DVAG zu: PKV stützt GKV

20. März 2010 | 1.175 mal gelesen

Es ist bekannt, dass Ärzte zur Finanzierung ihrer Praxis gelegentlich ihre Praxisumsätze durch eine überdimensionierte Behandlung privat Versicherter aufbessern.

Diesen Zusammenhang verdeutlicht ein Vergleich: Seit dem Jahr 1997 (=100%) haben in der GKV die Kosten für ambulante Heilbehandlung um 14,6% zugenommen, in der PKV hingegen um 45,2%.

So leisten die PKV-Versicherten einen ansehnlichen Beitrag zur Stabilisierung des GKV-finanzierten Gesundheitswesens. Was also geschähe mit Ärzten und Krankenhäusern, wenn es keine PKV gäbe? Viele müßten aufgeben mit der Folge, dass die Versorgung der Bürger mit ärtzlichen Leistungen abschmilzt.

Was dabei noch nicht berücksichtigt ist: 16 Milliarden Euro Subvention erhält die GKV aus Steuermitteln. Auch diese werden anteilig von PKV-Versicherten zur Verfügung gestellt.

Wir als DVAG meinen: Anlaß genug für die Politik, weiter intensiv über Möglichkeiten zur Reformierung der GKV und zur Stärkung der PKV nachzudenken.


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Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Ralf Cormaux, 20. März 2010 um 12:33 Uhr

    Eine richtige Reform ist doch längst überfällig. Solange Politiker jedoch in Legislaturperioden denken und sie Angst vor der Nicht-Wiederwahl haben, werden meist doch aus Reformen nur Reförmchen.

    Die Ärzte in meiner Kundschaft sind jedoch absolut sicher, dass sie ohne die PKV-Versicherten gar nicht mehr klarkommen würden. Verdenken kann man den Ärzten eine bevorzugte Behandlung von Privatpatienten auch nicht. Moralisch mag das zwar so sein, aber wirtschaftlich betrachtet, würde jeder Mensch genauso handeln. Wenn ein Arzt zwei ihm unbekannte verschiedene Patienten behandeln würde und bei dem einen nur die Hälfte verdienen würde, wäre wohl jedem klar, wer zuerst bedient wird, oder? Schließlich hängen an der Entscheidung auch Arbeitsplätze in der Praxis bzw. im Krankenhaus. Nahezu jeder Selbstständige ist doch aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen genau so zu handeln.

    Fazit: Echte Reform, wo bleibst du?

    Liebe Grüße vom Vermögensberater aus Willich
    Ralf Cormaux

  2. Alfred Gense, 20. März 2010 um 13:48 Uhr

    Als PKV-Versicherter bekomme ich inzwischen fast die Hlfte meiner Beiträge zurück, weil ich nicht wegen jedem Schnupfen zum Arzt laufe und das Aspirin aus eigener Tasche bezahle. So wird jeder motiviert, nur dann zum Arzt zu gehen, wenn es wirklich notwendig ist. In der GKV fehlen jegliche Anreize, nicht zum Arzt zu gehen. Das wäre schon mal ein erster Ansatz für Reformen und Lernen von der PKV.

    Ärgerlich finde ich: Ein Teil der Beitragserhöhungen, die auch ich als PKV-Versicherer abbekomme, resultiert nur daraus, dass meine PKV die GKV über den im Blogbeitrag beschriebenen Effekt subventionieren muss.

  3. Wolfgang Stadler, 20. März 2010 um 20:05 Uhr

    @ Herrn Gense

    Ihr Ansatz, die Bürger mit Rückerstattungen zu motivieren, solange diese keine Leistungen beanspruchen ist m.E. sehr fragwürdig, da dies eine gefährliche Gradwanderung ergibt. Viele Bürger würden trotz Erkrankungen aus finanziellen Gründen nicht mehr zum Arzt gehen.

    Ich finde, man sollte Vorsorge mehr fördern – beim Zahnarzt die Prophylaxe zahlen, Raucherentwöhnung, Sportprogramme – das wäre sinnvoller! Schönes WE

  4. Frank Bertsche, 20. März 2010 um 22:12 Uhr

    Wie überraschend ist es dann trotz dieser Entwicklung noch, dass eine 4-köpfige Familie bei ähnlichen (und sogar etwas besseren) Leistungen weniger bezahlt, als in der GKV. Dazu kommen schnellere Terminvergabe und bessere Behandlung.

    Die PKV dazu gezwungen besser zu wirtschaften….und das wohl mit Erfolg.

  5. Marcel H. Costin, 21. März 2010 um 12:11 Uhr

    Hallo liebe Leser,

    letztenendes hängt dann doch alles davon ab worauf jeder einzelne Mensch Wert legt. Dem Einen ist das Geld wichtiger, dem Anderen die Gesundheit.

    Schade ist, dass viele Leute dazu tendieren zu DER gesetzlichen Kasse zu wechseln die augenscheinlich die höchsten Prämien zurück zahlt, auch wenn es nur wenige Euro mehr sind. Durch große Zahlen wird leicht verschleiert, was jeder realistisch, tatsächlich zurück bekäme. Oft kommen diese großen Zahlen zustande, indem einfach alle Prämien und Sonderförderprogramme die von der Kasse angeboten werden, addiert werden. Manch Kunde schwärmt dann von der überlegenen Potenz dieser Kasse, wird nach kurzer Prüfung dann aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Erfolgreiches Marketing, keine Frage! Es braucht also Aufklärung und einen Taschenrechner, will man kein Marketingopfer werden ;-).

    Es gibt unkomplizierte, ehrliche GKV-Bonusprogramme die einen NICHT überfordern mal zum Arzt zu gehen und sich vorbeugend untersuchen zu lassen UND auch noch überdurchschnittliche Prämien zahlen UND einige exklusive Sonderfeatures bieten. Tja und es gibt sogar Möglichkeiten im Bereich PKV Gelder für Präventionsuntersuchungen rückerstattet zu bekommen. Fragen Sie dazu Ihren ganz persönlichen Vermögensberater!

    Heute mal schöne Grüße aus Rheydt,
    Marcel H. Costin

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