugriff auf alle Anbieter. Mit Schnittstellen zu den Versicherern, Banken, Investmentgesellschaften etc., täglich aktuellen Datensätzen und natürlich Profivergleichsprogramme, Schichtenrechner etc.

    Der Markt und die Ansprüche des Kunden haben sich geändert, sehr verändert.

    Wie reagieren Sie auf die Marktveränderungen ?

  3. , 7. Juni 2010 um 20:55 Uhr

    @ Alberto Livremente

    Jeder, der die DVAG kennt, weiss, dass es gerade unser Unternehmen seit seiner Gründung immer verstanden hat, sich an veränderte Rahmenbedingungen besser und schneller als andere anzupassen. Nur so war und ist es möglich, von Jahr zu Jahr den Markt zu schlagen und unsere Position als Nummer 1 weiter auszubauen.

    Zu Maklerpools: Dass sich professionelle Unternehmer – und dazu gehören natürlich auch viele Makler – eines Dienstleisters bedienen, ist grundsätzlich durchaus Ausdruck von Professionalität. Mir geht es darum, dass Pools die immanente Gefahr beinhalten, die Unabhängigkeit eines Maklers zu gefährden. Dann wäre das Etikett “unabhängige Beratung” eine Mogelpackung. Diese Gefahr ist für den Außenstehenden nicht mehr von der Hand zu weisen, wenn 4 Versicherer rund 40% Anteil am Kapital eines Pools haben. Natürlich werden diese 4 Versicherer und der Pool immer behaupten, dass es keinerlei Einflußnahme gibt. Aber warum wohl sollte sich ein Versicherer an einem Pool beteiligen, wenn es nicht um die Absicherung des Neugeschäftes ginge? Kurzum: Ein “Geschmäckle” bleibt. Dies gilt nicht für die DVAG, die sich ohne wenn und aber im Versicherungsbereich als gebundener Vermittler zeigt.

  4. Andreas Brauer, 7. Juni 2010 um 23:08 Uhr

    @ Dr. Helge Lach

    Auch unter uns Maklern gibt es mit den sog. Maklerpools sehr unterschiedliche Handhabungen.

    Es gibt Makler die arbeiten ausschließlich mit Pools, andere verzichten darauf.

    Wir arbeiten in erster Linie mit einer Vielzahl von Direktanbindungen um die Kundendaten selbst zu verwalten. Dabei greifen wir auf eine von uns selbst entwickelte Softwarelösung zurück, die exakt auf unser Unternehmen abgestimmt ist.

    Ebenso besteht die Möglichkeit auf den ein oder anderen Maklerpool zuzugreifen.

    In Ausnahmefällen können individuelle Lösungen z.B. im gewerblichen Bereich mit speziellen Deckungskonzepten angeboten werden.

    Letztendlich ist in jedem Fall unsere Unabhängigkeit gewährleistet, da wir den Lösungsweg selbst frei wählen können.

    @ Thorsten Frenz

    Dazu gehören auch “Top-seriöse Anbieter” der Generali wie z.B. die Central Krankenversicherung! 🙂

  5. Frank Schmidt, 8. Juni 2010 um 06:04 Uhr

    Ein freundliches Hallo.

    Ein Makler ist immer unabhängig, daran ändert ein Pool absolut nichts. Er ist ja nicht an den einen Pool gebunden. Er könnte sich mehreren Pools anschließen, wenn es denn sein müßte, was meist nicht der Fall ist, oder zu in seinem Gebiet günstigen Versicherern zusätzliche Handelsbeziehungen aufnehmen.

    Mit sonnigen Grüßen
    Frank Schmidt

  6. Norbert Balzer, 8. Juni 2010 um 21:32 Uhr

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Der Durchschnittskunde und vielleicht auch der kleine Gewerbetreibende haben nach unserer Auffassung ganz einfache Wünsche.
    Sie wollen die existentiell notwendigen Risiken absichern, wie etwa Haftpflicht-Hausrat –Unfall und Berufsunfähigkeit, finanzielle Grundlagen schaffen und sie sehnen sich langfristig nach Immobilieneigentum oder einer vernünftigen Altersvorsorge.

    Warum soll ich mich als Vermögensberater mit –X- verschiedenen Versicherungsgesellschaften auseinandersetzen um vielleicht einige Euro an der Prämie heraus zu kitzeln. Ich brauche vielmehr einen Versicherungs-Partner der aus 37.000 Berater- Erfahrungen das Produkt kreiert, dass höchstmöglich Kundenzufriedenheit bringt.

    Im Finanzierungs- und Anlagemarkt bemühen sich unsere Produktpartner eh um die Gunst unserer Kunden. Mit der DWS, SEB, AGI können wir die meisten Bedürfnisse befriedigen.

    Also noch mal, was soll dem Kunden diese Makler (Pool)- Geschichte eigentlich bringen.

    Außerdem traue ich dieser Geschäftsidee nicht so ganz. Das günstigste (Preis-Leistungsverhältnis) ist vielleicht auch hin- und wieder bei einer Direktversicherung zu finden. Somit müsste die Aussage lauten „ Wir finden für Sie die optimale Lösung aber nicht ganz, denn wir müssen auch etwas verdienen und manchmal wäre eine Direktversicherung für sie günstiger“

    Die meisten meiner Kunden wollen sehr wohl damit leben, dass ich einige Euro an den Verträgen verdiene, wollen mich aber auch beim Wort nehmen können. Daran arbeite ich lieber an jedem Tag, als mich mit einem Pool zu beschäftigen.

  7. Andreas Brauer, 9. Juni 2010 um 01:12 Uhr

    @Norbert Balzer

    Es wird hier in diesem Blog des öfteren unterstellt, dass es den Maklern in erster Linie nur darum ginge “einige Euro an der Prämie heraus zu kitzeln”.

    Dem ist nicht so. Es ist zwar richtig, dass die Prämie auch eine gewisse Rolle spielt, jedoch gibt es in der Tat Kunden, die spezielle Wünsche haben, die nicht immer von einer bzw. jeder Gesellschaft eingedeckt werden können.

    Nicht jede Gesellschaft ist in jeder Sparte u. in jedem Produkt gleich gut aufgestellt.

    Insbesondere gibt es in der Altersvorsorge und der Absicherung von biometrischen Risiken “mehrere Wege die nach Rom führen” 🙂

    Für die ein oder andere Berufsgruppe gibt es auch hinsichtlich der Prämie für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung Unterschiede die mehr als eine “Handvoll Dollar” bei gleicher oder gar besserer Leistung ausmachen 🙂

    Im übrigen arbeiten wir Makler auch an jedem Tag (Ausnahmen bestätigen die Regel) – einige mit u. einige ohne (Swimming) Pool 🙂 🙂

    Deswegen wollen wir hier auch gar keine “Aufregung” verbreiten, welches das bessere oder gar beste System ist, sondern einfach nur feststellen, dass nach wie vor beide Systeme für eine gute Arbeitsweise stehen können.

    Viel wichtiger wie die Anzahl der Anbindungen, der Pools, oder die besten Softwarelösungen ist immer noch der Mensch, der hinter dem Ganzen steht!

  8. Wolfgang Stadler, 9. Juni 2010 um 09:08 Uhr

    Halten wir doch fest:
    genauso verschieden wie die Kunden sind, so verschieden sind auch die Vertriebsansätze – und alle haben ihre Berechtigung, solange jeder der Beteiligten einen Profit hat = win -win – Situation.

    Ein herzliches Danke an alle Beteiligten dieser speziellen Maklerdiskussion, das ist doch mal eine faire Auseinandersetzung 🙂

  9. Andreas Brauer, 9. Juni 2010 um 14:15 Uhr

    Hallo Herr Stadler,

    dem ist nichts mehr hinzuzufügen 🙂

    Ich wünsche Ihnen weiterhin angenehme Seminartage u.
    guten Erfolg!

    Beste Grüße aus dem “Maklerlager”
    Andreas Brauer

  10. Wolfgang Reinhardt, 9. Juni 2010 um 15:21 Uhr

    Herr Brauer und Herr Stadler… Klingt wie der Beginn einer großen Freundschaft 😉

  11. Norbert Balzer, 11. Juni 2010 um 00:05 Uhr

    @Andreas Brauer

    Zunächst einmal vielen Dank für Ihre faire Eigendarstellung!!!

    Sie haben Recht, sicher geht es nicht allen Maklern darum „einige Euro an der Prämie herauszukitzeln“. Sie wollen genau wie wir, Lösungen anbieten die im Preis-Leistungsverhältnis passen und Sie werden sicher auch Hin- und Wieder Kunden haben, die außergewöhnliche Lösungen benötigen.

    Ich habe die Deutsche Vermögensberatung als eine Firma kennengelernt, die dem Otto-Normalverbraucher zur Seite stehen will. Hier war uns eher wichtig, den fundamentalen Ansprüchen gerecht zu werden. Wir wollen aktiv Zukunft gestalten die notwendigen Absicherungen anbieten, einen exzellenten Service bieten und mit den Besten der Branche Kapital aufbauen. Nur staatlich überwachte Produkte anbieten, wobei wir schon vielen Beratern gegenüber einen klaren Vorteil haben. Bekanntlich haben nicht wenige Menschen in den letzten Monaten einen Großteil ihres Vermögens verloren. Und, wir haben uns Kritiken von Verbraucherschützern zu Herzen genommen und uns Stück für Stück weiter entwickelt.

    Rückblickend kann ich behaupten, dass die Produkte, wie etwa die BU- der Aachen Münchner mit einem super Preis- Leistungs-Verhältnis und absolut empfehlenswerten Vertragsbedingungen, der Zahntarif und die Vollversicherungen der Central, die Rechtschutz der Advocard , die Fonds der DWS, AGI und SEB und die Baufi- Konditionen der DB, DSL, SEB, Commerzbank usw. den normalen Ansprüchen genügen oder sogar übertreffen.

    Im Übrigen müssen sich unsere Kollegen täglich bei der Analyse mit den Vertragsbedingungen der Mitbewerber auseinander setzen. Die dann ausgesprochene Empfehlung ist oft schon schwer, weil ein direkter Vergleich manchmal nicht möglich ist. Mit seinen Empfehlungen wird allerdings jeder Berater von seinen Kunden beim Wort genommen. In diesem Fall müssen und wollen wir uns einfach auf unsere Produktpartner verlassen.

    Wenn ich von Aufregung gesprochen habe, meine ich nicht unbedingt Ihr Statement, eher die Mitbewerber, die sich so selbstherrlich darstellen, indem sie meinen, dass Sie den Menschen einen Vorteil bieten, der sich oft nur als Marketing-Gag herausstellt.

    So lieber Herr Brauer, jetzt ist OoT, es läuft die Fußball-Weltmeisterschaft. Ich wünsche uns noch viele anregende und faire Diskussionen und vor allem, keine Honorarberatung, das haben unsere Kunden nicht verdient.