……..erwischt!

30. Januar 2010

Es waren die Verbraucherzentralen, die in letzter Zeit am lautesten, undifferenziert und teilweise mit stillosen Methoden den gesamten Berufsstand der Vermittler der Finanzbranche in Verruf gebracht haben.

Das Motiv lag auf der Hand: Die Politik dazu motivieren, den Verbraucherzentralen mehr steuerfinanzierte Mittel zur Verfügung zu stellen, um so selbst Kunden auf breiter Basis beraten zu können.

Endlich wurden nun auch die Verbraucherzentralen verdeckt getestet. Dazu die Financial Times vom 29. Januar: “Manche Ergebnisse sind tatsächlich krass. So erfragte ein Münchener Berater weder die Zahl der Kinder, Vermögensverhältnisse, Verbindlichkeiten, Erfahrungen in der Geldanlage noch die Risikobereitschaft ab.” Und dafür berappt der gutgläubige “Verbraucher” 150 Euro (90-minütiges “Beratungsgespräch”).

… wer im Glashaus sitzt …


Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Andrea, 30. Januar 2010 um 21:23

    Hallo zusammen,
    genau das sind die dinge die ich schon öfter von den Verbraucherzentralen erlebt habe. Keine VZ nimmt eine umfangreiche Analyse des vorhanden Bestandes und bestehenden Situation des Kunden auf, will aber dem Kunden (nachdem er bei z.B. mir beraten wurde) erläutern welches Produkt zu ihm passt und welches nicht. Ich habe mich schon immer gefragt wie die das dann machen ! Bestes Beispiel :
    Als die Riester Rente eingeführt wurde waren es die Verbraucherzentralen welche sofort gesagt haben :” Der Kunde soll nur nichts überstürzen, er kann die Riester ja noch im Dezember machen. Es wurde den Kunden dann aber nicht gesagt das er, wenn er die gesamten Fördermittel haben möchte, dann im Dezember den gesamten Jahresbeitrag einzahlen muss !!! (was die wenigsten dann gemacht haben) Rechnet man dann aber die fehlenden Beiträge zuzüglich Fördergelder, eventueller Steuerersparnis und darauf den Zinseszins auf z.B. 20 oder 30 Jahre Laufzeit kommen sehr leicht ein durch diese Beratung entstandener Verlust von mehreren Tausend Euro zusammen. Nur hat bisher noch keiner die Verbraucherzentralen gefragt wer für diesen entstandenen Schaden an der persönlichen Altersvorsorge aufkommt !??
    Wie gesagt, nur EIN Beispiel.
    Viele grüße …

  2. Johann Dumbs, 1. Februar 2010 um 13:20

    Ganz Richtig!

    Von welcher Verbraucherzentrale sprechen Sie denn?

    Und wie würden Sie einem Kritiker begegnen, der behauptet die Verbraucherverbände würden auf jeden Fall eine unabhängigere Beratung bieten da nicht dem Diktat der freien Wirtschaft untergeordnet, und daher wären sie auch angewiesen auf offizielle Mittel?

    Beste Grüße

  3. Dr. Helge Lach, 1. Februar 2010 um 14:05

    @ Johann Dumbs

    Was nutzt dem Kunden eine Beratung, die den Mantel der Unabhängigkeit trägt aber dennoch wenig Qualität hat und nicht kundenorientiert abläuft? Genau das belegt der Test.

    Insoweit ist die Frage berechtigt, warum für derart schwache Beratung Steuergelder verwendet werden. Die Antwort auf diese Frage liegt nahe: Branchen, die sich aus steuerfinanzierten Subventionen refinanzieren, sind nicht dem Wettbewerb ausgesetzt und haben insoweit wenig Anreiz, kosten- und qualitätsbewußt zu agieren.

  4. Sebastian Meysel, 1. Februar 2010 um 18:13

    Wer überwacht eigentlich die Qualifikation bzw. Sachkunde dieser sog. “Schützer”???

  5. Dr. Helge Lach, 2. Februar 2010 um 08:53

    @ Sebastian Meysel

    Diese Frage ist mehr als berechtigt, denn die in der Finanzberatung tätigen Mitarbeiter der Verbraucherzentralen unterliegen nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation der Versicherungsvermittler, müssen also auch keinen Sachkundenachweis erbringen. Das spricht Bände……..

  6. Ralf Cormaux, 2. Februar 2010 um 09:44

    Es ist schon unbeschreiblich und schlichtweg eine Frechtheit. Die meisten Vermittler haben es ohnehin immer schon gewusst. Hoffentlich werden die Verbaucher nun auch endlich wach.

    Da gibt es vermeintliche Verbaucherschützer, die verbal auf ehrliche Berater und Vermittler in dieser Branche einschlagen, weil ja alles besser sei als provisionsorientierte Beratung. Was sind denn die Beratungsgebühren bei denen? Natürlich keine Provision. Hier zahlt der Bürger einfach nur für schlechte Arbeit. So wscheint das in Ordnung zu sein. Das ganze geschieht auch noch ohne Stornorisiko für die Verbraucherzentralen.

    Wir als provisionsabhängige Berater, die langfristig in dieser Branche arbeiten wollen, sind verpflichtet gut zu arbeiten, da wir unsere Provisionen ansonsten zurückzahlen.

    Eine Verbraucherzentrale darf doch unmöglich unter Ihrem “staatlichen Deckmäntelchen” Kunden beraten. Sie sollen nur informieren, nicht beraten. Wer haftet und leidet denn bei denen für die Spätfolgen beim betroffenen Bürger? Vermutlich auch wir, weil auch dieser schlecht beratene Bürger wieder sagen wird, alle Berater sind böse. Und wieder werden wir alle in “Sippenhaft” genommen.

    Ich möchte gerne die Verbraucherzentrale sehen, die den Kunden hilft, Ihre Unterlagen zu sortieren, und sonstigen Service leistet. Wir machen das kostenlos.

  7. Sebastian Meysel, 2. Februar 2010 um 09:50

    Interessant; von Beraterhaftung brauchen wir dann gar nicht mehr reden, dafür gibt es dann wahrscheinlich weiteres Geld vom Steuerzahler…