Das Ende der Unabhängigkeit bei AWD

3. Juli 2009

“Unabhängigkeit bedeutet: Freiheit von Kapitalverflechtungen mit Produktpartnern. Um eine eventuelle Einflussnahme auszuschließen, existieren keine wesentlichen Kapitalbeteiligungen von Produktherstellern an der AWD Gruppe”

Dieses wörtlich übernommene Zitat findet sich wieder im Geschäftsbericht 2006 des AWD auf Seite 28.

Wie sich Definitionen doch in nur drei Jahren verändern oder ins glatte Gegenteil verkehren können! Wurde 2006 die Unabhängigkeit mit dem Fehlen von Kapitalbeteiligungen begründet, so wird AWD heute von nur einem Versicherungskonzern beherrscht und behauptet trotzdem weiterhin, unabhängig zu sein. Denn AWD will nach Angaben des Handelsblatts vom 2. Juli 2009 (Finanzzeitung) gegen das Urteil des Landgerichts Hannover (Az.: 18 O 193/08), mit dem dieses die Verwendung des Begriffs Unabhängigkeit in der Werbung und Kundengewinnung für die Zukunft untersagt, in Berufung gehen.

Ich bin sicher, auch die Richter des zuständigen OLG Celle werden in den Geschäftsberichten des AWD nachlesen, an welche Bedingungen unabhängige Beratung unter anderem geknüpft sein sollte. AWD in jedem Falle, erfüllt diese selbst definierten Bedingungen nicht.


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Kommentare für diesen Artikel (17)

  1. Volker Schmidt, 4. Juli 2009 um 13:40

    Ein sehr guter Bericht im Handelsblatt, sowie die Entscheidung des Gerichts. Diese Entscheidung sollte endgültig das Ende, in nicht mehr allzu langer Zeit, des AWD bedeuten. Genauso wie es Prof. Dr. Pohl in Erfurt angekündigt hat.

  2. tut nichts zur Sache, 6. Juli 2009 um 18:08

    Hat die DVAG nichts besseres zu tun als sich mit den Logos von Mitbewerbern zu befassen?

  3. , 7. Juli 2009 um 11:53

    Lieber Blogger “ohne Name und Anschrift”,
    das Logo des AWD interessiert uns im Grunde nicht. Vielmehr geht es uns darum, dass tagtäglich vielen tausend Menschen allein über Werbeanzeigen der Eindruck vermittelt wird, bei AWD werde unabhängig beraten. Wir sehen es durchaus als eine wichtige Aufgabe an, darauf zu achten, mit welchen Aussagen andere Finanzvertriebe werben und gegebenenfalls etwas zu unternehmen, wenn solche Aussagen nicht zutreffend sind. Unsere Vermögensberater wissen dies sehr zu schätzen. Viele Grüße, Ihr Helge Lach

  4. martin Overberg, 7. Juli 2009 um 11:55

    Die wichtigste Abstimmung findet immer mit den Füßen statt. Warum wohl laufen dem AWD die Mitarbeiter in Scharen weg?

  5. Benedikt Estevez, 10. Juli 2009 um 11:33

    Interessant wird es, wie AWD nach der Berufung reagieren wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es sich gegen AWD belaufen, da der Richter nur die Gegenbeheiten prüfen muss um zu einem Ergebnis zu kommen. Vielleicht steht dann sogar eine Namensänderung an…

  6. S. v G, 10. Juli 2009 um 12:44

    Eines verstehe ich nicht, wieso versucht man hier andere Unternehmen so in den Vordergrund zu stellen?
    Um darzustellen wie gut man doch ist andere schlecht zu machen. Ich finde das sind Sachen, die sollten doch in der Oberen Etage geklärt werden.

    Man sollte sich doch hier erst einmal an die Eigene Nase fassen. Und nicht über andere Unternehmen herziehen und so gut ist die DVAG auch nicht, wenn man immer als erstes die H&M bekommt, damit die eigenen Zahlen passen.
    Also aus dem Alter ist man doch raus andere Mitstreiter darzustellen nur damit man hier im Eigenen Blog gut da steht.
    MFG

  7. , 10. Juli 2009 um 13:16

    Lieber Blogger S. v G,

    zunächst einmal will ich Ihnen zustimmen. Wir haben es als Deutsche Vermögensberatung (DVAG) gar nicht nötig, uns groß mit anderen auseinander zu setzen. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Stärken und Schwächen, und die entscheiden viel mehr über den Markterfolg als das, was andere machen.

    Wenn also in diesem DVAG Blog ab und an auch Bezug zu anderen genommen wird, liegt das auch daran, dass wir uns gelegentlich wehren wollen gegen all das, was an Kritik, Negativem und Falschem über die DVAG verbreitet wird, gerade in Blogs. Im übrigen erschien uns die Thematik der Unabhängigkeit des AWD so wichtig, dass wir hierzu auch einmal knapp Stellung nehmen wollten.

    Im Grundsatz aber bin ich bei Ihnen: Es gibt in der DVAG so vieles Positives, worüber es sich zu berichten lohnt.

    Viele Grüße, Ihr Helge Lach

  8. Wolfgang Reinhardt, 10. Juli 2009 um 14:45

    Um es auf den Punkt zu bringen: Ich stehe hinter der Klage und finde gut, dass nun einige “Wahrheiten” einmal ins rechte Licht gerückt werden.

    Die Deutsche Vermögensberatung war stets sehr zurückhaltend, wenn es um seltsame Praktiken von Wettbewerbern ging. Auch in diesem aktuellen Fall hat es ja, wenn man dem Manager Magazin glauben darf, zunächst ein 4-Augen-Gespräch zwischen Dr. Pohl und Herrn Maschmeyer gegeben. Herr Maschmeyer war jedoch nicht bereit einzulenken, insofern war die Klage die folgerichtige Reaktion.

    Ich denke, die Finanzdienstleistungsbranche – und damit sind wir alle gemeint – muss aufpassen, nicht noch mehr Vertrauen zu verspielen. Wenn ein Unternehmen nicht fähig zum Umdenken ist, dann müssen halt die Anderen auch ein Stück weit “aufpassen”. Denn am Ende des Tages fällt es auf uns alle zurück. Und ich persönlich habe keine Lust mehr, mich für andere, die die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt haben, zu verantworten.

    Beste Grüße, Wolfgang Reinhardt

  9. Certified Financial Planner (CFP), 10. Juli 2009 um 19:29

    Es ist schon selten komisch dass nun die DVAG dem AWD das Wörtchen unabhängigkeit verbieten will und selber mit der als sensationellen angepriesenen “Spartenunabhängigkeit” beim potentiellen Kunden punkten will.Selbst die Namensgebung Deutsche Vermögensberatung dürfte bei näherer Betrachtung nicht standhalten denn eigentlich hieße es richtiger in der Mehrzahl nebenberuflicher ausschlieslichkeitsvertreter für AMB Generali Gruppe+Deutsche Bank+Badenia. Mit Vermögensberatung hat das meines Erachtens nichts zu tun.

  10. , 13. Juli 2009 um 10:37

    Lieber Certified Financial Planner CFP (leider kann ich Sie nicht persönlich ansprechen, da Sie sich nicht zu erkennen geben…)!

    Sofern Sie Interesse haben, sende ich Ihnen sehr gerne den aktuellen Geschäftsbericht der DVAG, einige Werbebroschüren der Deutschen Vermögensberatung oder ein Muster der Visitenkarten unserer Vermögensberater zu. Dann werden Sie sehr schnell erkennen, dass sich die DVAG ohne jede Einschränkung im Versicherungsbereich als gebundener Vermittler und damit auch als Ausschließlichkeitsvermittler der Versicherer der Generali Deutschland zu erkennen gibt. Und dies ganz offen. Insoweit ist die von Ihnen in den Raum gestellte “nähere Betrachtung” gar nicht erforderlich. Die DVAG ist gegenüber ihren Kunden ehrlich und im übrigen stolz darauf, mit Top-Adressen der Deutschen Finanzwirtschaft zusammen zu arbeiten.

    Mit besten Grüßen, Ihr Helge Lach

  11. Horst, 14. Juli 2009 um 10:09

    Nunja, ich muss Herrn CFP ;-)
    zustimmen: “Deutsche” VERMÖGENSBERATUNG bedeutet für die Meisten Menschen aber, dass diese “VERMÖGENSBERATER” unabhängig sind bzw. alle deutschen Produkte im Vermögensbereich anbieten. Für mich ein Nepp höchster Güte. Und dann auch noch AWD schlecht machen… wie kindlich und lächerlich seits Ihr eigentlich… Mit den Methoden mit denen die DVAG Ihren “Kunden” das Geld abziehen ist die DVAG genauso gut wie ein Taschendieb!
    Aber Sie, Herr Lach, müssen sich ja damit nicht mehr rumschlagen – Sie sind ja weit weg von der Realität und passen nur noch drauf auf, dass die Zahlen stimmen und Ihr neuer Porsche finanziert ist…
    Lach = Lächerlich

  12. , 14. Juli 2009 um 14:32

    Sehr geehrter Herr Horst,

    wir betreiben diesen Blog, um auch mit Kritikern zu diskutieren.

    Wenngleich Ihr Beitrag nicht den üblichen Spielregeln der Blogger und auch nicht dem Niveau entspricht, das wir uns wünschen, will ich ihn dennoch veröffentlichen und den Lesern eine Wertung selbst überlassen.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr Helge Lach

  13. Wolfgang Reinhardt, 16. Juli 2009 um 19:58

    Lieber Herr Dr. Lach, es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich so genannte Experten anmaßen, dem Kunden zu erklären, was er sich unter Vermögensberatung vorzustellen hat. Am vergangenen Wochenende war ich Gast auf einer Party unter Finanzdienstleistern. Ich kann Ihnen bestätigen, dass selbst unsere Mitbewerber unsere Klage mit großer Genugtuung verfolgt haben. Augenscheinlich wurde es Zeit, dass jemand in Sachen AWD und seiner “Unabhängigkeit” tätig wird. Und wer sollte es tun, wenn nicht der Branchenführer? Weiterführend hatte ich eine Unterhaltung mit einem Makler, der hauptsächlich im Bereich Private Krankenversicherung unterwegs ist, und als Makler bekanntlich grundsätzlich alle Gesellschaften anbieten kann. Nachdem er hörte, dass ich für die Deutsche Vermögensberatung arbeite wusste er, dass die Central in dieser Sparte unser Exklusivpartner ist. Er fragte mich was wir machen, wenn die Central einmal nicht passt, beantwortete sich diese Frage aber im gleichen Atemzug selbst, indem er bemerkte, die Central würde prinzipiell immer passen. In seinem Geschäft empfehle er in 95% aller Beratungsgespräche die Central. So ist das, wenn man mit den Klassenbesten zusammen arbeitet. Entscheidender als die Frage, wieviele Gesellschaften ich anbieten kann, ist doch: Wieviele qualitativ hochwertige Strategien ich im Portfolio habe. Beste Grüße, Ihr Wolfgang Reinhardt

  14. Maik Richter, 18. Juli 2009 um 14:42

    Hallo Horst,

    mich machen solche Beiträge immer traurig und ich würde gerne den Menschen dahinter kennenlernen. Es wird sicherlich einen Grund für Ihre emotionale Darstellung geben.
    Aber vielleicht sind Sie ja zu 2 Dingen bereit:
    1. Das Ganze in Ruhe und aus einer sachlichen, realen Perspektive anzugehen.
    2. Rufen Sie mich doch einfach einmal an oder – wenn Sie aus der Nähe sind –
    kommen Sie auf einen Kaffee vorbei (alle Kontaktdaten über http://www.bewirbdich.com). Ich selbst bin seit 17 Jahren für die Deutsche Vermögensberatung tätig; ich kenne Herrn Dr. Lach persönlich und möchte Ihnen versichern, er ist weder weit weg noch macht er Zahlenvorgaben. Ich kann Ihnen gerne Näheres darüber berichten, da ich über die Projektgruppe Ausbildung (die Herr Dr. Lach
    leitet) regelmäßig mit ihm Kontakt habe.
    Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie mein Angebot annehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Maik Richter

  15. Stefan Deppisch, 3. August 2009 um 13:43

    Hallo Hr. Dr. Lach, vielen dank für das bloggen des “un-” abhängigen AWD. In der Beratungspraxis haben gerade junge Kunden längst erkannt was gespielt wird. Ich bin seit 9 Jahren bei der DVAG Unternehmer. Viele Alterskollegen haben sich schon bei diversen Vertrieben unserer Branche, nicht zuletzt auch bei Banken versucht. Jahrelang wurde ich belächelt, nun sind schon ein paar ein meiner Geschäftsstelle tätig, andere stehen kurz vor der Entscheidung zu wechseln. Was mir einst als Nachteil (gebundener Vermittler) von meinen Maklerkollegen (die ich nach wie vor sehr schätze) verkauft wurde, sehen diese nun selbst als Vorteil. Eine interessante Aussage dazu: “Solange wir verschiedene Produkte nach Provisionshöhe sortieren können, wäre mir eigentlich ein guter Partner lieber”. Eine Anmerkung hätte ich noch: ich hoffe das Niveau hier sinkt nicht auf dooyoo oder xing Tiefe ab. Schöne Grüße, Stefan Deppisch

  16. , 11. August 2009 um 01:51

    Lieber Herr Deppisch,

    bislang habe ich alle Kommentare von Dritten frei gegeben, trotzdem auch mir das Niveau gelegentlich etwas niedrig war. Ein guter Blog lebt aber davon, dass auch Negativmeinungen veröffentlicht werden, und so will ich es handhaben. Im übrigen bieten solche Negativmeinungen in der Regel die Möglichkeit, Falschdarstellungen zu widerlegen. So wird unser DVAG-Blog zu einem Internet-Forum, das immer der Wahrheit auf der Spur ist…

    Sollte es aber mal so weit gehen, dass Kommentare persönliche Beleidigungen oder ähnliches beinhalten, werde ich diese Kommentare nicht freigeben. Als Nummer 1 wollen wir uns nicht auf jedes Niveau einlassen, denn das haben wir nicht nötig.

    Beste Grüße, Ihr Helge Lach

  17. Sascha N., 19. August 2009 um 16:11

    Lieber CFP und Horst. Wo waren Sie denn als 5,2 Millionen Kunden Hilfe brauchten. Warum haben “Sie” nicht diese Kunden beraten? Würden wir die Kunden alle ” über den Tisch ziehen”, würden wir nicht da stehen wo wir Heute stehen. Wenn es nur “absolute Experten ” in Deutschland geben würde die die ganze Arbeit übernehmen, was würde der Rest machen? Auch unter unseren Vermögensberatern gibt es sehr viele Experten! Vor allem Experten dahingehend, das Sie nicht jeden um sich herum schlecht machen müssen. Das ein AWD von uns schlecht gemacht wird ist ja von Ihnen eine falsche Aussage! Wenn ein Unternehmen sich durch Werbung falsch darstellt um sich daraus einen Vorteil zu erhaschen,dann ist das rechtlich falsch. Die Konsequenz daraus ist natürlich eine gerichtliche Klärung! So würden Sie es auch machen. Ich finde auch das man mit seinen Beiträgen ein ordentliches Niveau einhält. Wer das nicht schafft, sollte sich nicht das Recht raus nehmen überhaupt seine Meinung öffentlich preis zu geben! Gruß, Sascha