Maklerpools konterkarieren Unabhängigkeit

14. Oktober 2009 | 1.003 mal gelesen

Erneut meldet sich mit dem VDVM ein Maklerverband zu Wort, der die Unabhängigkeit der eigenen Mitglieder in Frage stellt. Das sollte zu denken geben!

Wieder wird die Konstruktion der Pools thematisiert, denen sich in Deutschland inzwischen ein sehr großer Teil der Versicherungsmakler angeschlossen hat (s. Zeitschrift für Versicherungswesen vom 1. Oktober 2009).

Dort äußert sich Holger Mardtfeld, Mitglied der Holding von Martens und Prahl, einem der großen Maklerhäuser in Deutschland, sinngemäß wie folgt:  Pools geben fertige Produkte vor und kassieren zunächst die Provision selbst, um diese dann nach Abzug einer Kostenbeteiligung an den Makler weiterzugeben. Dadurch beschneidet sich der Makler nicht nur in seinem Kundenversprechen, individuelle Produkte aus dem Gesamtmarkt zu besorgen. Er begibt sich auch in gefährliche Abhängigkeit zum Pool, vor allem, wenn der Makler die Zusammenarbeit beenden will, wenn der Pool Konkurs geht oder wenn sich Versicherer in nennenswertem Umfang am Pool beteiligen.

Es bleibt dabei: Nur beim gebundenen Vermittler, zu dem auch die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) mit ihren Vermögensberatern gehört, weiß der Kunde zweifelsfrei, woran er ist. Denn wir legen gleich im Erstkontakt unsere Partnergesellschaften offen und erläutern dem Kunden, wie er von diesen Partnerschaften profitiert.

Beim Makler kann sich der Kunde, wie man sieht, ganz und gar nicht auf das vom Gesetzgeber eigentlich gewollte Siegel “Unabhängigkeit” verlassen. Insoweit muß man sich schon die Frage stellen, ob die Gesetzgebung zum ungebundenen Vermittler (Vermittlergesetz) ausreicht, um Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Die Konstruktion der Pools wirkt in jedem Falle entgegengesetzt und verschleiert die durch das Gesetz eigentlich gewollte Transparenz zum Status eines Vermittlers.


Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. Kadir Temel, 14. Oktober 2009 um 11:30 Uhr

    Hallo,
    endlich ist es raus, dass die “Makler”nicht unabhängig arbeiten. Die Begegnung hatte ich bereits vor jahren schon beim Kunden wie sich 2 Makler dem Kunden verschiedenes erzählt hatten.Der Kunde hat einsehen gehabt und hat sich für uns entschieden. Denn Ehrlichkeit währt am längsten.
    Beste Grüße

  2. Bernd Bauer, 14. Oktober 2009 um 17:18 Uhr

    Hallo,
    auch ich habe zu Beginn meiner Tätigkeit (dieses Jahr 10 Jahre DVAG), die Erfahrung machen müssen, dass ich in einem Ort mehrere Familien beraten durfte. Extrem auffällig war dabei, dass in jeder Familie ein Versicheungsmakler “beraten” hatte – allerdings so, dass von Kindergeldanlagen bis hin zur Sterbevorsorge immer die gleiche Versicherungsgesellschaft und obendrein der gleiche Tarif verkauft wurde! Sagenhafte Beratung………….
    Grüße
    Bernd Bauer

  3. Michael Hass, 14. Oktober 2009 um 20:32 Uhr

    Hallo,
    vollkommen klar das viele Makler ausgerechnet immer wieder zu den Produktpartnern greifen, die sie am besten entlohnen oder Zusatzleistungen zahlen. Eine Transparenz wie die DVAG sie ihren Kunden bietet, ist definitiv für den Kunden die fairere Lösung. Hier kennt man wenigstens die vertriebenen Produkte mit all ihren Vorteilen und von dem Wissen profitieren die Kunden! Kann das ein Makler mit mehr als 50 Gesellschaften überhaupt gewährleisten?
    Richtig unter Beweis stellen viele Makler ihre fehlende Kompetenz beim Vertrieb von vorfinanzierten geschlossenen Unternehmensbeteiligungen (leider tragen sie auch den Namen Fonds) für Zielgruppen wo es leider meistens nicht paßt. Ganz zu schweigen von der Qualität der Beteiligungen. Aber es scheinen auch hier die hohen Vergütungen zu locken.
    Schön, dass die DVAG ihrem Kurs treu bleibt den grauen Kapitalmarkt zu meiden!

    Gruss

    Michael Hass

  4. Robert Junak, 16. Oktober 2009 um 08:59 Uhr

    Guten Tag,

    Unabhängigkeit ist eine sehr hohe Verantwortung – speziell in unserer Finanzbranche und ganz speziell heutzutage!

    Anfangs – das war 2002 – habe ich mich bei der DVAG schon etwas gewundert, warum ich als “gebundener Vermittler” arbeite. Sehr schnell habe ich jedoch erkannt, dass Kundenwünsche nur durch ganzheitliche Beratung mit “fairen” Produktpartnern innerhalb einer “fairen” Organisation realisierbar sind.

    Die DVAG und Ihre Produktpartner bieten diese “Fairness” und konzentrieren sich auf die wirklich “wichtigen” Absicherungs- und Vorsorgeprodukte – und das ist auch gut so!

    Nur wer Vermögen plant und sichert kann dieses Vermögen auch vermehren – fair und im 100%igen Kundeninteresse.

    Als “gebundener” Vermittler der DVAG kann ich also “fair” und im Kundeninteresse beraten – die notwendigen Mittel verlangt der Kunde und bieten unsere DVAG-Produktpartner – mehr brauche ich nicht.

    Ich bin stolz darauf, gebundener Vermittler der DVAG zu sein, sehr sehr stolz!!!

    Herzliche Grüße
    Robert “Robby” Junak

  5. Angust Hase, 17. Oktober 2009 um 09:41 Uhr

    Schade, dass DVAG-Mitarbeiter alle Makler über einen Kamm scheren. Es gibt in beiden Lagern solche und solche. Weiterhin viel Spass euch DVAGlern beim Verdauen vorgefertigter Meinungen und Ansichten. Angust Hase

  6. , 17. Oktober 2009 um 10:13 Uhr

    Sehr geehrter Herr Hase,

    es ist nicht so, dass hier die DVAG pauschale Kritik übt, vielmehr zitiere ich namhafte Vertreter der Makler selbst.

    Im übrigen liegt es mir oder der DVAG gänzlich fern, den gesamten Berufsstand der Versicherungsmakler zu diskreditieren. Ich kenne selbst persönlich einige Versicherungsmakler, die so wie unsere Vermögensberater gute Arbeit machen und das Prädikat Unabhängigkeit zu Recht tragen.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr Helge Lach

  7. McRagger, 20. Oktober 2009 um 18:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    das haben Sie schön gesagt und ich Stimme Ihnen zu. Das Prädikat der Unabhängigkeit und stets im Interesse der Kunden / Mandanten zu agieren, kursiert immer wieder in manchen Beraterkreisen.

    Wer tatsächlich, ich spreche von der juristischen Definition im Interesse des Kunden handelt , lässt sich im Impressum des entspr. Unternehmens bzw. Vermittlerregister glücklicherweise nachvollziehen.

    Gruß

    McRagger

  8. McRagger, 23. Oktober 2009 um 16:09 Uhr

    @kadir temel

    von solchen pauschalierten Aussagen würde ich Abstand nehmen. Zudem wäre es interessant von welchen Maklern sie reden?

    Ich kann heute nur jedem Verbraucher empfehlen zu vergleichen und nicht gleich zu unterschreiben.

    Wer vergleicht kauft häufig besseren Versicherungsschutz zu günstigeren Prämien.

    Die Unterschiede sind in vielen Bereichen größer als man denkt und wir reden hier nicht nur von Geld sondern auch von Leistung!

    Wen sollte man also konsultieren?

    Übringes: Ein Versicherungsmakler steht im Haftungsfall in der umgekehrten Beweislast. D.h. er muss nachweisen das er dem Kunden nach Evaluierung des Marktes passendens Angebot gemacht hat um seine Risiken zu decken.

    Wie sprechen hier allerdings nicht von Mehrfachagenten sondern tatsächlich vom Versicherungsmakler!

  9. Dr. Helge Lach, 24. Oktober 2009 um 15:49 Uhr

    Sehr geehrter McRagger,

    was die Maklerpools angeht, gibt es inzwischen ein recht eindeutiges Bild: Sie beeinrächtigen die Unabhängigkeit der Makler, das räumen die Makler selbst auf breiter Front ein. Dennoch gehören rund 90% der Makler einem Pool an. Wie ist das mit dem Status der Unabhängigkeit vereinbar, frage ich mich?

    Ihre Aufforderung an die Kunden, selbst zu vergleichen und nach dem billigsten Angebot Ausschau zu halten, geht m.E. an der Realität vorbei. Denn kaum ein Bürger ist in der Lage, selbst zu überschauen was er benötigt und was gut ist für ihn. Auch die Bewertung von Produkten überfordert die Menschen völlig, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Hinzu kommt: Vielen Menschen ist z.B. gar nicht bewußt, dass und in welchem Ausmaß sie voroegen müßten. Dafür bedarf es eines Fachmannes, zum Beispiel einen Vermögensberater der DVAG, der mit dem Kunden erarbeitet, was dieser benötigt, um dann zu helfen, ensprechende Verträge zu vermitteln.

    Im übrigen halte ich es für eine überaus intelligente Entscheidung, einen Fachmann hinzu zu ziehen, wenn es kompliziert wird. Andere Beispiel: Steuerberater, Rachtsanwalt, Arzt usw.

    Mit besten Grüßen, Ihr Helge Lach