DVAG zum “Beipackzettel”

14. Januar 2010 | 804 mal gelesen

“Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker”…,

… wer kennt ihn nicht, und dieser Werbezusatz der Arzneimittelbranche fällt einem unweigerlich ein, wenn es um den so genannten “Beipackzettel” für Finanzprodukte geht, der in Kürze eingeführt werden soll. Ziel: Dem Kunden deutlich machen, wie riskant das ihm angebotene Produkt ist.

Schon heute gibt es gerade zu den sehr riskanten und hoch verprovisionierten Produkten (geschlossene Fonds / Derivate) anschauliche, bunte Zeichnungsprospekte mit vielfältigsten Informationen zum Anlagehintergrund, zu Zahlungsmodalitäten sowie zu möglichen Risiken.

Beipackzettel werden sicher weniger bunt. Vielleicht ist schon deshalb die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Kunde sie nicht liest. Und noch geringer wird die Wahrscheinlichkeit, wenn die Beipackzettel ähnlich verklausuliert sind wie bei Medikamenten. In der FAZ vom 9. Januar 2010 heißt es dazu: “Die Pläne der Bundesregierung, Privatpersonen mittels Beipackzetteln vor dem Kauf falscher Finanzprodukte zu schützen, sind Ausdruck größter Hilflosigkeit”.

Ganz sicher werden “Beipackzettel” ein Problem nicht lösen: Nämlich dem Kunden Hilfestellung bei der Auswahl aus verschiedenen Produktlösungen zu geben. Allein am Beispiel Altersversorgung wird dies schnell deutlich. Denn viele Faktoren sind dafür maßgeblich, welches Konzept im Einzelfall für den Kunden optimal ist. Eben wie beim Arzt, ohne den der Patient auch nicht weiß, welches Medikament das für ihn Beste ist.

Es bleibt also dabei: “Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker”. In der Finanzbranche ist dies der Vermögensberater der Deutsche Vermögensberatung DVAG.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Heinrich Kardorf, 14. Januar 2010 um 13:01 Uhr

    Guten Tag zusammen,

    das Bedenkliche an diesen Umsetzungen ist, das ein guter Verkäufer der Produkte des grauen Kapitalmarktes anbietet, überhaupt kein Problem haben wird seine Verträge auch weiterhin an den/die Mann/Frau zu bringen.
    Denn die Erfahrung zeigt doch, das die meisten Kunden mit dem Bauch kaufen und nur wenige sich Verbraucherinformationen und ähnliches überhaupt durchlesen. Schade für den Kunden und gut für den o.g. Verkäufer.

    Ein Raucher hingegen weiß das die gekauften Zigaretten ihn umbringen können und trotz der Werbeverbote und der Anordnung seitens der Bundesregierung/EU Zigarettenschachteln mit Warnhinweisen zu bedrucken, stört es den Raucher weiter nicht, weil er es garnicht mehr liest.

    Daher ist meiner Meinung nach eine umfassende Beratung durch einen Vermögensberater der eben gerade auch auf die Risiken hinweist (weil er es muß) und nicht darum her kommt den Kunden darum zu bitten seine Risikofreudigkeit schriftlich zum Ausdruck zu bringen, unabdingbar.

    Vor Wölfen im Schaafspelz ist aber nur der Kunde gefeit, der auch ein wenig Eigeninitiative zeigt und sich mit seinen Finanzen auseinandersetzt (Also auch einmal den Beipackzettel liest.)

    Der Kunde, der weiß was er will und kann, wird sich dann auch in Zukunft nicht von Halunken aus der weitreichenden Branche der Finanzen übers Ohr hauen lassen.

    MFG

    Heinrich Kardorf

  2. Ralf Cormaux, 14. Januar 2010 um 14:42 Uhr

    Leider lesen die wenigsten Kunden gründlich, was Sie unterschreiben. Allerdings wird es dem Endverbraucher durch die zahlreichen Gesetze und Vorschriften, die den Endverbraucher schützen sollen, auch nicht leicht gemacht. Die sogenannten Beipackzettel in Form von Vertragsbedingungen sind doch milltlerweile so umfangreich, dass sich kaum ein Kunde damit auseinandersetzen will. Dazu benötigt er teils Stunden für die Lektüre.

    Der Beipackzettel führt lediglich dazu, dass die Kunden noch mehr Papier erhalten, was sie ungelesen in Ihre Ordner heften. Das ist kein Verbraucherschutz sondern Verbraucherverunsicherung. Außerdem kommt es mir vor als würde die Papierindustrie eine gute Lobby in der Politik besitzen, bei den Papiermassen, die für Anträge schon heute benötigt werden. Natürlich wird mehr und mehr die Möglichkeit der elektronischen Unterlagen in Form von CDs oder Speicherkarten genutzt, um den Umfang zu verkleinern. Doch auch diese werden doch nur ungelesen bzw. ungeöffnet in die Ablage gepackt.

    Liebe Politiker, Entschlackung wäre Verbraucherschutz nicht Informationsüberflutung! Das erinnert mich mit einem Schmunzeln immer an die von der Politik angedachte, aber nicht wirklich umgesetzte Steuererklärung auf einem Bierdeckel. Davon sind wir genauso weit entfernt, wie die Erde von der Sonne.

    Es wäre schön, wenn sich die Politik darauf konzentrieren würde, unseriöse Anbieter vom Markt zu nehmen, statt zu glauben, dass Kunden ohne Fachwissen in der Lage sind, Vertragsbedingungen vollständig zu verstehen bzw. überhaupt gewillt sind, förmlich ein Buch an Informationen stundenlang zu studieren.

    Die Menschen brauchen Menschen, denen Sie vertrauen können. Daher zählt unser DVAG-System der Empfehlung von zufriedenen Kunden mehr denn je und es wiegt viel schwerer als jegliches Papier bzw. jeglicher Beipackzettel. Das ist unser Erfolgsrezept.

    Gruß aus Willich
    Ralf Cormaux

  3. Heiner Binz, 14. Januar 2010 um 15:00 Uhr

    Wenn die Wette möglich gewesen wäre, hätte ich eingeschlagen: Kein Kunde hätte Lehman-Zertifikate nicht gekauft, wenn es einen Beipackzettel gegeben hätte. Gekauft wurden die Papiere, weil der Kunde dem Bankberater (in dieem Falle leider) vertraut und geglaubt hat.

    Dies zeigt wieder einmal: Es kommt auf die Kompetenz, die Ehrlichkeit und die Kundenorientierung des Beraters an.