Makler gegen Honorarberatung

18. Januar 2010 | 1.050 mal gelesen

Man sollte vermuten, die Makler sind diejenigen, die sich für die Honorarberatung einsetzen. Denn sie werben gegenüber dem Kunden mit Unabhängigkeit von Versicherern und Banken. Und allein dies legt es nahe, sich vom Auftraggeber, dem Kunden vergüten zu lassen.

Interessantes dazu bieten aktuelle Ausführungen von Harald Krauß, seines Zeichens der frühere Hauptgeschäftsführer des Europäischen Vermittlerverbandes, insoweit tief mit der Materie vertraut.

Er lehnt die Honorarberatung auch für den Makler ab, mit dem Argument, dass dieser auch für den Versicherer Dienstleistungen erbringe, die eine Vergütung durch diesen rechtfertigen. Zu solchen Leistungen gehören beispielsweise die Beschaffung von Informationen über das zu versichernde Risiko oder die Mitwirkung an individuellen Deckungskonzepten. „Folgerichtig ist es angemessen und betriebswirtschaftlich erforderlich, dass der Versicherer dem Versicherungsmakler diese ihm erbrachte Wertschöpfung entsprechend vergütet“, so Krauß.

Aus Sicht der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) ist ergänzend anzumerken: Auch Versicherungsmakler – so wie Vermögensberater – beraten Kunden, sie sind aber auch Vermittler. Vermitteln bedeutet hier, Interessensausgleich zwischen Versicherer und Kunde herbei zu führen. Vermittler sind demnach beiden Seiten verpflichtet.

Es bleibt also dabei: Die Honorarberatung ist etwas für den Honorarberater, denn dieser übernimmt selbst keine Vermittlungsfunktion.


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Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Herbert Pfahle, 18. Januar 2010 um 10:12 Uhr

    Ein sehr schöner Artikel! Auch die Artikel vom 17.1., vom 16.1., vom 15.1. und 14.1. sind super. Auch der vom 13.1. und 12.1. ganz famos. Nur???? Warum blogt Herr Lach eigentlich nichts zur Prozessniederlage der DVAG vor dem OLG? Da würde mich mal eine Meinung interessieren, wie er das sieht, dass die DVAG sich nicht mehr Nummer 1 nennen darf….

  2. M. S., 18. Januar 2010 um 17:47 Uhr

    Die DVAG hat sich nie als “Nummer 1” bezeichnet, sondern immer als “weitweite Nummer 1”.

    Dies hat sie im Übrigen nicht einfach aus Lust und Laune heraus gemacht, sondern hatte zuvor, meinem Wissen nach bereits im Jahre 1999, eine Studie in Auftrag gegeben. Im Rahmen einer akademischen Arbeit hatte ich versucht, diese zu bekommen, was sich aber aufgrund des Umfanges der Auswertung als nicht so einfach erwiesen hatte.

    Inhalt dieser Studie war der Vergleich von weltweit tätigen Finanzunternehmen, die mit der DVAG vergleichbar sind. Das Ergebnis war, dass die DVAG in den von ihr besetzten Geschäftsbereichen laut dieser Studie weltweit den ersten Platz belegt. Aufgrund dieser wissenschaftlichen Arbeit hatte die DVAG ihren Slogan der weltweiten Nummer 1 begründet.

    Der Grund, weshalb sich die DVAG nun nicht mehr die Nummer 1 nennen darf, ist, dass ein amerikanisches Unternehmen zwar in den Geschäftsbereichen in welchen auch die DVAG tätig ist, zwar kleiner ist, allerdings als gesamtes Unternehmen grösser.

    Da das Gericht keine Trennung nach Geschäftsbereichen vorgenommen hat, wurde der DVAG diese Formulierung untersagt.

    Herr Dr. Lach: Korrigieren Sie mich bitte, falls es sich anders darstellt.

    Was sich meiner Kenntnis entzieht ist, ob sich die DVAG, welche ja nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig ist, sich für Europa bzw. Deutschland weiterhin als Nummer 1 bezeichnen darf.

    Wobei: Die grundsätzliche Frage ist doch nicht, ob eine DVAG die weltweite Nummer 1 ist bzw. sich als solche bezeichnen darf, sondern, dass der Kunde eine Bedarfsorientierte Beratung bekommt.

  3. , 18. Januar 2010 um 18:25 Uhr

    Sehr geehrter Herr Pfahle,

    zunächst freue ich mich, dass Sie unseren Blog regelmäßig lesen und die Beiträge offensichtlich recht interessant finden. Wir werden uns weiter bemühen!

    Fachlich würde ich gerne auf den exzellenten Beitrag von M.S. verweisen, in dem sehr gut die Historie dargestellt wird.

    Einige Anmerkungen von meiner Seite:

    Sie kennen uns offensichtlich nicht, denn sonst wüssten Sie, dass der Zusatz “weltweite Nummer 1” schon bisher für unsere Vermögensberater wenig Bedeutung hatte. Allein schon deshalb hat der Gesamtvorgang bei uns wenig Beachtung gefunden und war mir noch nicht einmal eines Blogeintrages wert.

    Im Übrigen freuen wir uns, weiterhin die Nummer 1 zu sein: z.B. in Deutschland, im deutschsprachigen Raum, im Riester-Geschäft, im Rürup-Geschäft, in der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung, als freier Vertrieb der Deutschen Bank, als Vertriebsorganisation der Generali-Deutschland-Gruppe, usw. usw.

    Sie sehen, es gibt reichlich Quellen für unser Selbstbewusstsein. Die größte aber ist, dass unsere Vermögensberater tagtäglich tausendfach Kunden dabei helfen, wichtige und richtige Vorsorge- und Anlageentscheidungen zu treffen. Denn nichts macht selbstbewusster als Erfolg. Dies gilt auch für das Unternehmen DVAG insgesamt, das auch im Jahr 2009 alle relevanten Mitbewerber wieder um Längen geschlagen hat.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr Helge Lach

  4. McRagger, 19. Januar 2010 um 15:51 Uhr

    Was passiert wenn nur noch der Verbraucher / Kunde an den Vermittler zahl?!?!?

    Die Versicherer betreiben eine weitere Optimierung ihrer Eigenkapitalrendite, Cashflows u was auch immer.

    Dienstleistungen werden derzeit immer mehr an die beratende Agentur, Maklerbüro etc. stillschweigend weitergeben. Der Service der einzelnen Unternehmen ist einfach nicht besser geworden:) Im Gegenteil “bitte sprechen sie nach dem Ton”, “Leider sind wir dafür nicht mehr zuständig, das machen jetzt die in …”, “Das wurde so entschieden” 🙂

    Liebe Entscheider in der Branche: Geschäft bekommt nur noch das Unternehmen was einen guten Service bietet. Um das zu erkennen muss man kein Absolvent sein. Es könnte allerdings auch schlmmer sein: Es wird bewusst in kauf genommen! Welch Drama:)

    Am wem bleibt es hängen meine sehr geehrten Damen und Herren?!?! An ihrem Handy, und ihrer Bürodame 🙂

    Gerade im SUH Bereich müsste noch eine bessere Courtage gezahlt werden um kostendeckend zu arbeiten!

    Was wäre wenn ich dem Verbraucher (ich schließe den Gewerbebereich explizit aus) noch eine Rechnung, Mahnung etc. schreiben müsste?

    Ganz einfach, ich würde keine Privatkunden mehr beraten, vielleicht in eine andere Branche umschwenken:) Ich denke viele andere Berater auch, vielleicht wären wir auch wie 90% der Honorarberater pleite?!?!

    Wer weiß.

    Dieses Szenario müsste doch eigenlich garnicht eintreten. Dieses ist ein freies Land, in einem demokratischen Gefüge sollte jeder in Lage sein zu entscheiden welchen Berater er konsultiert oder auch besser nicht!!!

  5. Uwe Dreyer, 19. Januar 2010 um 17:35 Uhr

    War das jetzt die Einleitung zum Werbeblock für die Arbeit unserer Vermögensberater und ein sanftes Klopfen an unsere Unternehmenspforte ? ;o)

    Herzliche Grüße aus dem Brandenburgischen

  6. McRagger, 20. Januar 2010 um 09:13 Uhr

    Guten Morgen Herr Dreyer,
    das sollte natürlich kein Werbeblock sein, das betrifft sie ganz ganauso:)