Meinungsbildung…

24. November 2009 | 944 mal gelesen

Für mich überraschend meldet sich in der Süddeutschen Zeitung vom 23.11. mit Mark Roach ein Gewerkschafter zur Situation bei Finanzvertrieben zu Wort.

Sein erster Befund: Der Vertriebsdruck in den Banken ist weiter hoch und die Ausbildungsbemühungen werden zurückgefahren. All dies verhindert kundenorientierte Beratung. Es ist anzunehmen, dass Herr Roach dies aufgrund seiner Position fundiert beurteilen kann.

Weiter äußert er sich zu so genannten Strukturvertrieben, namentlich zu AWD und MLP. “Vor allem bei Strukturvertrieben müssen gar keine Qualifikationen vorgewiesen werden”, sagt er.

Ohne die Wettbewerber in Schutz nehmen zu wollen: Es ist bedenklich, wenn bei den Teilnehmern an der öffentlichen Diskussion über die Situation in den Finanzvertrieben noch nicht einmal bekannt ist, dass es seit 3 Jahren ausgesprochen weitreichende gesetzliche Anforderungen an die Qualifikation von Versicherungsvermittlern gibt.

Zumindest für uns als DVAG nehmen wir in Anspruch, dass die Qualifikation unserer Vermögensberater nicht nur den hohen gesetzlichen Anforderungen entspricht, sondern sogar darüber hinaus geht und ausdrücklich auch das Fachwissen zu Bankprodukten beinhaltet. Vielleicht hat Herr Roach aus diesem Grunde uns in seiner Aufzählung explizit nicht genannt….


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Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Harri Schultze, 25. November 2009 um 01:51 Uhr

    Das Ausmaß der Polemik in öffentlichen Diskussionen hat für mich eine unerträgliche Schwelle erreicht. Die Meinungsfreiheit in Presse und Medien hat nichts mehr mit neutraler Information zum Schutz der Bürger zu tun, sondern verkommt zum “Selbstdarstellungsbattle” schlecht informierter Meinungsmacher und damit zur regelrechten Gefahr für eine öffentliche Meinungsbildung. So habe ich heute einmal mehr z.B. auch Norbert Blüm bei Maischberger erleben dürfen. Diese Sendungen und Medien-Diskussionen führen zu breiter Verunsicherung, Misstrauen und Passivität bei denen, die am dringensten auf kompetente Beratung, Nutzung von Förderungen und bedarfsgerechte Vorsorge angewiesen sind.

  2. Wolfgang Reinhardt, 26. November 2009 um 20:07 Uhr

    Noch interessanter ist in diesem Zusammenhang das Statement von Andreas Hackethal, Professor an der Goethe Business School des House of Finance in Frankfurt: Er glaubt eben nicht, dass eine hochqualifizierte Ausbildung der Berater-Kunden-Beziehung nützt. “Selbst wenn der Berater die Produkte komplett versteht, er wird das Fachwissen schlussendlich dem Kunden nicht verständlich machen können.” Der Finanzberater solle vor allem Kundenversteher sein. Weiter sagt er: “Der Finanzberater ist kein Vermögensverwalter, es ist viel zu aufwendig, ihn so auszubilden, dass er alle Finessen der Portfoliotheorie kennt.” Professor Hackethal sollte es wissen, und seine Meinung gegen den derzeit herrschenden Mainstream ist insoweit erstaunlich, weil er mit seinem Institut letztlich von dem Fortschreiten des Qualifizierungswahns am meisten profitieren würde.

    Der Gewerkschafter versucht also, sich mit realitätsfernen Halbwissen zu profilieren. Der Ausbildungsexperte hingegen glänzt mit sachlichem und vor allem zielführendem Realismus.

    Bravo!

  3. , 26. November 2009 um 20:43 Uhr

    Aus diesem Grunde überschütten unsere Vermögensberater ihre Kunden nicht mit Produktwissen, sondern fragen diese nach ihren Zielen, Wünschen und Möglichkeiten. Bei deren Realisierung zu helfen, ist unser Anliegen. Das verstehen und schätzen die Menschen. Fachwissen ist die Pflicht und muss sich im Hintergrund (= Vermögensplanung) abspielen, abgestimmt auf das Informationsbedürfnis des Kunden. Die Kür ist, individuell auf den Kunden einzugehen.

    All dies Gründe für unseren Erfolg.