DVAG zur Beratung durch Sparkassen

8. Oktober 2009 | 834 mal gelesen

Die aktuelle Ausgabe des Focus vom 5.10.2009 hat neue Fakten zur Lehman-Pleite recherchiert, auf die eingegangen werden muss.

40.000 private Anleger gehören zu den durch die Falschberatung der Sparkassen und Banken Geschädigten. Insgesamt 1 Milliarde Euro haben diese Kunden durch Falschberatung allein aus Lehman-Papieren verloren. Geld, das ein Großteil der Anleger überwiegend für die private Altersversorgung investiert hatte.

Besonders interessant aber ist die Information, dass es vor allem die Sparkassen waren, die ihren Kunden diese “Junk-Bonds” empfohlen haben.

Jetzt wird im großen Stil “Imagepflege” betrieben: Mit riesigen Millionen-Beträgen machen die Sparkassen Medienwerbung und versuchen, sich als das Maß der Dinge in der Kundenberatung zu positionieren (“Mission Finanzcheck”). Kaum eine Zeitung, ein Journal oder ein Fernseh-Werbeblock, in dem nicht die Sparkassen auftauchen.

Ich meine: Es wäre besser, die Falschberatung öffentlich einzuräumen und anstelle der millionenschweren Werbeausgaben möglichst viele der falsch beratenen und zum Teil ruinierten Kunden angemessen zu entschädigen.


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Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Feststeller, 8. Oktober 2009 um 18:49 Uhr

    Ich habe da nur eine kleine Anmerkung. Wenn man Lehman-Papiere als “Junk-Bonds” bezeichnet, dann ist die Frage, was ich als Anleger aus Staatsanleihen noch kaufen kann. Es gab durchaus einmal Zeiten, wo Banken sehr gute Ratings hatten. Ich werde deshalb sicher nicht alle Industrieanleihen verkaufen, nur weil das Rating nicht AAA beträgt.

  2. , 8. Oktober 2009 um 20:01 Uhr

    Lieber “Feststeller”,

    ihr Kommentar ist doch gut, warum geben Sie sich nicht zu erkennen? Schade!

    Gerne nehme ich dennoch Stellung: Die Sparkassen haben den Anlegern keine Lehman-Aktien sondern von der Lehman-Bank emittierte Zertifikate verkauft, die nach dem Konkurs der Bank wertlos waren. Denn wie gesagt, der Emittent war die Bank, und die haftet für die Papiere.

    Selbst Zertifikate sind keine Junk Bonds im engeren Sinne, deshalb habe ich den Begriff in Anführungszeichen gesetzt, um so zum Ausdruck zu bringen, wie “gefährlich” letztendlich solche Papiere sein können. Der Privatkunde kann das nicht beurteilen, selbst die Bankberater waren offensichtlich überfordert.

    Völlig Recht haben Sie natürlich mit der Aussage, dass Bankaktien keine Junk Bonds sind. Aber es ging ja hier überhaupt nicht um Bankaktien, sondern um Lehman-Zertifikate.

    o.k. ?

    Gruss Ihr Helge Lach

  3. Roulette Trick, 1. März 2010 um 23:36 Uhr

    Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich öfter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.