Pflegefall Pflegeversicherung

17. Januar 2010 | 969 mal gelesen

Glaubt man den Demographie-Experten, ist die gesetzliche Pflegeversicherung ein weit größeres “Pulverfass”, als die gesetzliche Renten- oder Krankenversicherung. Dies liegt daran, dass sowohl die Anzahl pflegebedürftiger Menschen wie auch die Höhe der Kosten im Einzelfall langfristig dramatisch zunehmen werden, und das bei vergleichsweise niedrigen Einnahmen in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Es gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben der Vermögensberater der Deutsche Vermögensberatung (DVAG), mit ihren Kunden auch über das Thema Pflege zu sprechen. Denn den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, was im Pflegefall finanziell auf sie zukommt (dazu auch unser Blog-Beitrag vom 13.01.2010). 

Die Financial Times Deutschland berichtet in ihrer Ausgabe vom 15.01.2010 über die Planungen der Regierung, eine obligatorische, kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung mit staatlichen Zuschüssen einzuführen. 

Nicht ganz treffend, aber wegen geplanter Zulagen nachvollziehbar nennt der eine oder andere das Vorhaben bereits “Riester-Pflege”, in Anlehnung an die Riester-Rente, die jedoch keine Pflichtversicherung ist.

Strittig ist, wer die Versicherung anbieten darf: Nur die privaten Krankenversicherer, nur die gesetzlichen Kassen oder beide?

Da die Zusatzversicherung nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert werden soll, sollte man unseres Erachtens getreu dem Grundsatz “Schuster bleib bei deinen Leisten” das Thema dorthin geben, wo die notwendige Kompetenz vorhanden ist: Zur PKV.

Andernfalls wäre es erforderlich, dass die gesetzlichen Krankenkassen – nach dem Vorbild der PKV – professionelle Kapitalanlageabteilungen aufbauen müßten. Wozu dieser volkswirtschaftlich unnötige Aufwand, wenn es bereits ein bewährtes System gibt?


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Frank Überbauer, 17. Januar 2010 um 18:23 Uhr

    Hallo zusammen!

    Spreche das Thema bei meinen Beratungen regelmäßig an, des ist aber schwer vermittelbar. Meistens nur dann, wenn in der Familie bereits ein Pflegefall existiert.

    Entstanden ist das Problem ja erst dadurch, das Eltern, wenn sie alt sind, heute nicht mehr bei Ihren Kindern wohnnen und von diesen gepflegt werden.

    Ich befürchte, auch mit Pflege-Riester bleibt für die meisten Pflege unbezahlbar.

  2. Sebastian Meysel, 18. Januar 2010 um 11:06 Uhr

    Ich kann dem Kollegen nur zustimmen, stelle aber fest, dass im meinem Kundenkreis die Ohren dafür langsam offener werden. Auch wenn ich grundsätzlich kein Befürworter von Subventionen bin, sollte hier GETRENNT von der Riesterförderung eine seperate Förderung seitens des Staates in Aussicht gestellt werden. Riester sollte ein Sparprodukt für die Konsumfähigkeit im Alter bleiben und nicht immer weiter aufgeweicht werden.

  3. Ralf Cormaux, 18. Januar 2010 um 11:56 Uhr

    Die Riester-Pflegerente würde mit Sicherheit nicht die Notwendigkeit genügend hervorheben. Wenn schon Förderung geplant wird, dann nur ein eigenständiges Produkt. Sonst haben wir im Alter alte Menschen ohne Altersvorsorge, aber dafür mit Pflegeversicherung. Der Vorteil wäre dann natürlich, dass gesunde Rentner mangels ausreichender Finanzen und daraus folgende unzureichende Ernährung sowie Gesundheitsversorgung schneller pflegebedürftig werden würden. Dann könnten Sie wieder Leistungen erhalten. 😉

    Herr Lach, ich stimme Ihnen zu. Eine staatliche, kapitalgedeckte Pflegeversicherung würde sicher in der Entwicklung und Verwaltung wieder enorme Kosten verursachen. Außerdem hat der Staat auch schon einen Versuch mit der Einführung der Pflegeversicherung gehabt und diesen gründlich in den Sand gesetzt. Lieber Staat, mach Du die Gesetze und überlasse die Ausführung den Profis. Wir machen das auch so. Wir als Vermögensberater der DVAG beraten den Kunden und sammeln dort Marktinformationen. Danach bitten wir die Aachen Münchener, entsprechenden Produkte für uns zu entwickeln. Das funktioniert tatsächlich sehr gut. Jeder macht das, was er besonders gut kann.

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