DVAG zu Markenmanagement

10. April 2010 | 1.019 mal gelesen

Sicher kennt sie der eine oder andere, die Finanzgruppe Fortis, immerhin unter den Top 20 weltweit der Versicherungskonzerne.

Aufgrund erheblicher Schieflagen in Folge der Finanzkrise wurde der Konzern vor gut einem Jahr zerschlagen.  Jetzt soll der verbleibende Rest umbenannt werden: In ageas. Die Buchstaben “AG” sollen für den belgischen Teil der Gruppe stehen, “EA” für die Hauptmärkte Europa und Asien und “AS” für das französische Wort “assurance” für Versicherung. Stellt sich die Frage, wie damit Kunden und Vertriebe umgehen werden.

Aber Fortis ist nicht allein, mit diesem seltsamen Wechsel zu nichtssagenden Kunstmarken: Aus Citibank wurde Targobank, um so das Negativimage abzuschütteln. Aus Hamburg Mannheimer und VICTORIA wird ERGO. Aus dem Asset Management der Credit Agricole und der Societe Generale wurde Amundi… usw.

Gut, dass wir den besten Firmennamen haben, den man sich wünschen kann. Denn fest steht: Mit dem können unsere Kunden in jedem Fall etwas anfangen.


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Ines Wenzel, 10. April 2010 um 09:23 Uhr

    Es gibt ja auch noch jede Menge Beispiele aus der Industrie und aus dem Handel: Arcandor, Novartis, Aventis usw. Alles Kunstbegriffe, mit denen man nichts verbindet. Was mag wohl das Management zu solchen Schritten bewegen?

    Nie käme die Deutsche Bank auf die Idee, ihren Namen aufzugeben. Oder die Allianz, oder die Generali. Und als Deutsche Vermögensberatung hat man sowieso keinen Grund dazu. Ein prima Name, der alles sagt. 😉

    Wenn ich mich richtig erinnere, hieß die DVAG bei Gründung ja auch noch Allgemeine Vermögensberatung. Die Firmierung Deutsche Vermögensberatung hat sich Dr. Pohl erkämpft. Sehr gut!!!

  2. Wolfgang Stadler, 10. April 2010 um 09:45 Uhr

    Habe mich schon oft gefragt, wie Dr. Pohl diesen Weitblick für viele seiner Entscheidungen – darunter auch der Name Deutsche Vermögensberatung haben konnte. Was muss der Dr. da für eine unglaubliche Energie reingesteckt haben… darum ist die DVAG auch nicht kopierbar, solche Menschen gibt es nur selten.

  3. Michael Miedl, 10. April 2010 um 09:49 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    wenn nur mal die Menschen bei Ihren Finanzen so genau auf Markennamen achten würden, wie z. B. beim Autokauf.
    So fährt man hunderte von Kilometern, um sich ein paar hundert
    Euro beim Autokauf zu sparen, während weitreichende, in der Vergangenheit oft verlustbringende Anlageentscheidungen vielfach
    nach kurzer,”sich gut anhörender” Beratung am Bankschalter und auch am Wohnzimmertisch des Kunden getroffen werden/wurden.
    Ich bin überzeugt, daß auch in der DVAG das Qualitätsmanagement noch weiter ausgebaut und somit der “Allfinanz-Gedanke” untrennbar mit
    der “Deutschen Vermögensberatung AG” verbunden wird.

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  4. Wolfgang Reinhardt, 10. April 2010 um 11:09 Uhr

    Da wird einem ja ganz schwindelig!

    Anscheinend hat man die Produktmanager, die vor der Finanzkrise vollkommen wahnsinnige und nicht zu verstehende Produkte kreiert haben, nun beauftragt, neue Marken zu erfinden.

    Naja, immerhin sind sie nicht entlassen worden 😉

    Gut dass bei Deutsche Vermögensberatung AG keine Fragen offen bleiben.

  5. Harri Schultze, 10. April 2010 um 18:26 Uhr

    @Wolfgang: nein ich glaube eher, dass der Produktmanager, der vor vielen Jahren aus Rider Twix gemacht hat, jetzt endlich wieder einen Job in einer Bankenunternehmensberatung gefunden hat.

    Spass beiseite. Die Rechnung der Unternehmen, die ihre “wertvollen” altgedienten Marken einfach auf den Müll werfen, kann m.E. niemals aufgehen. Wenn ich an das Beispiel Citibank denke, dann haben die das in Deutschland schon mal hinter sich. Ich erinnere mich an den Beginn der Neunziger, da war ich “Lohnbuchhalter” und unter den Lohnpfändungsspitzenreitern war seinerzeit die “KKB Kundenkreditbank”. Durch die umfirmierung in die Citibank ist das Image nicht abgeschüttelt worden. Ob das jetzt durch den neuen Namen Targo “so geht Bank heute” anders wird…..wir werden sehen.

    Es ist wohl eher das Geschäftsmodell, das ein Anderes werden muss, wenn sich etwas ändern soll. Und anstatt Millionen in den Aufbau und die Bekanntmachung eines neuen Namens zu stecken, könnten das Geld doch besser in Qualität der Beratung investiert werden.

    Schön, dass Dr. Pohl das beste denkbare Geschäftsmodell mit der Allfinanz erfunden hat und der Name “Deutsche Vermögensberatung AG” für höchste Beratungsqualität steht.