DVAG meint: Unseriöse Argumentation

25. Oktober 2009 | 937 mal gelesen

Beim Blättern durch die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung habe ich inne gehalten: Auf Seite 42 fordert die Quirin-Bank im Rahmen einer bezahlten Anzeige folgendes:

“Liebe Frau Merkel, verhindern Sie die nächste Finanzkrise: Verbieten Sie Provisionen!”

Kein Zweifel, hohe Provisionsladungen haben ganz am Ende mit dazu beigetragen, dass die Sparkassen gutgläubigen Kunden hochriskante Lehman-Zertifikate als sichere Anlagen für die Altersversorgung angeboten haben.

So zu tun, als wäre ohne solche Provisionen die Finanzkrise nicht entstanden, zeugt hingegen nicht gerade von fachlicher Kompetenz der Quirin-Bank, und mit genau der will sie sich ja eigentlich am Markt profilieren.

Ausgangspunkt der Finanzkrise waren die USA, in denen die Politik die Bürger durch eine extreme “Niedrigzins-Politik” zum Immobilienerwerb motiviert hat und die Banken dies durch riskante Zeichnungspolitik ohne angemessene Risikoprüfung noch gefördert haben. Um die so eingegangenen Kreditausfall-Risiken aus den Bilanzen zu bekommen, haben die Banken die Risiken in Zertifikaten verbrieft, um diese anderen Banken – auch deutschen – als Anlage anzubieten. Zuvor haben aber noch die Rating-Agenturen ihren Teil beigetragen, indem die Zertifikate unzureichend geprüft und mit viel zu guten Ratings klassifiziert wurden. Darauf wiederum sind viele deutsche Banken und Sparkassen “hereingefallen” und haben sich selbst mit solchen Papieren eingedeckt. Dies erklärt auch, warum diese Banken (auch die Landesbanken) selbst mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, denn auch die Institute mussten mit entsprechenden Totalverlusten ihre eigenen Bestände abschreiben, nachdem hunderttausende von Immobilienkrediten in den USA geplatzt und damit die Zertikate wertlos geworden waren.

Man sieht, die Entstehung der Finanzkrise beruht auf einem ganzen Netz von Ursachen und Wechselwirkungen. Es ist Anmaßung der Quirin-Bank, diese institutionellen Effekte als Hauptursache für das Entstehen  der Finanzkrise vollständig auszublenden und stattdessen die Provision als das zentrale Übel darzustellen. Es ist bekannt, dass die Bank auch drei Jahre nach Gründung immer noch rote Zahlen schreibt und gerade einmal auf rund 5.000 Kunden kommt.

Ich finde: Mit solchen Anzeigen tut sich die Bank keinen Gefallen. Weder die Politik noch die Bürger sollten durch dermaßen verkürzte Argumentationslinien für dumm verkauft werden.

Außerdem beweist gerade die Deutsche Vermögensberatung (DVAG), dass auch  mit Provision kundenorientiert, ehrlich und seriös beraten wird. Denn die Vermögensberater der DVAG haben keinem einzigen ihrer Kunden Lehman-Zertifikate oder ähnlich riskante Anlagen mit Totalverlustrisiko verkauft.


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Wolfgang Reinhardt, 26. Oktober 2009 um 23:22 Uhr

    Das klingt ein wenig nach dem bösen Erwachen aus einem wunderschönen Traum.

    Nach meinen Informationen muss der Kunde zunächst mal 50.000 Euro liquides Kapital mitbringen, um überhaupt in den Genuss einer Beratung zu kommen. Einige dieser natürlicherweise anspruchsvolleren Kunden waren dann wohl gar nicht so angetan von der Qualität der Beratung, und dem allzu saloppen Auftreten der “Private Banker”, die sich gerne als “Vermögensbegleiter” bezeichnen.

    Nun gut, bevor man die Bundeskanzlerin zu Hilfe ruft sollte man vielleicht mal selbst den Besen in die Hand nehmen.

  2. Michael Miedl, 28. Oktober 2009 um 21:58 Uhr

    Einst war der Vorstand der Quirin-Bank, Herr Karl-Matthäus Schmidt, der gefeierte Held am Neuen Markt mit seiner Firma Consors Discount Broker. Diese stürzte jedoch genauso schnell ab, wie sie entstanden war. Auch die väterliche “Schmidt-Bank” mit Sitz in Hof ging damals pleite, wurde dann von der Commerzbank geschluckt.
    Es wundert mich immer wieder, wenn nach Fehlentscheidungen auf Vorstandsebene die Politik herbeigerufen wird.

  3. AK, 29. Oktober 2009 um 15:22 Uhr

    Provisionen sind natürlich im Grundsatz nicht zu verteufeln. Dennoch haben alternative Abrechnungsmodelle, sei es als fixes Honorar oder aber erfolgsabhängig prozentual ihren Charme. Diese Entscheidungsfreiheit für den Verbraucher sollte man begrüßen, denn ein wenig frischer Wind im Markt ist doch stets gut für innovative Unternehmen – nicht wahr?

  4. Roland, 30. Oktober 2010 um 14:24 Uhr

    Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht…, Kommentar gelöscht; Anmerkung des Moderators: Bitte wenden Sie sich mit Ihrem persönlichen Anliegen auf dem sonst üblichen Weg an das Unternehmen.