DVAG zu geschlossenen Fonds

12. März 2010 | 956 mal gelesen

Viel wurde in den letzten eineinhalb Jahren über Zertifikate geschrieben. Allen voran die unrühmlichen Lehman-Zertifikate, die die Banken Privatanlegern als Altersversorgung verkauft haben und die jetzt wertlos sind.

Doch nicht nur im Bereich der Zertifikate lauern für Privatanlager unüberschaubare Risiken. Vergleichbares gilt für geschlossene Fonds, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

“Ergo-Kunden drohen Millionenlasten. Anleger in Ideenkapital-Filmfonds müssen rund 150 Mio. Euro Steuern nachzahlen. Dubiose Vertriebswege.” So der Aufmacher in der Financial Times vom 26.2.2010.

Was steckt dahinter?

Die Ergo-Tochter Ideenkapital hatte in den Jahren 2001 und 2002 auf “Promi-Parties” sowie über die Vertriebswege Apotheker- und Ärztebank und den Finanzvertrieb Bonnfinanz für geschlossene Medienfonds geworben. Hauptargument: Die hohen Anfangsverluste konnten steuerlich geltend gemacht werden und machten das Investment so “auf Staatskosten” für Gutverdiener mit hohen Steuersätzen lukrativ.

Inzwischen hat die Finanzbehörde ihre Auffassung geändert und erkennt nur noch einen geringen Teil der Anfangsverluste an. Die Folge: Hohe Steuernachzahlungen zzgl. Zinsen für die Anleger.

Gut, dass Vermögensberater der DVAG Deutsche Vermögensberatung nicht nur auf das Angebot von Zertifikaten, sondern auch auf das von geschlossenen Fonds vollständig verzichten – zum Wohle ihrer Kunden.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Harri Schultze, 12. März 2010 um 09:33 Uhr

    Wenn solche Produkte nur bei Haushalten mit hohem Steuersatz patziert worden wären, dann könnte man immer noch an den guten Willen beim Vertrieb von geschlossenen Fonds glauben. Die Finanzbehörde hat dann eben die Spielregeln geändert :-(.

    Leider ist es aber so, dass ich bei den gründlichen Finanzanalysen in zahlreichen Privathaushalten solche Produkte schon gefunden habe, die überhaupt keine attraktive Steuerentlastung dadurch haben. Vielmehr sind sich die Kunden so gut wie nie darüber im klaren, dass sich dadurch sozusagen zum Mitunternehmer werden und auch steuerlich diesen Regeln dann unterliegen.

    Wenn ich bei alleinstehenden Witwen mit geringer Rente, die mit dem Wunsch nach sicherer Anlage des Erbes ihres Gatten für die eigene Altersvorsorge vertrauensfoll zur V….und R…. Bank gehen und mit sowas im Protfolio nach Hause gehen, dann verliere ich den Glauben an eine faire Bankberatung.

    Wenn auch Gutverdiener mit hohem Steuersatz solche Wege nutzen um Steuern zu sparen, ohne dass vorher die hoch attraktiven und vergleichsweise einfachen Wege der steuerlichen Förderungen aus dem Alterseinkünftegesetz voll ausgeschöpft wurden, dann verliere ich den glauben an eine gute Bankberatung.

    Und wenn eine junge Familie mit dem Wunsch nach Eigenheim zu ein Wenig Geld kommt, vom Bankberater in einen geschlossenen Fondsberaten wird und dann bei Hauskauf an das eigene Geld nicht rankommt, dann verliere ich den Glauben an eine bedarfsgerechte Bankberatung.

    (Alles tatsächliche Beispiele aus der täglichen Praxis)

    Gut, dass die Deutsche Vermögensberatung komplett auf Zertifikate und geschlossene Fonds verzichtet – das schützt Kunden und Berater – und gut, dass die Deutsche Vermögensberatung jährlich über 50 Mio Euro in die Ausbildung der selbständigen Vermögensberater investiert – das bringt Sicherheit für Kunden und Berater.

  2. Wolfgang Stadler, 12. März 2010 um 09:46 Uhr

    Des öfteren haben mir (Nicht-)Kunden stolz von Ihren Steuersparmodellen berichtet und erklärt, dass diese einfach besser wären wie unsere Produkte. Einige Male waren darunter auch Schiffsbeteiligungen. In der letzten Ausgabe von Finanztest wird gerade darauf verwiesen, das viele dieser Schiffsfonds in den nächsten Jahren vor massiven Problemen stehen und die Anleger nicht mehr bedienen können. Herzlichen Glückwunsch!

    Wie sagt Prof. Dr. Pohl – lieber ein Leben lang Schnitzel, Kartoffelsalat und deutsches Wasser wie für ein paar Monate Kaviar und Sekt.

  3. Sebastian Meysel, 12. März 2010 um 23:04 Uhr

    @ Harri Schultze und Wolfgang Stadler:

    Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Ich wünsche ALLEN fairen und kompetenten Beratern ein schönes Wochenende, und dass noch viele den Weg zu uns finden werden.

    Sebastian Meysel

  4. Ralf Cormaux, 13. März 2010 um 07:58 Uhr

    Schade nur, dass immer wieder solche Falschberatungen dazu führen, dass wir als Vermögensberater dazu mit in “Sippenhaft” genommen werden, obwohl wir nie solche geschlossenen Fonds verkauft haben.

    Meine Hoffnung ist, dass irgendwann auch der letzte Bürger in Deutschlang begreift, dass wir als Vermögensberater der DVAG wirklich sehr gute und engagierte Arbeit im Dienste unserer Kunden leisten.

    Noch mehr freue ich mich allerdings auf den Tag, und der wird kommen, dass der Wunsch von Dr. Pohl in Erfüllung geht, dass wenn jemand von Vermögensberatung spricht, die Deutsche Vermögensberatung DVAG meint. Spätestens dann werden wir uns vor Bewerbungen nicht mehr retten können.

    Gerade erst vorgestern hatte ich dazu wieder ein sehr interessantes Bewerbungsgespräch mit einem Vertreter der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Die müssten sich bei uns eigentlich zu Hunderten bewerben. Unter einem solchen Druck könnte ich niemals so gut arbeiten, wie ich das seit vielen Jahren tue. “Hut ab” vor den ganzen Bausparkassenberatern die dort draußen am Markt aktiv sind. Dennoch: Was tut ihr euch da an? Bei Fragen: http://www.cormaux.de.

    Liebe Grüße vom Vermögensberater aus Willich
    Ralf Cormaux

  5. Wolfgang Stadler, 13. März 2010 um 09:11 Uhr

    @ Ralf

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen – das Problem ist, dass sich das bei uns so gut anhört, dass es keiner mehr glaubt. Für uns “normal”, für andere “unglaublich” – daher bleiben sie lieber wo sie sind.

  6. Ralf Cormaux, 18. März 2010 um 08:31 Uhr

    Tja, Wolfgang, wir sind schon versaut für den Finanzmarkt. Wo sollen wir beide schon unterkommen und uns wohlfühlen, wenn nicht bei der DVAG? 🙂 Liebe Familie Pohl und liebe DVAG bleibt uns noch gaaaaaaanz lange erhalten.