DVAG zu Provisions-Systemen

10. Mai 2010 | 1.432 mal gelesen

Interessante Aussagen des Vizepräsidenten des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute BVK, Gerald Archangeli, zitiert das Versicherungsjournal in seiner Ausgabe vom 23. April 2010.

Das auch aus Kundensicht ideale Vergütungssystem sei seiner Meinung nach die durchlaufende Vergütung. Diese sei dem heute von den Versicherern in der Schaden-/Unfallversicherung noch überwiegend praktizierten System mit erhöhter Abschluß- und verringerter Folgeprovision klar überlegen.

Gut, dass Vermögensberater und Kunden der DVAG Deutsche Vermögensberatung längst von den Vorteilen der durchlaufenden Provision profitieren. Vielleicht auch dies wieder ein Anlass für den einen oder anderen Berater in der Versicherungsbranche, sich grundsätzlich mit den Vorteilen des Vermögensberater-Berufes unter dem Dach der DVAG zu beschäftigen.


Kommentare für diesen Artikel (16)

  1. Norbert Balzer, 10. Mai 2010 um 23:36 Uhr

    …klar, die Folgeprovision hat viele Vorteile und auch hier gilt „Früher an Später denken“

    Es ist ein wenig wie Pfandflaschen sammeln. Ich muss mich schon ein wenig bewegen, ernte dafür jedoch kontinuierlich in der Zukunft. Das Gute daran, wenn ich meinen Job gut und richtig mache, vermehrt sich der Erfolg denn eine gute Berater-Kundenbeziehung zahlt sich hier aus. Das funktioniert natürlich nur mit einem starken Partner an der Seite. Nicht die Preise bis ins verderben senken sondern eher Versprechen erlebbar machen. (Mein Dank der AM!!!)

    Kleines Beispiel: Um € 1.000.- mtl. Rendite zu (Folgeprovision) zu erhalten, müsste man bei 5% Verzinsung € 240.000.- liegen haben. Bei drei Prozent Verzinsung schon € 400.000. Für diejenigen die jetzt rechnen, na klar, ohne Kapitalverzehr. Aber wer will schon dieses Kapital /Vertrauen) verzehren?

    Auch für diesen Monat gilt, jeder kann sich bei uns seine Zukunft „Nachhaltig“ erarbeiten.

    Herzlich Willkommen in Glienicke/Nordbahn

    Ihr Norbert Balzer

  2. Daniel Harker, 11. Mai 2010 um 12:28 Uhr

    Eine Provision ist eine Vermittlungsgebühr in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des durch das vermittelte Geschäft gemachten Umsatzes.
    Bei Versicherungsprämien handelt es sich nicht um Umsatz im geschäftlichen Sinn, sondern für den, der das Geschäft macht, erst einmal um geliehenes Kapital, das er einsetzt, um es zu vermehren. Erst diese Vermehrung stellt das Geschäft eines Investors dar, und erst von dieser Kapitalvermehrung darf der Investor eine Provision an den Vermittler zahlen – aber auch erst dann, wenn er sich die Kapitalvermehrung mit dem Kapitalgeber nach Vereinbarung geteilt hat.
    Wie man auf die Idee kommen kann, eine Provision für Geschäfte zu zahlen, die noch nicht einmal stattgefunden haben, muss noch erörtert werden. Auf keinen Fall aber kann man eingesetztes Kapital vorzeitig verzehren, sondern muss erst einmal warten, bis es Junge bekommen hat. Und auf keinen Fall darf man solchen finanziellen Leichtsinn dem Kapitalgeber anlasten, schon gar nicht ohne dessen Wissen und Zustimmung.

    Und jetzt bitte kein Vergleich mit einem Lebensmittelladen, wo der Händler ja auch was für seine Arbeit bekommt und der Kunde nicht fragt!
    Es ist ja wohl nicht so, dass der Kunde wenig Geld haben möchte, deswegen viel Geld bezahlt und der Versicherung die Differenz fürs “Arbeiten” bezahlt.
    Wenn das Geschäft so viel Arbeit macht, dass das eingesetzte Kapital gleich aufgegessen wird, ist das Geschäft eben kein gutes Geschäft.

    Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Die Finanzonanie ist am Ende.

  3. , 11. Mai 2010 um 14:12 Uhr

    @ Daniel Harker

    Sie sollten bei Ihrer Argumentation nicht außer acht lassen, dass ein Kunde bei Versicherungen ab dem ersten Tag Risikoschutz hat. Das “Geschäft” nutzt dem Kunden also ab der ersten Sekunde. Versicherungsprämien sind auch kein geliehenes Kapital, sondern sie werden von den Versicherungsunternehmen dafür eingesetzt, im Versicherungsfall Leistungen zu erbringen.

  4. Wolfgang Stadler, 11. Mai 2010 um 15:35 Uhr

    @ Herrn Harker – schön dass Sie sich als Untergangsprotagonist der Finanzbranche bzw. der Provisionsmodelle qualifizieren möchten, ihre verschachtelten und aufwändig verkomplizierten Sätze erinnern mich an Zertifikate der Banken, die kein Mensch versteht und die meistens auch keinen Nutzen bringen.

    Mehr will ich dazu gar nicht sagen

  5. Michael Miedl, 11. Mai 2010 um 16:34 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    zu den Ausführungen von Herrn Harker fällt mir spontan das Zitat des schon verstorbenen Fernsehmoderator`s Robert Lembke ein, der sagte:
    “Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen – das Schweigen wäre bedrückend.”

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken

    Michael Miedl

  6. Jörg Renner, 11. Mai 2010 um 21:15 Uhr

    Wieso eigentlich nicht der Vergleich mit einem Lebensmittelladen ?
    Die Besitzer dieser Läden sind Kaufleute und verdienen an den verkauften
    Produkten.
    Kein Kunde kommt auf die Idee, zu fragen, wieviel der Händler für das erworbene Produkt bekommt / verdient.
    Das ist in der Regel ja wohl normal.
    Warum muß sich denn ein Vermittler, der Provisionen erhält, für seinen
    Verdienst rechtfertigen?
    Keiner meiner Kunden hat mich bisher gefragt, wieviel ich denn jetzt an dem gerade getätigten Abschluß verdient habe.
    Obwohl es ja seit einiger Zeit in den auszuhändigenten Unterlagen steht und
    gesetzlich vorgeschrieben ist.
    Diese Unterlagen liest sich in der Regel kein Kunde durch!
    Warum ist dies so?
    Weil die Kunden zu ihrem Berater vertrauen haben!
    Da wir auf Empfehlungsbasis arbeiten, wären wir schön ” blöd ” , dieses
    uns entgegengebrachte Vertrauen zu mißbrauchen!
    Ich bin der Meinung, wenn jemand, egal in welcher Branche er arbeitet, gute Leistungen erbringt, hat er auch das Recht dementsprechend zu verdienen.
    Dienen kommt vor verdienen. Steckt ja schon im Wort.
    Einen guten Abend aus der schönen Altmark wünscht,
    Jörg Renner

  7. Daniel Harker, 12. Mai 2010 um 21:06 Uhr

    @ Dr. Helge Lach:
    Der Versicherungsschutz bei zB einer Lebensversicherung nützt mir aber nur, wenn ich tot bin. Aber wie dem auch sei: Das verdeckte Abziehen der Provision von den arglos eingezahlten Prämien dürfte keine gesetzliche Grundlage haben. Oder doch? Wenn ja, würde ich sie gerne kennen.

    @ Wolfgang Stadler:
    Auch wenn Ihnen meine Ausführungen zu kompliziert sind – was mit “Finanzonanie” gemeint ist, haben Sie verstanden.

    @ Jörg Renner:
    Nicht die Provision des Vermittlers ist das Problem, sondern dass sie jemand Dritter, der mit der Vermittlung eines Geschäftes und der vereinbarten Vermittlungsgebühr nichts zu tun hat – ich -, sie zahlen soll.
    Eine Provisionsvereinbarung wird zwischen einem Auftraggeber und einem Vermittler abgeschlossen. Der Vermittler bringt die Leistung, und der Auftraggeber bezahlt ihm dafür den vereinbarten Betrag. Der Auftraggeber ist also auf Grund der Provisionsvereinbarung der Zahlungspflichtige.
    Falls Sie es wissen – oder auch jemand anderer, der mitliest -, würde ich gerne wissen, welche Rechtsgrundlage das (heimliche) Anlasten einer Zahlungsverpflichtung aus einem Vertrag zwischen zwei Personen an Dritte hat.
    Befürworter dieser Praxis argumentieren häufig damit, dass ja auch ein Lebensmittelhändler etwas verdient, ohne dass der Kunde fragt, welchen Anteil das im Preis der Ware ausmacht.

  8. , 13. Mai 2010 um 11:07 Uhr

    @ Daniel Harker

    Sofern Sie Lebenspartner / Kinder haben: Die sehen das mit der Versicherungsleistung im Todesfall ganz sicher völlig anders als Sie.

    Offensichtlich ist Ihnen nicht bekannt, dass im Versicherungsgeschäft die Abschlußkosten im Angebot offen ausgewiesen werden (müssen). Woher also nehmen Sie die (nachweislich falsche) These, die Abschlußkosten seien “verdeckt”? Haben Sie sich auch schon einmal beim Autokauf, im Supermarkt oder im Drogeriemarkt darüber beschwert, dass der Deckungsbeitrag des Händlers im Kaufpreis enthalten ist? Im Gegensatz zur Versicherungsbranche wird dort die Handelsspanne nicht offen ausgewiesen sondern ist tatsächlich verdeckt.

    Nichtsdestotrotz: Niemand zwingt Sie, Versicherungsschutz abzuschließen. Unsere 5 Millionen Kunden sehen das deutlich entspannter.

  9. Andrea, 13. Mai 2010 um 11:53 Uhr

    Lieber Daniel Harker,
    so wie Sie die Sache mit der Provision sehen, dürfte ja kein einziger Unternehmer welcher in irgendeiner Form Mitarbeiter, Angestellte oder Subunternehmer bezahlt diese Kosten auf den Kunden “dritten” umlegen.
    Kleiner Tipp: eventuell sollten Sie mal ein Buch über die Grundlagen der
    Betriebswirtschaft lesen !!!

  10. Wolfgang Stadler, 13. Mai 2010 um 18:59 Uhr

    @ Dr. Lach – lassen wir Herrn Harker doch glücklich sein. Ich gehe davon aus, dass er niemanden zu ernähren hat. Ansonsten gehe ich davon aus, dass in seinem Falle alles gut gehen wird und er von biometrischen Risiken nie betroffen sein wird. Diese machen um komplizierte Satzkonstruktionen in der Regel einen großen Bogen 🙂

  11. Daniel Harker, 16. Mai 2010 um 15:22 Uhr

    @ Dr. Helge Lach:

    Die Provision zählt nicht zu den Abschlusskosten einer Versicherung, sondern diese sind die, die anfallen, wenn man eine Versicherung abschließt, und das geht auch ohne Vermittlung. Man kann sozusagen auch freiwillig zu einer Versicherungsgesellschaft hingehen und um eine Versicherung bitten.
    Alles, was da an Kosten anfällt, sind Abschlusskosten. Ein Vertrag, dessen Ansprüche erst fällig werden, wenn die Versicherung abgeschlossen ist und die erste Prämie bezahlt ist, kann naturgemäß nicht zu den Abschlusskosten zählen. Die Leistung aus der Provisionsvereinbarung ist die Vermittlung, und die hat nichts unmittelbar mit der Versicherung oder deren Abschluss zu tun.

    Dass das viele Versicherungskunden anders sehen, liegt einfach nur daran, dass sie noch nicht einmal wissen, dass man ihnen unrechtmäßig Geld weggenommen hat.

  12. , 16. Mai 2010 um 16:16 Uhr

    @ Daniel Harker

    Provisionen sind kalkulatorisch Bestandtei der Abschlusskosten. Das können Sie in jedem Lehrbuch zur Versicherungsbetriebslehre und zur Versicherungsmathematik nachlesen.

  13. Daniel Harker, 17. Mai 2010 um 21:04 Uhr

    Widerspricht aber geltendem Recht zum Schutz von Hab und Gut. Und es ist auch einfach falsch, dass eine Provision zu den Abschlusskosten gehört, aus den schon genannten Gründen.

    Und zum Auto und zum Drogeriemarkt: Der Kunde zahlt einen bestimmten Betrag für eine bestimmte Sache, und dabei ist es ihm piepschnurz, wie der Preis entstanden ist; er will 1 Auto für x Euro und ist damit einverstanden.
    Bei einer Versicherung zahlt er Prämien – oder denkt das zumindest. In Wirklichkeit zahlt er ohne es zu wissen die Provision ab und wäre damit nicht einverstanden, wenn er es wüsste. Das ist genauso legal wie wenn man jemandem einen Maserati verkauft, in dem ein Aixam-Motor eingebaut ist.

  14. , 18. Mai 2010 um 08:57 Uhr

    @ Daniel Harker

    Mein Vorschlag wäre, dass Sie sich einfach mal von einem Vermögensberater der DVAG umfänglich beraten lassen. Dann werden Sie erkennen, dass eine solche Beratung überaus werthaltig und insoweit eine Vergütung für diese Dienstleistung mehr als angemessen ist. Versuchen Sie es!

  15. Andrea Brunke, 20. Mai 2010 um 23:49 Uhr

    Absolut spannend …..Ihr “Thema”
    Der Satz von Robert Lembke hat mir am besten gefallen ;O))))
    Was genau ist daran so aufregend das in der Branche gutes Geld verdient wird ???
    Wie sieht der Vergleich mit Anwälten dessen Verdienst und Leistung aus ????

  16. Wolfgang Stadler, 21. Mai 2010 um 09:35 Uhr

    Lieber Herr Harker, Sie setzen voraus, dass Ihre ziemlich kurzfristige Denkweise auf alle Bundesbürger zutrifft. Es gibt sicherlich eine Vielzahl an Bürgern, denen klar ist, dass Todesfall- und BU-Schutz auch Provision und Abschlusskosten beinhaltet – die aber dennoch gerne einen passenden Schutz haben, der sich nur nach umfassender Beratung ermitteln lässt. Eine Versicherung ist das einzige Produkt, das SIE nicht mehr kaufen können, wenn SIE es brauchen. Aber werden SIE doch glücklich mit IHREN Ansichten, Herr Harker…

    @ Dr. Lach – als VB verzichte ich auf die Beratung von solchen Leuten wie Herrn Harker. Er weiß alles besser, nach stundenlangen Gesprächen, in denen er mein Fachwissen ausnutzt, erklärt er mir dann, dass er für 3 Euro mtl. günstiger einen anderen Vertrag im Internet abgeschlossen hat. Meine Kostendeckungsrechnung lässt solche Interessenten nicht zu.