Honorarberatung: BVK meldet sich zu Wort

25. November 2009 | 695 mal gelesen

Die Diskussion um die Honorarberatung setzt sich fort. Nun hat sich der durchaus einflußreiche und mitgliederstarke Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK) zu Wort gemeldet. Dazu ein Auszug aus der Financial Times Deutschland vom 20.11.2009:

Michael Heinz, Präsident des BVK: “Die Kunden wollen keine Honorarberatung”, sagt er. Heinz hält die Förderung der Honorarberatung für einen “unsinnigen Eingriff in einen funktionierenden Markt”. Die Diskussion hätten in erster Linie die Verbraucherzentralen angeschoben. “Sie wollen ihre Versicherungsberatung auf Kosten des Steuerzahlers massiv ausweiten”, sagt Heinz. Zum bundesweiten Ausbau ihres Beratungsangebots hätten sie Verbraucherschutzministerin Aigner bereits um einen zweistelligen Millionenbetrag gebeten. Gleichzeitig kassierten sie bei der Beratung auch noch beim Kunden ab, kritisiert Heinz. Rund 150 Euro koste die Beratung jährlich. Die Qualität der Beratung lasse indes zu wünschen übrig. “Die Mitarbeiter beraten heute über Staubsauger und morgen über Versicherungen”, sagt Heinz. Im Gegensatz zu Vermittlern könnten sie ohne Abschluss einer Vermögensschaden-Haftpflichtpolice, ohne jede Sachkundeprüfung und Verpflichtung zur Dokumentation arbeiten.

Dem haben wir als DVAG nichts hinzuzufügen.


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Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Ralf Cormaux, 25. November 2009 um 13:53 Uhr

    Wohl gesprochen, Herr Heinz.

    Wir als Vermögensberater, auch die Versicherungsvermittler und demnächst auch die Banker sollen alle möglichen Qualifikationsnachweise, Beratungsprotokolle, und Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen, etc. erbringen. Wer schützt die Verbraucher denn vor den Verbraucherzentralen und testet deren Beratung. Hier wird der Vertrauensbonus, den dieses Institutionen durch Ihren staatlichen Anstrich haben, von selbigen ausgenutzt, um die Verbraucher auch noch um Geld zu erleichtern für teils völlig unqualifizierte Beratungen.

    Die dauerhafte Betreuung im Servicefall ist dort doch auch kaum in vernünftiger Form gewährleistet. Wer hilft denn dort wirklich gut im Schadensfall weiter? Wenn alle unsere Kunden und auch Nichtkunden wüssten, welche Arbeit wir im Service kostenlos erbringen und das auch noch gerne, würden uns neue Interessenten förmlich selbst auf die Arme springen. Ich bin froh, dass viele meiner Kunden das bereits seit Jahren zur Kenntnis genommen haben.

    Ich würde mir wünschen, dass Testzeitschriften auch einmal anonym die Verbraucherzentralen testen oder auch Testzeitschriften einmal auf den Prüfstand gestellt werden würden.

    Fakt ist doch, dass die Endkunden sich für teures Geld beraten lassen bei der Honorarberatung, ohne zu wissen, ob das Ergebnis gefällt. Ein provisionsabhängiger Berater bekommt nur die Chance auf Provision, wenn die Beratung gut war. Denn dort entscheidet der Kunde im nachhinein über die Qualität der Beratung,

  2. Jörg Friedrich, 25. November 2009 um 18:15 Uhr

    Es ist mir unverständlich, wie die Verbraucherschutzministerin Frau Aigner die Honorarberatung in den Himmer hebt. Ich erlebe es tagtäglich in meiner Praxis als Vermögensberater, der auch normale Kunden ( Arbeiter und Angestellte ) berät, das keine Bereitschaft zur Honorarberatung vorhanden ist. Falls sich die Honorarberatung gesetzlich durchsetzen würde, wären mindestens dreiviertel aller Finanzberater weg vom Markt. Gleichzeitig bedeutet es , dass die normalen Kunden auch keine Möglichkeit mehr für eine Quallifizierte Beratung hätten, und das kann von der Bundesregierung nicht gewünscht sein. Es kam die letzten Tage eine Fernsehsendung über einen erfolgreichen Honorarberater aus München: ( Stundensatz 280-320 Euro / Komplexe Vorschläge zur Altersversorgung zwischen 3000 bis 20000,- Euro ) Damit ist eigendlich klar, für welche Zielgruppe das interessant ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Friedrich