Beratungsdefizite in der betrieblichen Altersversorgung

18. Mai 2011

Eigentlich müsste sie jeder abhängig Beschäftigte haben: Eine betriebliche Altersversorgung. Denn die verschiedenen, so genannten “Durchführungswege” bieten im Grunde fast jedem die Möglichkeit, von staatlicher Förderung zu profitieren, um so besonders effektiv für das Alter vorzusorgen.

Eine aktuelle Umfrage (siehe Versicherungsjournal vom 12. Mai 2011) zeigt, dass rund zwei Millionen Menschen in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten einen bAV-Vertrag abschließen wollen.

Mehr als die Hälfte davon befindet sich jedoch in einem Dilemma: Sie erhalten von ihrem Arbeitgeber zu diesem Thema keinerlei Informationen.

Was liegt da näher, als Rat von einem Vermögensberater der DVAG einzuholen? Denn bei dem gibt es nicht nur alle benötigten Informationen, sondern auch ein Angebot erstklassiger Produktlösungen für die Betriebsrente.


Kommentare für diesen Artikel (17)

  1. Harri Schultze, 18. Mai 2011 um 09:38

    Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass viele Arbeitgeber nach wie vor mit immer den gleichen “Ausreden” scheuen das Thema bAV im eigenen Betrieb umzusetzen.

    1. “Die verstehen das nicht”:
    Ich behaupte: Jeder vesteht es, wenn es richtig erklärt wird!

    2. “Die können sich das nicht leisten”:
    Ich behaupte: Gerade wenn es eng ist, muss man doch zunächst die Dinge vorrangig nutzen, bei denen die Förderung die höchste ist – also bAV.

    3. “Die wollen das nicht”
    Ich behaupte auch hier: Wenn das jemand nicht will, dann hat er es entweder nicht verstanden (siehe Punkt 1.) oder es sind zunächst andere Baustellen zu lösen. Und dabei kann eine GUTE Beratung sehr helfen.

    4. “Was habe ich als Arbeitgeber damit zu tun – die sollen sich selber kümmern”:
    Der Unternehmer verdient diese Bezeichnung nicht, der so denkt. Der meist geförderte Vorsorgeweg läuft nun mal über den Tisch des Arbeitgebers. Dies in der Hoffnung, dass dieser mit seinem unternehmerischen Weitblick und sozialer Verantwortung möglichst alle Arbeitnehmer animiert und sogar aktiv finanziell bei der Vorsorge unterstützt.

    Die Liste lässt sich sicher noch erweitern, von Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge angefangen über Mitarbeitermotivation bis hin zum Thema Fachkräftemangel. Die betriebliche Altersvorsorgung sollte in jedem Unternehmen ab 1 Mitarbeiter einfach fester Bestandteil sein.

    Fazit, wie in allen anderen Bereichen auch und hier vielleicht noch ein wenig mehr:

    GUTE BERATUNG MACHT DEN UNTERSCHIED!

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  2. Wolfgang, 18. Mai 2011 um 10:55

    @ Herr Schultze
    das sind alles gute Ratschläge und Argumente. Nur, der Gesetzgeber hat hierabsolut seien Hausaufgaben nicht gemacht. Was nützt es einem Arbeitnehmer beim Wechsel des Betriebes, wenn der neue Arbeitgeber die bestehende Direktversicherung nicht weiter einbezahlt, nur weil ein Rahmenvertrag mit XY besteht. Der AG ist ja nicht verpflichtet die bestehende Versicherung weiter einzu zahlten. Somit besteht die große Gefahr, im Berufsleben ( ca. 50 Jahre ) mehrere stillgelegte Verträge zu haben. Viel bezahlt – nichts erreicht. Da helfen auch keine guten Beratungen.

    Gruß

    Wolfgang

  3. Wolfgang Reinhardt, 18. Mai 2011 um 12:26

    @ Wolfgang

    In aller Regel übernimmt der neue Arbeitgeber den mitgebrachten Vertrag, auch wenn ein anderer Rahmenvertrag besteht.

    Nur wenn ein eigenes Versorgungswerk existiert wird es schwierig.

  4. Julia, 18. Mai 2011 um 13:06

    @ Wolfgang: Soweit ich informiert bin kann bei den Verträgen ab 2005 auch alternativ eine Deckungskapitalübertragung zum vom Arbeitgeber bevorzugten Anbieter durchgeführt werden. Die Versicherer regeln das untereinander und das ganze abschlusskostenneutral für den neuen Vertrag. Somit bleiben dem Arbeitnehmer die vielen still gelegten Verträge erspart.

  5. Peter, 18. Mai 2011 um 13:11

    @ Harri und Wolfgang

    Um Euch beide in der bAV spezialisierten Berater nicht im Unklaren zu lassen, gibt es zu dieser Thematik eine Lösung. Der Gesetzgeber hat diesbezüglich festgelegt, dass die Verträge portabel übertragbar sein müssen. Dabei ist der Übertragungswert (im weitesten Sinne der Rückkaufswert) von entscheidender Bedeutung . Es gibt Gesellschaften, da stehen beim Verkauf von ungezillmerten Tarifen im Kollektiv mehr als 93% der eingezahlten Beiträge im ersten Versicherungsjahr zur Verfügung. Leider wird dann die Provision auch nur ratierlich gezahlt.
    Meine Frage ist aber: Werden soche Tarife auch von Vermögensberatern im bAV-Verkauf empfohlen und vermittelt?
    LG Peter

  6. Peter Schattling, 18. Mai 2011 um 13:53

    Bei der betrieblichen Altersversorgung sollte nicht vergessen werden, daß durch die steuer- und sozialabgabensparende Senkung des Bruttolohnes auch die Ansprüche auf die gesetzliche Altersrente, auf die Erwerbsminderungsrente und das Krankengeld reduziert werden!
    Das müsste wiederum durch zusätzliche private Vorsorge ausgeglichen werden. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die Rente aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem vollen Beitrag aus Kranken- und Pflegeversicherung belastet wird.
    Bei Berücksichtigung dieser Zusatzbelastungen, sowohl in der Ansparphase als auch in der Rentenphase, kann sich die Wichtigkeit der betrieblichen Altersvorsorge ganz schnell relativieren!

  7. Harri Schultze, 18. Mai 2011 um 14:00

    @Wolfgang

    Der Gesetzgeber hat doch auch diese Thematik längst geregelt. Wenn ein Arbeitgeber die mitgebrachte Lösung nicht akzeptiert, weil er einen anderen Anbieter ausschließlich im Betrieb haben will, dann ist das sein gutes Recht. In diesem Fall kann 12 Monate nach Eintritt bei dem neuen Arbeitgeber die Übertragung des Guthabens aus dem alten in den neuen Vertrag beantragt werden.

    Eine weitere Möglichkeit wäre seinen Vertrag fortzusetzen und mit selbigen Vertrag von der Riesterförderung zu profitieren. Es handelt sich hier um die gleiche Schicht (im Alterseinkünftegesetz) und damit ist dieser Wechsel des Förderweges möglich.

    Es besteht also auch vor dem Hintergrund “vielleicht wechsle ich mal den Arbeitgeber” kein Anlass auf den in der Regel meist geförderten Vorsorgeweg zu verzichten.

    Allerdings setzt dies alles natürlich immer die Kenntnis voraus, auch zu wissen was in welcher Situation möglich, recht und gut ist. Am besten spricht man in diesem Fall mit seinem Vermögensberater, der kann Möglichkeiten und Alternativen aufzeigen.

    Aus der Erfahrung gebe ich allerdings Wolfgang Reinhard recht, in den meisten Fällen akzeptiert ein neuer Arbeitgeber den mitgebrachten Vertrag. Manchmal ist hierfür eben ein Gespräch notwendig mit einem Fachmann, der dem Arbeitgeber die Vorteile erläutert.

    Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

    Gute Beratung macht eben den Unterschied!

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  8. Harri Schultze, 18. Mai 2011 um 14:36

    @Peter: Die Antwort ist JA – es werden ausschließlich ungezillmerte Tarife empfohlen (schon auf Grund der Vermeidung der Arbeitgeberhaftung) und je nach Unternehmen (Unternehmensgröße) gerne auch mit Kollektiv-Vertrag.

    @Peter Schattling
    Sie haben vollkommen recht – all diese Themen müssen bei der bAV-Beratung eine Rolle spielen. So lässt sich dann am konkreten Beispiel für jeden Einzelfall ermittelt, wie hoch der Vorteil aus der bAV ist.

    Nur der Vollständigkeit halber für Blog-Leser, die sich sonst vielleicht verunsichern lassen und vor lauter Furcht das Falsche zu tun lieber gar nichts machen:

    Auch die gesetzliche Rente ist abgaben- und steuerpflichtig. Anhand von Rententabellen lässt sich ziemlich genau ermitteln wie viel die gesetzliche Rente sinkt (nach heutiger gesetzeslage). All diese Themen lassen sich in der Beratung auseinandernehmen, so dass eine Entscheidung für den i.d.R. meist geförderten Vorsorgeweg auf Basis von Zahlen, Daten, Fakten erfolgen kann. Das einzige was keiner wirklich dabei sagen kann ist, in wie weit die gesetzliche Rentenversicherung weiter gekürzt werden muss. Gerade habe ich doch passend zum Thema im Autoradio gehört, dass unserer Kanzlerin von kühlen Rechnern die Einführung der Rente mit 69 empfohlen wird. Ist das so unwahrscheinlich?

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  9. Thomas, 18. Mai 2011 um 22:03

    Betriebliche Altersvorsorge : nein,

    Riester Rente/Fonds/Banksparplan : nein

    Aktive Fonds für die Altersvorsorge : nein

    Lebensversicherungen : nein

    Gesetzliche Rentenkasse: ja leider….

    Meine Altersvorsorge : Direktanlage in Aktien und ETFs auf Emerging Markets, Nasdaq und Rohstoffe mittels ETC

    So sieht meine Altervorsorge aus.

  10. Wolfgang Reinhardt, 19. Mai 2011 um 08:52

    Thomas, Herzlichen Glückwunsch!

  11. AS-Club'er, 19. Mai 2011 um 09:38

    und alles Risikoklasse 4 und 5.

    Als Beimischung mag das ja okay sein, aber ich bezweifle, ob diese Anlagestrategie von irgendjemanden anderem in Deutschland mit der Bezeichnung “Altersvorsorge” versehen werden würde.

  12. Michael Miedl, 19. Mai 2011 um 10:46

    Hallo liebe Blogger,

    ….und wenn Herr “Thomas” das Rentenalter erreicht hat, springen wir mit unseren Steuerzahlungen für seine soziale Grundsicherung ein?!
    Wie sagte einst der Schriftsteller Josh Billings:
    “Die beste Methode, einen Narren von seinem Irrtum zu überzeugen,
    besteht darin, ihn seine Dummheiten ausführen zu lassen.”

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  13. Stefan Deppisch, 19. Mai 2011 um 11:55

    @Thomas: na da freuen sich die eifrigen Sozialversicherungssystemsparer wenn das Geld später, für den Fall des Scheiterns der Strategie (was natürlich sehr unwahrscheinlich ist^^), auch für solche Härtefälle verteilt werden muss.
    Hoffe nur das die Investitionen zumindest 10 mal so hoch wie das gewünschte Ergebnis – einfach nur um vorzubeugen… unfassbar – aber jeder darf natürlich selbst seine Strategie wählen – im Interesse aller: viel Erfolg!

  14. Frank Schmidt, 19. Mai 2011 um 15:05

    Hallo Thomas,

    ich bin zwar auch kein ein Freund der Herren Riester und Rürup, auch nicht unbedingt ein eifriger Policenverkäufer, aber das erscheint mir doch sehr einseitig.

    Gibte es nicht auch Rentenversicherungen mit 99,2% Fondsvermögen nach 1 Jahr und (fast) freier Auswahl der darin befindlichen Anlageprodukte? Nachteile sollen hohe Kosten am Anfang, Vorteile Steuerbegünstigung (freiheit) ab Rentenbezug sein.

    Gibt es nicht auch Fondssparpläne, die durch eine kluge Strategie Marktschwankungen bewußt nutzen? Durch eine gewisse Emotionslosigkeit des Verwalters geht das meist besser, als wenn man es allein versucht.

    Rennst Du mit Deiner Strategie den Trends nicht nach? Eine Anlageberatung kann ich hier ja nicht machen, aber da fiele mir einiges dazu ein.

    MfG
    FS

  15. Wolfgang Stadler, 20. Mai 2011 um 14:20

    ohjeeee! @ Thomas: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

    soweit ich mich erinnere, haben Sie ja auch keine BU etc. Zusammenfassend verweigern Sie sich prinzipiell allen Versicherungsprodukten und basteln ihre eigene Strategie mit hochspekulativen Anlagen.

    viel Erfolg dabei! Ich stelle mir gerade die Ehefrau vor, die mit Ihnen verheiratet ist und davon erfährt, wenn dann doch mal was ist.

    dennoch ein schönes Wochenende!

    nun aber zur Thematik:

    Ich habe selbst viele Telefonate mit Firmen geführt und folgendes Ergebnis dabei erhalten:

    - die meisten Firmen (Zitat)”haben schon jemanden, der sich da drum kümmert”
    - dennoch ist die Durchdringungsquote i.d.R unter 10%
    - es wurden meistens schon Arbeitnehmerveranstaltungen durchgeführt, von individueller Beratung keine Spur

    meine Analyse ergibt folgenden Schluss: die “Spezialisten”, die BAV vertreiben möchten ausschließlich viele und schnelle Verträge, am besten am Fließband im Büro der Firmen. Ein Interesse an den individuellen Situationen der Arbeitnehmer besteht meist nicht. Dadurch ergibt sich die Problematik, dass viele Leute bereits einige Verträge privat bezahlen und nicht noch mehr machen möchten. Würde sich der Berater die Arbeit machen und eine sorgfältige Analyse beim Mandanten aufnehmen, könnte er z.B. BU-Schutz in die BAV mit aufnehmen und der Mandant würde sich oft sogar Geld einsparen.
    Hier ergibt sich ebenso ein Vorteil in Bezug auf unsere Produkte, da BU-Absicherungen bei der AM Leben z.B. zwischen privaten Verträgen und BAV oder Rürup ohne Gesundheitsprüfung übertragen werden können.

    Fazit: als Vermögensberater hätten wir beste Voraussetzungen für Beratung und Vertrieb von BAV, würden nur die Firmen nicht so hohe Hürden aufbauen. Eine Gesetzesänderung in Anlehnung an die Durchführung von VL-Verträgen wäre für alle, wirklich alle Beteiligten der Knackpunkt!

  16. Thomas, 20. Mai 2011 um 19:22

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich….aber wie gesagt…ein isoliertes, günstiges Produkt.

    Eine Rechtsschutzversicherung habe ich auch, denn wir wissen ja, dass gerade die BU-Versicherungen bei einem “Schadensfall” sich aus ihrer
    Verantwortung schleichen wollen.

    Wohnriester habe ich vergessen zu erwähnen, das habe ich natürlich wegen den Steuervergünstigungen und weil ich später was bauen will.

    Ich wähle meine Wertpapiere mit Bedacht aus und informiere mich erst mal über das Unternehmen,Branche und künftige Aussichten ehe ich etwas kaufe und setze Stop Loss (SL) Kurse. Bis auf eine Aktie konnte ich alle SL Kurse oberhalb meines Einkaufkurses setzen. Folglich kann ich sehr gut schlafen, da ich faktisch keine Verluste machen werde

    Und die Wertentwicklung, die mein seit 5 Jahren Depot hingelegt hat, ist durchaus beachtlich ( insgesamt mehr als 130 % im Plus trotz Finanzkrise),

    Nur als Richtgröße : mein Gesamtdepot hat inzwischen den Gegenwert eines Porsche Panamera Turbo S und auf dem Tagesgeldkonto liegen auch paar Tausender rum…am Hungertuch werde ich wohl nicht nagen müssen auch wenn ich jetzt 31 Jahre alt bin und hoffentlich noch lange leben werde :-)

    Es ist ausserdem erwiesen, dass die Aktienanlage über Jahrzehnte alle anderen Finanzprodukte ( Lebensversicherung, Sparkonto,….) performance-mäßig schlägt.

    Folglich habe ich minimale und sehr transparente Kosten und einen hohen Ertrag.

    @ Frank Schmidt

    Die sogenannten Experten sind nicht unbedingt besser als der Markt oder der Laie.
    Nur die wenigsten Fonds schlagen den Index.

    Gruss Thomas Winkler

  17. Frank Schmidt, 21. Mai 2011 um 19:15

    Hallo Thomas,

    man braucht nicht unbedingt Experten, aber eine vernünftige Strategie.
    Kurzes Beispiel: Hättest Du 1999 10.000€ in den Fonds DWS Top 50 Europa angelegt, hättest Du jetzt etwa 12.000€ drin. Das wäre ein saumäßiges Ergebnis, rund +1,5% p.a..

    Mit der einfachen Strategie, blind nach etwa 8% Fondsverlust zu verkaufen und bei 8% Gewinn wieder zu kaufen, hättest Du nach Kosten und Steuer etwa 20.000€ auf der hohen Kante. Und das entspricht etwa 6% Nettozuwachs p.a. und ist 4* so viel, wie einfach nur zu sparen..

    Diese Steigerung kannst Du auf jeden anderen Fonds übertragen.

    Meist zieht man selbst so eine Strategie aber nicht durch. Dazu gehört sehr viel Disziplin. Daher ist es manchmal nicht falsch, sich an einen Berater zu wenden, der diese Strategie surchzieht.

    MfG
    FS