DVAG zu Doppelagenten

1. April 2010 | 558 mal gelesen

Ein interessanter Beitrag findet sich im Versicherungsjournal vom 30. März 2010.

Offensichtlich gibt es eine Reihe von Finanzvertrieben, die selbst am Markt mit Maklerstatus, also als ungebundene Vermittler auftreten, zugleich aber ihre neu rekrutierten Berater über “befreundete Versicherer” als gebundene Vermittler registrieren.

Damit wird versucht, von den dem gebundenen Vermittler gesetzlich eingeräumten Besonderheiten in der Haftung und Ausbildung zu profitieren, die für den gebundenen Vermittler aufgrund seiner unmittelbaren und exklusiven Beziehung zu einem Versicherer gelten.

Tritt ein Berater beim Kunden unter dem Dach eines ungebundenen Finanzvertriebs auf, ist gleichzeitig selbst aber als gebundener Vermittler registriert, ist dies faktisch eine Umgehung des Vermittlergesetzes und eine Benachteiligung gegenüber denjenigen, die sich wie die Vermögensberater der DVAG Deutsche Vermögensberatung im Versicherungsbereich unmißverständlich zu ihrem Status als gebundener Vermittler bekennen.


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Michael Miedl, 1. April 2010 um 11:13 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    ……und da soll nochmal jemand etwas Negatives zur Seriösität der DVAG sagen. Das Gesetz ist nichtmal das Papier wert, auf dem es steht!

    Frohe Ostern und viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  2. Michael Büdgenbach, 1. April 2010 um 11:58 Uhr

    Genau das ist auch mein Eindruck – noch schlimmer, der Kunde denkt natürlich bei der ersten Kontaktaufnahme nicht über diese Besonderheiten nach und ihm wird vorgegaukelt eine Auswahl aus einer breiten Palette zu bekommen. Jedoch ist der Berater unter Umständen noch gar nicht gesetzlich in der Lage zu solch einem Angebot.

  3. Norbert Balzer, 1. April 2010 um 23:12 Uhr

    Liebe Leser,

    es ist doch ein alter Hut. Kapital und die Sucht danach, sucht ihren eigenen Weg.

    Um den eigenen Erfolg zu erhöhen gibt es immer mehrere Wege. Der Eine, ich nenne ihn mal den einfacheren Weg, ist der des „Zahlenvorlegers“. Dieser Weg beinhaltet das Vorzeigen von Zahlen. Also, 2,3462 % Zinsen hier oder 3,10982 % dort. Oder der „Tarifvergleich“ irgendwelcher Produkte.

    Der zweite Weg liebe Kollegen, der ist der Schwierigere. Ich nenne ihn „den Verantwortlicheren“.
    Hier werden Informationen wie etwa „was genau erwartet mein Gegenüber von seinem Leben“ gesammelt und dann letztendlich in einem Finanzkonzept beantwortet. Das Ergebnis ist aus Sicht des Verkäufers komplizierter, weil hier oft unbequeme Wahrheiten auf den Tisch gelegt werden. Wer will denn schon seine Renteninformation verstehen?

    Meine Kunden finden es absolut wichtig, dass ich einen zuverlässigen Versicherungs-Bank- Investmentfonds- Bausparpartner an meiner Seite habe. Hier stellt sich in den täglichen Beratungsgesprächen nicht die Frage ob ich das sogenannte „beste Produkt“ herausgesucht habe. Hier, am Tisch des Kunden, stellt sich die Frage“ Kann ich mich auf DICH verlassen?“

    Und wir werden jeden Tag genau dass tun, unsere Kunden sollen und werden sich auf uns verlassen können. Über 35.000 Berater tauschen täglich ihre Erfahrungen und die Fragen unserer Kunden aus. Die Antworten darauf werden unsere Partnergesellschaften finden wollen.

    An dieser Stelle will ich mich auch im Namen meiner Kunden, bei unserem Partner der Aachen Münchner in Hamburg, für ihre absolut professionelle Arbeit bedanken.

    Gefunden und gebunden!!!

    Allen Lesern wünsche ich ein wunderbares Osterwochenende!!!

    Herzliche Grüße aus Glienicke – Ihr (Euer) Norbert Balzer

  4. Jörg Friedrich, 8. April 2010 um 11:40 Uhr

    Dieser Zustand ist aus meiner Sicht unhaltbar, dass in Vertrieben einmal Vertreter mit Maklerstatus und einmal gebundene Vermittler tätig sind. Ich denke, hier ist der Gesetzgeber gefordert, eindeutig zu unterscheiden, je nachdem wie der Auftritt des Vertriebes oder Unternehmens ist, ( nur mit einem Versicherungsunternehmen zusammenarbeitend oder verbunden ) , dann kann man den gebundenen Vermittlerstatus nutzen , oder wenn man mehrere Versicherungen von verschiedenen Anbietern vertreibt , dann ist nur der Maklerstatus möglich. Ich habe mich sowieso schon gefragt wie es bei einigen Vertrieben ( vertreiben Versicherungen von verschiedenen Anbietern ) möglich ist Mitarbeiter zu gewinnen und auszubilden, obwohl der Gesetzgeben hohe Anforderungen gesellt hat, die von Branchenfremden nicht erfüllt werden können. Diese Unternehmen sparen natürlich Kosten, schlüpfen unter Haftungsdächer und nutzen damit Gesetzeslücken. Ich finde es von der DVAG super, das eine klare Linie gefahren wird und jeder Kunde und jeder Berater sich darauf verlassen.
    Ich bin ja gespannt wie das weitergeht und ob dieser Zustand lange so bleiben wird???
    Viele Grüße
    Jörg Friedrich

  5. , 8. April 2010 um 11:55 Uhr

    @ Herr Friedrich

    Im Grunde ist nicht der Gesetzgeber gefordert, der der hat im Vermittlergesetz klar geregelt, dass jeder Vermittler sich beim Kunden als gebundener oder ungebundener Vermittler ausweisen muss.

    In den hier erwähnten Fällen wird dieses Gesetz glatt umgangen, denn beim Kunden wird der Schein der Unabhängigkeit gesetzt, obgleich im Vermittlerregister eine Registrierung als gebundener Vermittler vorliegt. Gefordert ist hier vielmehr die BAFin, die solche Mißstände dringende beseitigen sollte.