DVAG erneut zur Honorarberatung

14. Mai 2010 | 891 mal gelesen

Ausführlich beschäftigt sich Karsten Seibel, Redakteur der Zeitung Die Welt, in der Ausgabe vom 10.05.2010 mit den Überlegungen des Bundesfinanzministeriums zur Verbesserung des Anlegerschutzes.

Dabei geht er auch auf die Honorarberatung ein. So ist es Absicht der Politik, den Begriff des Honorarberaters gesetzlich zu regeln, um so zu verhindern, dass Honorarberater zweimal “kassieren” (Honorar und Provision) oder beliebig zwischen beiden Vergütungsmodellen springen.

Hingegen soll die Honorarberatung nicht ausdrücklich gefördert werden, da der Wettbewerb (= Kunde) darüber entscheiden soll, auf welchem Wege die Beratungsleistung vergütet wird. Dazu Karsten Seibel: “In der Tat sagt das Vergütungsmodell nicht zwangsläufig etwas über die Qualität der Beratung aus. Auch bei Sparkassen und Finanzvertrieben trifft man auf sehr gut ausgebildete, engagierte Mitarbeiter. Umgekehrt sind die Empfehlungen eines Honorarberaters nicht deswegen gut für den Kunden, weil sie ohne Rücksicht auf Provisionen erfolgt. Auch von Beratern, die direkt vom Anleger bezahlt werden, können unsinnige Ratschläge kommen.”

Dem wollen wir als DVAG Deutsche Vermögensberatung nichts hinzufügen. 😉


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Zasrus, 14. Mai 2010 um 12:36 Uhr

    @ Dr. Lach

    Wäre denn eine Veränderung des Provisonsmodells eine Gefahr für DVAG ?

    Ist bei der Beratung durch einen DVAG ler, z.B. 20 Jahre , 1 Jahr dabei, der einen Riesterrentenvertrag 100,- empfiehlt und für diese Beratung beim Kunden Kosten von 3.000 € verursacht Qualität gewährleistet ?

    3000,- zahlen ich für 3!!!! Jahre intensive Betreuung durch meine Steuerberatung oder 30 h mit einem Arzt ?

    Der DVAG – Berater bekommt dieses Geld als Handelsvertreter einmalíg ausgezahlt in Form von ca. 1200 €, den Rest bekommen die “Oberstrukturen” und in der Hauptsache fliesst die Differenz in die sogenannten “Sonderleistungen”. Die jährliche Betreungscourtage bleibt bei der DVAG.

    Wie soll hier eine qualitiv hochwertige Betreuung stattfinden ?
    Wo sind hier die Vorteile des provisonsmodells für den Kunden der DVAG ?

    Gespannt auf Ihre Antwort bzw. ob zu unobjektiv für Veröffentlichung

  2. Stefan Deppisch, 17. Mai 2010 um 13:32 Uhr

    Hallo Frau/Herr Zasrus, wenn Sie den Vergleich anstellen, dass Sie für 3000 € 3 Jahr intensiv von Ihrem Steuerberater beraten werden (übrigens wäre die Adresse schön, hört sich günstig an) und 30 Stunden mit Ihrem Arzt sprechen können, müssen Sie das ganze auch objektiv in Beraterkreisen sehen. Ich bin seit knapp 10 Jahren als Vermögensberater tätig und weise darauf hin, dass Riester beratungsintensiv ist und ich die Provision nicht für die Unterschrift des Kunden sehe. In den Medien kann man immer wieder verfolgen wie viele Kunden keinen Zulagenantrag gestellt haben. Ich gebe Ihnen mal kurz den jährlichen Aufwand mit auf den Weg, den ich als Vermögensberater mit einem Riestervertrag habe: Abfrage Vorjahresgehalt, Berechnung idealer Beitrag, Überprüfung der steuerlichen Vorteile, Abfrage ob sich bei den Voraussetzungen für die Zulage etwas geändert hat, Termin mit Kunden um div. Anträge, Änderungen und persönliche Wünsche abzusprechen. So entsteht pro Kunde pro Riestervertrag ein zeitlicher Aufwand von mind. 2 Stunden pro Jahr (berücksichtigen Sie auch die Fahrtzeit zum Kunden, da Vermögensberater vor Ort zu jeder Zeit beraten) und die sind niedrig kalkuliert. Das ganze nehmen Sie mal im Schnitt 30 Jahre, wären wir also bei 60 Stunden Aufwand. Die ausführliche Analyse, Auswertung sowie die Beratungsgespräche mal außen vor gelassen. Auch die Schulungen und Seminare um auf den Riester-Themen fit zu bleiben nehme ich mal nicht mit in die Rechnunng (z. B. Wohn-Riester usw.). Ihrer Rechnung nach bekomme ich als Berater also 1200 € für die Vertrag brutto ausbezahlt. Lassen wir auch mal das Finanzamt, die Bürokosten usw. außen vor. 1200 € durch 60 Stunden. 20 € brutto pro Stunde. Da sollten Sie dann unbedingt auf Seiten von Steuerberatern, Ärzten und Anwälten aktiv werden, deren Gehalt mit Sicherheit nicht darunter liegt. Sicherlich gibt es auch Berater die es mit der Betreuung nicht so genau nehmen, allerdings ist das kein DVAG Problem sondern leider in vielen Vertrieben, Banken und Finanzdienstleistern gleich. So können nichts verallgemeinern!

  3. Wolfgang Stadler, 17. Mai 2010 um 17:18 Uhr

    Lieber Herr Deppisch, genau das will Herr Zasrus nicht sehen – dass bei Berücksichtigung des Betreuungsaufwandes über die Gesamtlaufzeit eines Vertrags ein ziemlich unspektakulärer Stundensatz übrigbleibt. Zu diesem Thema gibt es übrigens sogar eine Rückstellung wegen Erfüllungsrückstandes für die laufende Betreuung von Lebensversicherungen – d.h. selbst die Finanzbehörden haben mittlerweile erkannt, dass es mit dem Abschlussaufwand alleine mittlerweile längst nicht mehr getan ist. Und den Arzt möchte ich mal sehen, der sich auch dann noch Gedanken macht, wenn der Kunde dessen Büro verlassen hat – der nächste Fall ruft. Als Vermögensberater werde ich ständig auf die neueste Gesetzesgebung geschult und versuche, Vorteile für meine Mandanten direkt mit diesen gemeinsam umzusetzen.

  4. Harri Schultze, 18. Mai 2010 um 00:50 Uhr

    @Zasrus:

    Eine Veränderung des Provisionsmodells wäre wohl weniger eine Gefahr für die DVAG, als das eine Honorarberatung mit Sicherheit Beratung dort vermeidet wo sie am notwendigsten ist.

    Breite Bevölkerungsschichten sind geradezu darauf angewiesen, dass die Beratung nicht noch extra zu bezahlen ist. Denn mal eben auch nur 120 Euro pro Stunde – z.B. für die Beratung bei einer Verbraucherzentrale – wird von einem “engen” Haushalt nicht aufgebracht werden.

    Die Folge wäre auch in diesem Bereich, dass nur derjenige, der es sich leisten kann, alle Fördermöglichkeiten optimal nutzt. In den Haushaltem, in denen kein Geld für Beratung zur Verfügung steht, kommen die Förderungen mangels Beratung nicht an.

    Ich halte gerade das Provisionsmodell bei der DVAG für Mustergültig und ggf. auch adaptierbar in andere Bereiche.

    Nehmen wir Ihr Beispiel mit dem Arzt, den Sie 30h mit Ihrem Budget von 3.000 Euro in Anspruch nehmen können. Was macht nur der, der diese 3.000 Euro nicht zur Verfügung hat. Wäre es nicht wunderbar, wenn der Arzt auch für denjenigen Patienten die gleichen 30h Stunden Zeit hat wie für Sie. Und das, weil er seine Vergütung nicht vom Patienten sondern von einer anderen Instanz erhält. Eine Instanz die dem Arzt den Rücken frei hält vor Einflussnahme der Pharmaindustrie, an die die Pharmaindustrie aber abhängig vom Umsatz Provisionen zahlt.

    Und so funktioniert das bei der Deutschen Vermögensberatung.

    (Auch wenn mein Beitrag hier zu einer möglichen Gesundheitsreform zu später Stunde und noch etwas ins Unreine formuliert ist – ich finde einen Gedanken ist es wert)

  5. Marcel H. Costin, 21. Mai 2010 um 13:42 Uhr

    Hallo zusammen,

    …und, es wäre wohl sehr wahrscheinlich, dass Menschen dazu tendieren werden (wie ohnehin schon) sich in der Selbstberatung zu versuchen, mit Hilfenahme des Internets und Fachliteratur. Wer das zeitaufwendige Engagement aufbringt und einigermaßen erfolgreich dabei sein will, kann sich auch gleich an der kostenfreien Grundausbildung eines Vermögensberaters beteiligen. Anschließend wäre es möglich als Assistenz nebenberuflich die Haushaltskasse aufzubessern und mit einem erfahrenen Vermögensberater zusammen zu arbeiten – oder sich einfach selbst besser beraten zu können. Wer anschließend mehr will, kann sich auch voll ausbilden lassen und in den Hauptberuf starten. Investitionskosten, abgesehen von etwas Zeit und einigem Material was man sich vielleicht selbst zulegt, keine.

    Grüße aus Düsseldorf!
    Marcel H. Costin

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