DVAG zu Image-Gau

27. Februar 2010 | 1.227 mal gelesen

Als Image-Gau bezeichnet die aktuelle Ausgabe des manager-magazins (Seite 26) das, was Banken und Sparkassen durch Fehlberatung angerichtet haben.

Führende Banker sollten ihre Schuld an der Wirtschaftskrise bekennen und Selbstkritik üben. Banker leben in einer eigenen Welt ohne Bezug zur realen Wirtschaft. Ich würde meinem Kind von einer Karriere als Banker abraten. Und Banker haben ihre gesellschaftliche Wertschätzung weitestgehend verloren.

So die Mehrheit der im mm-Panel befragten 382 Führungskräfte.

Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll den Imageverlust der Banken, der leider auf die gesamte Finanzbranche abstrahlt. Wohl dem, der wie die Vermögensberater der Deutsche Vermögensberatung weiter das vollste Vertrauen seiner Kunden genießen kann.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Schweizer, 1. März 2010 um 12:58 Uhr

    Interessante Studie, die ein bemerkenswertes Maß an Ignoranz offenlegt.

    “Führende Banker sollten ihre Schuld an der Wirtschaftskrise bekennen”

    Das ist ja mal unglaublich dämlich. Die haben soviel Schuld an der Wirtschaftskrise wie ein Gefreiter an einem Krieg Schuld hat.

    Die Banker sind doch nur die Erfüllungsgehilfen von Zentralbanken und Regierungen, die mit Liquiditätsflutungen eine Blase mit der nächsten bekämpfen wollen (Zentralbankpolitik nach der .com Blase) oder meinen “social engeneering” sei nötig und möglich (Stichwort “ownership society”–> Hypothekenblase).

  2. , 1. März 2010 um 13:37 Uhr

    @ Schweizer

    Ihre Meinung in Ehren, aber so ganz frei von Verantwortung dürfte das Management der Banken wohl nicht sein. Denn es waren Banker, die Immobilienrisiken in unübersichtlichen Zertifikaten verbrieft und diese auf der ganzen Welt an Gutgläubige verkauft haben. Und es waren Banker, die Privatanlegern Lehman-Papiere für die Altersversorgung empfohlen haben.

  3. Schweizer, 2. März 2010 um 05:17 Uhr

    Völlig richtiger Punkt, dass das Risikomanagement der Banken an dem Punkt versagt hat. Aber warum sind die faulen Kredite überhaupt entstanden? Weil die Clinton-Regierung wollte, dass jeder sich ein Haus leisten kann. Deshalb wurden ja Fannie/Freddie angewiesen, Hypotheken an buchstäblich jeden zu verscherbeln. (Die Glorifizierung der Clinton-Regierung -der “gute” Clinton vor dem “bösen” Bush- in Deutschland scheint unter diesem Gesichtspunkt übrigens besonders ignorant).
    In Verbindung mit der künstlich hohen Liquidität haben sich dann die Gelder (leider) ihren Weg in die Kreditpakete gesucht.

    Lehmann-Papiere an Privatanleger… ist natürich tragisch, aber wohl doch eher eine Randnote. Welche Firgur haben eigentlich DVAG-Berater bei der Geschichte gespielt?

  4. , 2. März 2010 um 12:20 Uhr

    @ Schweizer

    Es ist richtig, dass der Ursprung der Finanzkrise sehr stark auch durch die Politik in den USA befördert wurde.

    Falsch ist hingegen, dass der Verkauf von Lehman-Zertifikaten an Privatanleger nur eine Randnote ist. Es handelt sich allein in Deutschland um mehrere 10.000 Fälle, wobei die Papiere in erster Linie durch die Sparkassen und die Citibank als Altersversorgung verkauft wurden.

    Die Vermögensberater der DVAG haben nicht einem einzigen Kunden Lehman-Zertifikate oder andere Derivate verkauft.

  5. Schweizer, 3. März 2010 um 13:04 Uhr

    Danke für die Infos zu den Lehman-Papieren. Habe die Dimension wohl unterschätzt. Die Sparkassen… das ist ja Ironie des Schicksals, dass die “guten alten” Sparkassen da ins Fettnäpfen getreten haben.

    Und ich glaube nicht, das sich Credit Mutuel einen Gefallen getan hat mit dem Kauf des Privatkundengeschäfts der Citibank in Deutschland. Zumindest sind sie aber den Namen schon mal losgeworden 🙂

  6. , 3. März 2010 um 13:38 Uhr

    @ Schweizer

    Zur Citibank siehe unseren Blogbeitrag vom 23.2.2010