Gesunder Menschenverstand

20. Dezember 2009 | 701 mal gelesen

“Die Menschen müssen kapieren, dass Banken Geschäft machen wollen. Wir müssen Provisionen nicht verbieten, sofern sie angemessen sind und der Kunde sie kennt”, so appelliert Anlegeranwalt Mattil in der heutigen Ausgabe der Welt am Sonntag an den “gesunden Menschenverstand” der Bankkunden.

Mit der Aussage zu den Provisionen hat er Recht.

Zweifel haben wir aber daran, dass Bankkunden nicht wissen, dass ihre Bank auch Geschäfte machen und Geld verdienen will. Das weiß im Grunde jeder, und niemand wird etwas dagegen haben, wenn eine gute Dienstleistung Geld kostet. Und genau daran – an der Qualität – hapert es: Qualität in der Beratung bedeutet, auf die Ziele / Wünsche / Bedürfnisse des Kunden einzugehen, mit ihm die passenden Konzepte zu entwickeln und darauf aufbauend die Produkte zu beschaffen.

So arbeiten Banken nicht, das hat der Banken-Beratungstest gezeigt.

Kunden müssen angesichts der Komplexität der Materie dem Rat ihres Beraters vertrauen können. Der Missbrauch dieses Vertrauens ist das Problem, nicht die Tatsache, dass der Berater über Provision bezahlt wird.


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Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Reiner Bleiel, 21. Dezember 2009 um 16:51 Uhr

    @ Dr. Lach

    Das stimmt absolut.

    Wer die Chance bekommt, Kunden in Finanzfragen zu beraten, arbeitet immer mit Vertrauensvorschuss. Den zu mißbrauchen bedeutet, der eigenen Arbeit die Grundlage zu entziehen. Denn auf Dauer wird jeder Kunde dahinter kommen und seine Konsequenzen ziehen.

    Die Banken spüren das nur deshalb noch nicht so richtig, weil viele Kunden gar nicht weg können, z.B. wegen bestehender Kredite oder wegen eines überzogenen Kontos.