Neues zur Honorarberatung

8. Februar 2010 | 949 mal gelesen

Mehrfach hat die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in ihrem Blog bereits Berichte zur Honorarberatung aufgegriffen und kommentiert.

In einer Studie der Unternehmensberatung BDDO Consulting, der die Befragung von 700  Personen zugrunde liegt, kam Neues zum Thema zu Tage: Danach sind die meisten der Befragten nicht bereit, für die Honorarberatung mehr als 50 Euro pro Stunde zu bezahlen.

Die Differenz zwischen dem, was Honorarberater mit durchschnittlich 150 Euro pro Stunde in der Realität verlangen und dem, was der Kunde bereit ist zu bezahlen, ist damit eklatant. Kein Wunder also, dass die Honorarberatung wenig Aussicht auf Erfolg hat.

Da helfen auch Aussagen des Vorstandssprechers der Quirin-Bank, Karl-Matthäus Schmidt nichts, der immer wieder die Politik auffordert, Provisionen einfach mal ganz zu verbieten. Kein Wunder, denn die Quirin-Bank arbeitet auf Honorarbasis, und hat es in über zweieinhalb Jahren Geschäftsätigkeit gerade einmal auf rund 5.000 Kunden gebracht. Wie passt es zu Wettbewerb und Marktwirtschaft, Wettbewerber per Gesetz verbieten zu wollen, wenn das eigene Geschäftsmodell nicht funktioniert…?  😉


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Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. Sebastian Meysel, 8. Februar 2010 um 17:23 Uhr

    Hallo Herr Dr. Lach,

    ich denke, dass man die Honorarberatung nicht grundsätzlich verteufeln sollte, sie hat mit Sicherheit ihre Existenzberechtigung. Aber es wird sich wahrscheinlich auf Dauer nur ein kleiner Kreis dafür begeistern lassen, die Beratung breiter Bevölkerungschichten greift nun mal auf das bisherige System zurück und wird dies auch in Zukunft tun.

    Und da die Vorsorge nun mal für alle notwendig ist, sollte man eine friedliche Koexistenz der vielfältigen Vertriebskanäle nebeneinander akzeptieren und nicht auf ein Provisionsverbot drängen. Das klingt ja so, als wären die, als wären Vermittler der klassischen Finanzvertriebe an der Bankenmisere schuld.

  2. , 8. Februar 2010 um 17:31 Uhr

    Hallo Herr Meysel,

    ich teile Ihre Auffasung in jeder Hinsicht.

    Dass wir als Deutsche Vermögensberatung (DVAG) nichts gegen die Honorarberatung haben, haben wir auch hier Blog bereits mehrfach betont. Letztendlich sollte der Kunde entscheiden.

    Worum es uns geht: Die Honorarberatung sollte nicht als “Allheilmittel” und die Beratung gegen Provision nicht als “Teufelszeug” dargestellt werden, denn dazu neigt derzeit der eine oder andere “Berufene”, auch Herr Schmidt von der Quirin-Bank.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr Helge Lach

  3. Karl Stocke, 8. Februar 2010 um 17:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Doktor Lach!

    Respekt dass Sie sagen Honorarberatung hat Ihre Berechtigung. In den USA sind viele Bürger bereit ab 500 Dollar je Stunde zu bezahlen um interessenfrei beraten zu werden.(WAMS) Und oftmals ist unter dem Strich doch eine Stunde beim Vetreter in Deutschland erheblich teurer als 50 €, nur weiss es der Kunde meist nicht. So kann eine 3 H Beratung bei 150 € Sparen in Altervorsorge schon mal GesamtKosten(Stückkosten, Fee , etc…) von 3.000 € ausmachen.

  4. , 8. Februar 2010 um 17:44 Uhr

    @ Karl Stocke

    Wie gesagt: Der Kunde sollte entscheiden ! Deshalb sehen wir die Sache gelassen, denn unsere Kunden wissen unsere Dienstleistung zu schätzen.

  5. Sebastian Meysel, 8. Februar 2010 um 18:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    danke für Ihre Anrtwort,

    “Worum es uns geht: Die Honorarberatung sollte nicht als “Allheilmittel” und die Beratung gegen Provision nicht als “Teufelszeug” dargestellt werden, denn dazu neigt derzeit der eine oder andere “Berufene”, auch Herr Schmidt von der Quirin-Bank. ”

    Hier stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Gerade der Herr Schmidt… 🙂

  6. Michael Miedl, 8. Februar 2010 um 19:54 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    es freut mich, wieder etwas von Herrn Schmidt und seiner Quirin-Bank zu hören. War er doch einst der gefeierte Held am Neuen Markt mit seiner Firma Consors Discount Broker. Jedoch stürzte diese genauso schnell ab, wie sie entstanden war. Auch die väterliche “Schmidt-Bank” mit Sitz in Hof (eine Bank, bei der noch der Kunde im Mittelpunkt stand!) ging damals pleite und wurde von der Commerzbank geschluckt. Soll doch jeder seine Erfahrung machen. Wie sagte die Politikerin Birgit Breuel: “Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen!”

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken

    Michael Miedl

  7. Sascha Kriebel, 9. Februar 2010 um 22:03 Uhr

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht mehr so wirklich. Denn ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass unsere Kunden mit der Provisions-Variante viel besser leben, und auch damit leben wollen! Man stelle sich mal folgendes vor: ein Autohaus irgendwo in Deutschland. Ein Kunde – mit Frau und 2 Kindern – betritt dasselbe, ein Verkäufer naht, und fragt, ob er helfen kann. Der potenzielle Kunde antwortet, dass er sich unsicher sei, ob es Modell A oder Modell B sein soll, was besser zu seinen Anforderungen passt, welche Sonderausstattungen verfügbar seien etc. Un der Verkäufer sagt, dass das alles kein Problem sei, und alles in einem Beratungsgespräch geklärt werden könnte. Das allerdings dauere ca. 2 Stunden, und würde demnach ca. 150,- € kosten. Irgendwie grotesk, oder? Das wird in Deutschland nie funktionieren – im Land der Geizer, der Sparer und der Vergleicher! Wenn aber das Gesamtpaket stimmt, die Analyse gewissenhaft aufgenommen wurde, und die Vermögensplanung in der Beratung dann echte Ersparnisse bringt, die für die Wüsche und Ziele investiert werden können – dann fragt keiner mehr, woher denn unser Verdienst kommt. Hauptsache, der Kunde hat was gespart, was er anderweitig anlegen kann! Und das klappt fast immer!

  8. Marcus Müller, 11. Februar 2010 um 09:16 Uhr

    Auch ich habe mir zu diesem Thema so meine Gedanken gemacht. Diese erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sondern geben lediglich meine persönliche Meinung wider. Ich möchte weder für die eine noch die andere Seite Partei beziehen, sondern lediglich meine Überlegungen in dieses Thema mit einbringen.
    Honorarberatung bedeutet doch ich bezahle eine Honorar für die erhaltene Beratung. Es muss ja kein Vertrag zu stande kommen. Bei einer “Provisionsberatung” aber schon. Ohne Vertrag keine Provision. Da heißt doch im Umkehrschluß: Der Honarberater erhält seinen Aufwand auf jeden Fall bezahlt. Der “Provisionsberater” nur, wenn sein Vorschlag auch umgesetzt wird. Noch prekärer wird es wenn ein Vertrag zu stande kommt. Der “Provisionsberater” haftet bis zu 5 Jahre mit seiner Provision für den Bestand des empfohlenen Produktes. Mir ist nicht bekannt, dass ein Honorarberater bei der Kündigung des von Ihm empfohlenen Produktes sein Honorar zurück bezahlen muss. Ist deshalb nicht die Anmerkung erlaubt, dass bei einer “Provisionsberatung” schon aus Eigeninteresse des Beraters davon auszugehen ist, ein Produkt zu erhalten dass zu der Situation des Kunden passt. Hier schließt sich für mich dann auch der Kreis zu den Beratern der Verbraucherzentralen. Auch hier gibt es keine Haftung für die Empfehlung.
    Ich als Schwabe zahle lieber einem Berater 3000€ Provision für ein Produkt dass sehr lange zu meiner Situation passt, als nur 150€ Honorar für eine Beratung, wo ich mich im schlechtesten Fall um alles selber kümmern muss. Denn wenn der Berater für deine Rat nicht haftet, bleibt es doch am Ende an mir als Kunde hängen, die Auswahl der Gesellschaft und des richtigen Produktes zu finden. Wenn ich dazu aber in der Lage bin, brauche ich dann wirklich einen Berater?
    Viele Grüße aus dem Schwabenländle Marcus Müller

  9. Fred-Guenther.Mueller@dvag.de, 16. Februar 2010 um 20:10 Uhr

    Mit der Honorarberatung wird m. E. der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Der Honorarberater trägt nämlich kein Stornorisiko, wenn der Kunde z. B. aus wirtschaftlichen Gründen in den ersten 5 Jahren seinen Vertrag wieder auflöst. Der provisionsabhängige Vertreter muß jedoch darauf achten, daß er durch gute Beratung und Betreuung ein Storno vermeidet, denn er wird mit Regreßforderungen belastet. Bei der Honorarberatung gehen also Stornokosten zu Lasten der Versicherung, der Performance und in der Folge auch zu Lasten der Versichertengemeinschaft. Also Finger weg von diesem Modell!!!!!