DVAG nochmals zu Einmalbeiträgen

14. April 2010 | 1.142 mal gelesen

Einmalbeiträge in der Lebensversicherung sind zunächst nichts Negatives.

Zum Beispiel werden die vom Staat an die Lebensversicherer überwiesenen Riester-Zulagen als Einmalbeiträge verbucht, genauso wie die in der Regel am Jahresende eingehenden Sonderzahlungen zur Ausnutzung der steuerlichen Förderung bei Rürup-Renten (dazu ausführlich unser Blog-Beitrag vom 4.12.2009).

Nunmehr liegen die abschließenden Zahlen 2009 zum Einmalbeitragsgeschäft der deutschen Lebensversicherer vor – Anlass, das Thema kritisch zu durchleuchten.

  1. Vor allem die Provinzial-Lebensversicher (86,1%) und die R+V Lebensversicherung (83,6%) als Partner der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken fallen durch extrem hohe Anteile des Einmalbeitragsgeschäftes auf. Hier liegt es nahe, dass die Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Lebensversicherungstöchter ordentlich “angezapft” haben, um den eigenen Kunden Anlagen bieten zu können, deren Rendite über die aktuell am Markt erzielbaren Margen hinaus geht.  Mit solchen Arbitragegeschäfte werden die Bestandskunden geschädigt, nur diese wissen dies nicht.
  2. Bei vier Lebensversicherern liegt der Anteil des “Brot-und-Butter-Geschäftes” gegen laufenden Beitrag inzwischen unter 10%, im Marktdurchschnitt bei unter 25%. Dies zeigt: Die meisten Versicherer haben offensichtlich erhebliche vertriebsbedingte Probleme, überhaupt noch Vorsorgeverträge gegen laufenden Beitrag zu vermitteln, obwohl genau dies die Verträge sind, die die Mehrheit der Bevölkerung für die Altersversorgung dringend benötigen würde.
  3. Die Entwicklung zeigt, wie “händeringend” Kunden nach Anlageformen suchen, die liquiditätsnah sind, zugleich 2,5 oder vielleicht 3% Rendite abwerfen. Die Banken sind nicht bereit, solche Produkte anzubieten. Sie wissen warum. Die Lebensversicherer tun es, um Schwächen im Neugeschäft gegen laufenden Beitrag auszugleichen oder um die gerade bei älteren Lebensversicherern inzwischen erheblichen Abflüsse aus Abläufen zu kompensieren. Abgesehen von der Schwächung der Bestandsrenditen: Damit bewegen sich die Lebensversicherer zunehmend weg von ihrer Kernkompetenz – biometrische Risiken – hin zum Bankgeschäft, eine Entwicklung, die die BAFin aufmerksam beobachtet.
  4. Mit 54,9% Anteil des Einmalbeitragsgeschäftes liegt unser Premiumpartner AachenMünchener Leben nahezu am Ende der Rangliste, und dies, obwohl die AM Leben besonders hohe Einmalbeitragszuflüsse aus dem Riester- und Rürup-Bestand hat (s.o.). Dies zeigt: Dank der exzellenten Beratung der Vermögensberater der DVAG ist die AM Leben nicht darauf angewiesen, zur Kompensation von vertriebsbedingten Neugeschäftsschwächen in großem Stil Einmalbeiträge zu zeichnen, die zu Lasten der vorhandenen Kunden gehen.

Wieder einmal zeigt sich: Die exklusive Partnerschaft zwischen den AachenMünchener Versicherungen und der DVAG als alleinigem Vertriebspartner nutzt allen: Dem Lebensversicherer genauso wie dem Kunden, der nicht fürchten muss, dass Teile seiner Rendite über einen Bankpartner des Lebensversicherers abfließen.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Hans-Otto Prang, 14. April 2010 um 12:15 Uhr

    Wir haben ja auch als VB die Möglichkeit, unseren Kunden über Einmalbeiträge eine Anlage bei der AM zu ermöglichen, allerdings zu Konditionen, bei denen jeder Bestandskunde sicher sein kann, dass es nicht zu seinen Lasten geht. Also: Das eine tun, aber das andere nichts lassen. Oder wie Dr. Pohl immer so schön sagt: Im Grunde gibt es kein Gift, die Menge macht´s.
    Grüße aus dem sonnigen Rheinland…

  2. Wolfgang Staler, 14. April 2010 um 22:30 Uhr

    @ Herrn Prang – sie haben ja so Recht 🙂 Aber dass unser lieber Dr. Pohl mittlerweile für alle möglichen Zitate herhalten muss… kurios 🙂

    “Alle Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist “- das war der liebe Paracelsus.

    schönen Abend

  3. Robert Wenzel, 15. April 2010 um 21:31 Uhr

    Danke für diese klasse Hintergrundinfos; mit diese Wissen kann man beim Kunden noch besser deutlich machen, warum es zu uns keine Alternative gibt… merci 😉