Wieviele Vorstandswechsel verträgt ein Unternehmen?

9. Juni 2009 | 1.142 mal gelesen

Die Meldung hat nicht wirklich überrascht: Nach nur eineinhalb Jahren in dieser Position verläßt Vertriebsvorstand Wilhelm Zsifkovits den AWD. Damit reiht er sich in die inzwischen unendlich scheinende Liste ehemaliger AWD-Vorstände ein. Wer etwas von Vertrieb versteht, weiß: Vertrieb braucht “Laufruhe”, um zu funktionieren. Da erstaunt es nicht, dass es beim AWD seit Jahren abwärts geht.

Ich selbst bin jetzt seit sechseinhalb Jahren als Vorstand bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) für Familie Pohl tätig. In dieser Zeit gab es einen einzigen Kollegen, der aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Es ist Friedrich Bohl, der vor wenigen Wochen vom Vorstand in die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden wechselte. Man sieht: Es geht auch anders. Und vergleicht man die höchst unterschiedlichen Erfolge beider Unternehmen in den letzten Jahren, liegt eine der Ursachen auf der Hand.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Jörg Meininghaus, 2. Juli 2009 um 09:59 Uhr

    Gerade als Direktionsleiter der für die Vermögensberater das Bindeglied zur Gesellschaft ist, ist es wichtig verlässliche Ansprechpartner im Unternehmen zu haben. Menschen die unser Unternehmen und unsere Unternehmenskultur wirklich kennen. Das funktioniert nur, wenn der ein miteinander anstatt ein gegeneinander wirklich gelebt wird. Und das wird es in unserer Deutschen Vermögensberatung.
    Verlässlichkeit ist etwas was heute wichtiger den je ist.
    Herzlichst, Jörg Meininghaus

  2. Detlev Haupt, 7. Juli 2009 um 11:04 Uhr

    Ist es denn wirklich ein Wunder? Wenn selbst der Unternehmensgründer, Herr Maschmeier das (sinkende) Schiff verlässt, werden sicherlich weitere Personen folgen. Nur die (armen) Mitarbeiter vertrauen weiterhin auf die Durchhalteparolen. Das erinnert mich stark an die Zeit, als die Aktienkurse des AWD sich im Sinkflug befanden und nur noch durch gutgläubige Mitarbeiter versucht wurde, die Kurse zu stützen. Schadensbegrenzung konnte zu dieser Zeit auch nur derjenige erfolgreich betreiben, der rechtzeitig dem Unternehmen den Rücken gekehrt hatte…
    Detlev Haupt

  3. Ralf Cormaux, 7. Juli 2009 um 11:41 Uhr

    Ich bin froh, in einem familiengeführten Konzern seit 13 Jahren arbeiten zu dürfen, der gerade durch seine Beständigkeit glänzt. Prof. Dr. Pohl “unser Doktor” hat mir gerade beim “Übernweglaufen” auf unseren Reisen oder auch gerade erst vor wenigen Tagen in unserem Burghotel Dinklage, wo ich in zufällig traf, immer wieder gezeigt, wie nah er bei seinen Vermögensberater ist. Er geht immer offen auf uns zu, spricht uns an und zeigt seine Bodenständigkeit. Sehr imponierend und beeindruckend, wie persönlich ein Konzernchef auch sein kann, bei all den zahlreichen Aufgaben. Gleiches gilt für seine Söhne. An unserer Führung könnten sich viele Konzerne nicht nur unserer Branche ein Beispiel nehmen in Sachen Beständigkeit, Mitarbeiter- und auch Kundenorientierung. Als ich vor vielen Jahren mit dem Beruf begann war mir diese Tragweite sicher nicht bewusst. Heute bin ich dankbar dafür. Gruß Ralf Cormaux

  4. Freddy-R. Leib, 7. Juli 2009 um 19:06 Uhr

    Es tut mir immer wieder weh, wenn ich sehe, dass Menschen, motivierte Menschen mit großartigen Zielen und beachtenswerten Wünschen, von einem Finanzvertrieb unter falschen Voraussetzungen angeheuert werden, dessen Produkte zu verkaufen. Wenn ihnen aufgetragen wird wie viel sie pro Monat immer neu umsetzen müssen, wie den gleichen Menschen dann auch Beförderungen versagt werden und diese dann noch zusätzlich in Schulden getrieben werden, um diesen Vertrieb niemals verlassen zu können! Und tun sie es doch, gehen sie mit Tränen und Wunden aus dem Markt und sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr für einen Neubeginn zu begeistern. Menschen, die noch das Brennen in den Augen hatten, Menschen die noch vieles erreichen wollten. Für solche zukünftigen Menschen muss der Markt bereinigt werden. Unternehmen müssen “genötigt” werden, offen und ehrlich ihre Philosophie zu kommunizieren.
    Als ich mich 1984 beim Marktführer „Deutsche Vermögensberatung“ beworben habe, suchte ich einfach nur eine Möglichkeit, nebenberuflich und frei Geld zu verdienen. Die beruflichen Alternativen die mir dort in kürzester Zeit geboten wurden, konnte ich zu Anfang gar nicht richtig begreifen. 1985 habe ich unseren „Dr.“ Pohl persönlich in Homburg kennen lernen dürfen. In einem kurzen und beeindruckenden Gespräch mit diesem Menschen war für mich klar, meinen Heimathafen gefunden zu haben. Das, was unser Prof. Dr. Reinfried Pohl mit seiner Familie uns zurück gibt, ohne etwas zu fordern gibt es bestimmt kein 2. Mal! Auf der M.V. Mercury durfte ich seine Frau Anneliese ebenfalls persönlich kennen lernen. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie diese Menschen auf mich wirkten und immer noch wirken.
    Ein Mitbewerber, mit dem ich in lockerem Kontakt stehe sagte mir einmal am Telefon, er könne nicht verstehen warum soviel Menschen zur Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft gehen!
    Nun, ich kann ihn verstehen, dass er es nicht verstehen kann. Um dies zu verstehen muss er es erleben!
    Ich mache nicht Vermögensberatung, ich bin Vermögensberater. Mit Stolz trage ich jedem Kunden seine Vermögensplanung nach Hause und begleite ihn bis zum letzten Atemzug. Meine Arbeits- und Vorgehensweise könnte ich mir bei einem anderen Unternehmen überhaupt nicht vorstellen. Wir haben ein einzigartiges Team und wir leben die Gemeinschaft, denn Gemeinschaft bedeutet Stärke.
    Dr. Pohl und seine Söhne, unsere Deutsche Vermögensberatung bieten mehr als Provisionen. Das große Ziel von unserem Dr. „Wenn in Deutschland jemand von Vermögensberatung spricht, meint er unsere Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft, haben wir erreicht. Nun gilt es, das 2. Ziel von Dr. Pohl zu erreichen, das Ziel als Vermögensberater auf der gleichen Höhe, auf der selben Stufe wie der Hausarzt und der Steuerberater zu stehen. Auch dieses Ziel ist bei vielen tausenden Kunden schon ganz fest im Kopf verankert! Wir werden nicht nur der Marktführer weltweit bleiben, wir werden überhaupt die Einzigen bleiben!
    Vielen Dank lieber Prof. Dr. Reinfried Pohl,
    vielen Dank lieber Reinfried Pohl,
    vielen Dank lieber Andreas Pohl,
    vielen Dank liebe, unvergessene Anneliese Pohl!
    Ihr
    Freddy-R. Leib

  5. Michael Trossen, 9. Juli 2009 um 17:43 Uhr

    Sehr geehrte(r) Leser-/in meines Kommentares,
    mit diesem Beitrag möchte ich nicht alle anderen Finanzvertriebe „verteufeln“.
    Ich denke alle (na gut, fast alle) sind angetreten, um mit guter Leistung gutes Geld zu verdienen.
    Sicherlich besteht in dieser Branche für viele die Gefahr der „Provisionsoptimierung“, das heißt: wenig Arbeit, viel verdient. Doch dieses System kann auf Dauer nicht funktionieren.
    (für den nichtfachkundigen Leser sei gesagt: je höher die Provision, je schwieriger wird das Erwirtschaften einer POSITIVEN Rendite. So manch geschlossener Fonds brachte bzw. bringt den Vermittlern solcher Produkte eine zweistellige Prozentsumme an Provision ein).
    Ich habe mich immer gefragt, übrigens auch die Kollegen und Makler, wie schafft Ihr es immer und immer wieder über tausende von Versicherungs- und Kapitalanlageangebote auf Preis und Leistung zu prüfen, denn das ist der Anspruch eines unabhängigen Beraters. Ich habe keine einzige Antwort bekommen, die mich überzeugt hat (außer der Fast-Zusammenbruch unserer Bankenlandschaft).
    Vielleicht wäre ich auch woanders gelandet, wenn mein damaliger Betreuer bei XY Gesellschaft gewesen wäre.
    Ich bin Ihm dankbar, das er schon damals bei dem für mich richtigen Unternehmen tätig war.
    Nun nach über fünfundzwanzig Jahren verstehe ich viele Entscheidungen unseres Vorstandes, einige Dinge nicht zu tun, andere gegen den Trend zu vertreten und sogar auf hoch verprovisionierte Produkte zu verzichten.
    Wie ich angetreten bin, waren wir (glaube ich) Nr. 3 der Branche (oder Nr 4?). Heute sind wir, das streitet keiner mehr ab, die Nr. 1. Das bestätigt mich, in diesem Unternehmen tätig zu sein.
    Was mich aber sehr nachdenklich stimmt, ist, das die Unternehmen von damals (wenn es sie denn noch gibt) oft die Erwartungen der Kunden und Mitarbeiter nicht erfüllt haben.
    Und so stimmt der Spruch meines “Chefs” Dr. Pohl: mit der Zeit kommt jeder Fuchs zum Kirschner.
    Ich denke abschließend, dass der eine oder andere Finanzvertrieb mit guten Vorsätzen angetreten ist, nur entwickeln Vorsätze meist auch viele Neben- und Nachsätze.
    Ich wünsche den Kollegen alles Gute, denn eine Heimat wie ich Sie hier gefunden habe, wird es nur noch selten wo anders geben.
    Vielleicht findet der eine oder andere ja auch bei uns noch die Unterstützung, die er gesucht hat.
    Mit kollegialen Grüßen
    Michael Trossen
    (Menschen brauchen Menschen, und keine wechselnden Vorstände)

  6. Heinz-Bert Müssig, 11. Juli 2009 um 21:03 Uhr

    Hallo Ihr alle,
    ich möchte das ganze mal etwas allgemeiner kommentieren. Ich glaube nicht, daß es gute und schlechte Unternehmen gibt. Es gibt auch im Grunde keine unseriösen Unternehmen. Unseriös wird das Ganze nämlich erst durch den Einzelnen, der die Sache dann in die Tat umsetzt. Sicherlich ist nicht jeder fachlich so auf dem Laufenden, daß er immer beurteilen kann, was man Ihm vorsetzt als Produkte. Sonst würden nicht umsonst soviele geschlossene Anlagen an Hausfrauen und Geringverdiener vermittelt. Aber letzten Endes entscheidet das der Vermittler, und somit bestimmt er über Seriosität oder das Gegenteil.
    Ich bin froh, daß wir diesen Markt in keiner Weise bedienen und würde mir mehr wünschen, daß dies auch vom Bürger honoriert wird.
    Schade, daß der Bürger aus der Bankenkrise nur so wenig gelernt hat, und fälschlicher Weise ausgerechnet jetzt zum “Finanzcheck” zu denen läuft, die ganz stark mitgemischt haben bei den Zertifikaten. Erst mal Grundnahrungsmittel und dann mal weiterschauen, was noch geht, das sollte die Devise der Bürger sein.
    Denkt mal drüber nach liebe Leser
    Ihr
    Heinz-Bert Müssig